Von: luk
Mitglieder des Untersuchungsausschusses hören Vorsitzende der Enquete-Kommission „Aufarbeitung der Corona-Pandemie und Lehren für zukünftige pandemische Ereignisse“ des Deutschen Bundestages, Verantwortliche für Tests in Südtirol und Osttirol sowie Primaria der Abteilung Infektionskrankheiten des Südtiroler Sanitätsbetriebs an. Interessante Formate zur Einbeziehung der Bürgerinnen und Bürger in die Aufarbeitung aufgezeigt, so Ausschussvorsitzende Foppa.
Bozen – Der Untersuchungsausschuss zur Aufarbeitung der Corona-Maßnahmen der Jahre 2020–2023 und Feststellung der Verantwortlichkeiten des Südtiroler Landtages ist am heutigen Mittwochvormittag (28. Jänner 2026) zusammengetreten. Ausschussvorsitzende Brigitte Foppa betonte im Anschluss an die Sitzung, dass die Arbeiten im Ausschuss von der Abwesenheit zahlreicher Mitglieder geprägt sei, was es schwierig mache, die Beschlussfähigkeit zu erreichen. „Erst gestern Abend hat uns beispielsweise Landtagsabgeordneter Thomas Widmann, der nicht nur Mitglied des Ausschusses ist, sondern heute zudem als ehemaliger Landesrat für Gesundheit angehört werden sollte, mitgeteilt, dass er nicht kommen kann: Das bedaure ich“, so Foppa.
Die anderen geplanten Anhörungen konnten jedoch stattfinden: Wie bereits in der vorherigen Sitzung befasste sich der U-Ausschuss mit den Erfahrungen ähnlicher Gremien: Diesmal berichtete Franziska Hoppermann, Vorsitzende der Enquete-Kommission „Aufarbeitung der Corona-Pandemie und Lehren für zukünftige pandemische Ereignisse“ des Deutschen Bundestages, die per Videokonferenz zugeschaltet war. „Dieser Ansatz als Lernende erweist sich als positiv“, sagte Foppa, die den Austausch mit Hoppermann als sehr interessant bezeichnete. „Sie hat uns darüber informiert, dass auch der Ausschuss des Bundestages beabsichtigt, die Themen, die in engem Zusammenhang mit der Pandemie stehen, um Themen wie Demokratie, Repräsentation in schwierigen Zeiten und Partizipation zu ergänzen. Hoppermann hat außerdem erklärt, dass die Aufgabe einer solchen Kommission darin bestehe, einen Raum zu schaffen, in dem deutlich wird, wie verschiedene Gruppen innerhalb der Bevölkerung diese Phase erlebt haben: Auch die deutschen Kollegen wollten auf die Versöhnung und die Vermeidung ähnlicher Fehler in der Zukunft abzielen.“ Foppa ergänzte weiters, „dass im Rahmen der Anhörung ein für unseren Untersuchungsausschuss sehr interessantes Thema angesprochen wurde: wie Bürgerinnen und Bürger in den Prozess der Aufarbeitung einbezogen werden können. Dazu hat die Enquete-Kommission des Bundestages Formate ausgearbeitet, auf die wir noch näher eingehen wollen.”
Im Rahmen der Arbeiten am Themenblock Sanität/Sanitätswesen wurde dann Boris Radulovski, ehemaliger Leiter mehrerer Covid-Teststationen und im Osttiroler Gesundheitswesen tätig, angehört, der auch an der Durchführung von Covid-Tests im Pustertal in den Jahren 2020-21 beteiligt gewesen ist. „Er berichtete uns von Schwierigkeiten angesichts der hohen Nachfrage nach Tests und bei deren Durchführung sowie von Widersprüchlichkeiten bei der Erfassung der Ergebnisse”, sagte Foppa.
Anschließend kam Gernot Walder, Facharzt für Hygiene, medizinische Mikrobiologie, Infektiologie und Tropenmedizin, zu Wort, der während der Pandemie in seinem Labor in Osttirol auch Tests für Südtiroler Einrichtungen durchgeführt hat. „Walder, der sich in der Vergangenheit kritisch zu bestimmten Maßnahmen geäußert hat, erläuterte technische Details zu den Tests und Probleme, die mit der Durchführung einer so hohen Anzahl von Tests verbunden sind“, fasste Foppa zusammen.
Abschließend fand die Anhörung von Elke Maria Erne statt, Primaria der Abteilung Infektionskrankheiten des Südtiroler Sanitätsbetriebs. „Die Primaria befasste sich mit den unterschiedlichen Standpunkten der Ausschussmitglieder und ging insbesondere auf Long Covid ein: Sie unterstrich, dass diese Spätfolge einer Covid-19-Erkrankung bei einer hohen Anzahl von Menschen erhebliche, vielleicht sogar unauslöschliche Spuren hinterlassen habe“, so Foppa.
Der Untersuchungsausschuss zur Aufarbeitung der Corona-Maßnahmen der Jahre 2020–2023 und Feststellung der Verantwortlichkeiten wird am 18. Februar 2026 erneut zusammentreten: Es sind weitere Anhörungen geplant, insbesondere von Verantwortlichen der Gesundheitsbezirke und Krankenhäuser.




Aktuell sind 0 Kommentare vorhanden
Kommentare anzeigen