Im Bild: Eine Rakete des Raumfahrtunternehmens SpaceX

Bundesheer: Satelliten starten Anfang 2027 in den Weltraum

Montag, 02. Februar 2026 | 11:26 Uhr

Von: apa

Die vom Bundesheer geplanten eigenen Satelliten sollen nun fix Anfang 2027 in den Orbit starten. Statt der im Sommer 2025 angekündigten vier künstlichen Trabanten, die vor allem dem Erfahrungsgewinn dienen werden, sollen es in Summe nun fünf sein, hieß es am Montag aus dem Verteidigungsministerium. Es gäbe nun ein fixes “Ticket” für den Start mit dem US-Raumfahrtunternehmen SpaceX Anfang 2027, bestätigte Brigadier Friedrich Teichmann einen Bericht des Ö1-“Morgenjournal”.

Die Satelliten dienen allesamt der Erprobung und sollen Erfahrung für künftige Projekte – eventuell auch im europäischen Verbund – liefern, sagte Teichmann, der das Projekt leitet, zur APA. Es gehe darum, “Daten und Erfahrungen sammeln”. Die Pläne wurden bereits im Vorjahr in Grundzügen bekannt gegeben, ursprünglich war ein Start für Ende 2026 oder Anfang 2027 angepeilt. Nun liegt ein fixer Termin für den Start mit dem US-Unternehmen SpaceX von Elon Musk für Anfang Jänner vor.

Unabhängigkeit bei Satellitenbildern und Navigation

Langfristiges Ziel des Projekts ist es, bei den drei wichtigsten Satellitendiensten – Kommunikation, Navigation und Satellitenbild – mehr Eigenständigkeit zu erreichen, um die Abhängigkeit von anderen Staaten zu reduzieren.

Die Eckdaten wurden bereits im vergangenen Sommer bekannt gegeben: Die beiden Projekte nennen sich LEO2VLEO (Low Earth Orbit to Very Low Earth Orbit) sowie BEACONSAT. Die Satelliten von LEO2VLEO werden zwischen dem Low Earth Orbit (rund 500 km Höhe) und dem Very Low Earth Orbit (rund 200 km) fliegen, bei diesen geht es vor allem um das Satellitenbild. Die etwa schuhschachtelgroßen Objekte verfügen u.a. auch über eine Kamera. Die gemeinsam mit den Niederlanden entwickelten Satelliten können – im Gegensatz zu den beiden anderen – auch ihre Flugbahn verändern.

Österreichische Projekte mit zwei Satelliten

Ein weiteres Projekt – genannt BEACONSAT – ist rein österreichisch betrieben und wird vom Bundesheer gemeinsam mit zivilen Unternehmen umgesetzt. Es umfasst nun den Start von zwei Satelliten. Die Geräte tragen im Gegensatz zu den Kooperations-Modellen keine Kamera.

Eines der beiden Test-Objekte dient der Detektion von Jammern (Störsendern), die GPS- und Galileo-Signalen stören, so Teichmann. Es gehe hier vorerst nur um die “Detektion des Störers” – konkret um Daten, die etwa Frequenzstörungen im Gigahertz-Bereich zeigen, so der Brigadier. In Zukunft könnten dann weitere Satelliten in den Orbit gebracht werden, die die gestörten Signale ersetzen bzw. ergänzen. Ein solches zukünftiges System wäre im europäischen Verbund denkbar, sagte Teichmann zur APA – und würde mehrere Satelliten umfassen.

Der zweite in Österreich entwickelte Satellit soll Erfahrungen bei der Satelliten-Kommunikation bringen. Es gehe darum, wie man statt über die überlasteten Frequenzen Kommunikation über einen optischen Laser-Datenlink zustande bringen kann. Da die Frequenzen EU- und weltweit überladen seien, denke man an Alternativen, sagte Teichmann. Die optische Kommunikation birgt beispielsweise wegen Wolken Schwierigkeiten, dazu wolle man nun im Test Erfahrungen sammeln.

Die Gesamtkosten liegen bei rund zehn Millionen Euro, hieß es bei der Vorstellung des Projektes im August letzten Jahres, Österreich trägt davon sechs Millionen.

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