STF meldet sich zu Wort

“CasaPound, fangt bei euch mit der Remigration an”

Mittwoch, 25. Februar 2026 | 15:04 Uhr

Von: luk

Bozen – Die Bewegung Süd-Tiroler Freiheit übt scharfe Kritik an einer für Samstag angekündigten Demonstration der Gruppierung „Remigrazione e riconquista“ in Bozen. Der Aufmarsch soll vor dem Siegesdenkmal stattfinden.

In einer Aussendung verurteilt die Bewegung insbesondere eine Beteiligung von Aktivisten aus dem Umfeld von CasaPound. Diese würden mit der Kundgebung versuchen, „berechtigte Anliegen für ihre Ideologie zu missbrauchen“, heißt es. Die Süd-Tiroler Freiheit spricht von einem befremdlichen Geschichtsverständnis und fordert die Organisatoren polemisch auf, „bei sich selbst mit der Remigration zu beginnen“.

Zur Begründung verweist die Bewegung auf die historische Bevölkerungsentwicklung in Südtirol. Vor dem Ersten Weltkrieg sei das Gebiet nahezu ausschließlich deutsch- und ladinischsprachig gewesen, der Anteil italienischer Muttersprachler habe bei rund drei Prozent gelegen. Erst während des Faschismus und in der Nachkriegszeit habe sich durch gezielten Zuzug aus anderen Teilen Italiens die Bevölkerungsstruktur grundlegend verändert. Der von den Veranstaltern verwendete Begriff „riconquista“ (Rückeroberung) blende diese historischen Fakten aus, so die Süd-Tiroler Freiheit. Auch der Veranstaltungsort vor dem Siegesdenkmal sei in diesem Zusammenhang symbolträchtig.

Zugleich betont die Bewegung, dass durch das Auftreten von CasaPound legitime politische Anliegen diskreditiert würden. Dazu zählt sie etwa die Abschiebung straffällig gewordener Ausländer, die Rückführung von Migranten ohne gültigen Aufenthaltstitel sowie Anreize für eine freiwillige Rückkehr in die Herkunftsländer.

Abschließend verweist die Süd-Tiroler Freiheit auf die am Samstag stattfindende Beisetzung des Freiheitskämpfers Siegfried Steger in Mühlen in Taufers. Die „wahren Patrioten“ seien dort zu finden, nicht bei der Demonstration vor dem Siegesdenkmal, heißt es in der Mitteilung.

Bezirk: Bozen

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