Mautanpassung wird gefordert

Dachverband für Natur- und Umweltschutz verteidigt Blockabfertigung

Sonntag, 29. April 2018 | 08:40 Uhr

Bozen – Der Dachverband für Natur- und Umweltschutz verteidigt Blockabfertigung an der deutsch-österreichischen Seite. „Bis die Politik sich nicht entscheidet, die von uns längst geforderte Mautanpassung an die Schweizer Alpenübergänge und die Angleichung des Dieseltreibstoffpreises in Österreich zu bewirken, ist die Blockabfertigung für Lkw an der deutsch-österreichischen Grenze sehr wohl ein Beitrag zur Reduzierung des Durchzugsverkehrs durch Südtirol“, erklärt der Vorsitzende Klauspeter Dissinger.

Von den insgesamt 2.150.000 Lkw, die den Brenner passieren, fahren insgesamt bis zu 800.000 Lkw pro Jahr als Transit durch Südtirol. Laut Dachverband haben sie damit weder Quelle noch Ziel in Südtirol und belasten die Luftqualität im Etsch- Eisack- und Wipptal über den gesetzlich zulässigen Höchstwert.

Die Lkw würden über den Brenner fahren, da sie in Österreich billigen Diesel tanken und auf Südtiroler Seite die Maut viel geringer ist als über die schweizerischen Alpenpässet. „Dafür nehmen die Transportunternehmen nicht nur einen Umweg von bis zu 300 Kilometern, sondern auch eine bis zu fünf Stunden längere Fahrt in Kauf. Die viel und oft von der Wirtschaftslobby zitierte Floskel ‚Zeit ist Geld‘ scheint hier nicht mehr Gültigkeit zu haben“, erklärt Dissinger.

Durch die Blockabfertigung an der deutsch-österreichischen Seite werde aber nur mehr eine beschränkte Anzahl von Lkw pro Stunde durchgelassen, was einerseits die Anzahl der Lkw auch in Südtirol und somit die Umweltbelastung und die Staugefahr reduziert und andererseits die Transporteure – bedingt durch die längeren Wartezeiten an der Grenze – animieren könnte, die kürzere und schnellere Route durch die Schweiz zu wählen.

„Unsere Politik und ins besonders der Südtiroler Wirtschaftsring täten gut daran auch an die Handelsbetriebe zu denken, welche durch die billigen Transportkosten immer mehr die Konkurrenz des Onlineversandhändlers Amazon zu spüren bekommen. Amazon hat seinen Umsatz im letzten Jahr um 43 Prozent erhöht und den Gewinn auf 1,6 Milliarden gesteigert. Dabei zahlt Amazon läppische 0.07 Prozent an Einkommensteuern (Quelle „The Guardian“), während die Steuerlast für Einzelhändler in etwa das 500-fache betragen. Dies wäre eine Aufgabe für das EU Parlament, in dem ja auch Südtirol einen Vertreter hat, diese Ungerechtigkeit endlich zu beseitigen, anstatt die Interessen der verschiedenen Lobbyisten (Multis und große Transportunternehmen) zu vertreten“, so der Dachverband.

Eine nachhaltige, umweltschonende und womöglich regionale Wirtschaft wäre nämlich eine sogenannte Win-Win-Situation nicht nur für unsere Umwelt, sondern auch für unsere regionale Wirtschaft, ist der Dachverband überzeugt.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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7 Kommentare auf "Dachverband für Natur- und Umweltschutz verteidigt Blockabfertigung"


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Spitzpassauf
Spitzpassauf
Grünschnabel
23 Tage 22 h

Eine nachhaltige, umweltschonende und womöglich regionale Wirtschaft wäre nämlich eine sogenannte Win-Win-Situation nicht nur für unsere Umwelt, sondern auch für unsere regionale Wirtschaft, ist der Dachverband überzeugt.
……..diese aussage ist absolut richtig und sollte von jeden konsumenten bei jeden kauf berücksichtigt werden…..langsam ja langsam scheint der mensch sein hirn wieder zu benützen.globaliesierung macht nur die reichen noch reicher.

enkedu
enkedu
Kinig
23 Tage 12 h

..wo hosch dein Handy her? Träumer.

Vieldenker
Vieldenker
Superredner
23 Tage 34 Min

@enkedu du bisch olm supergscheid ha?

Spitzpassauf
Spitzpassauf
Grünschnabel
19 Tage 11 h

Gut dass du fragst.wir hatten früher ja handyhersteller in europa aber weil man ja ständig den neuesten hype braucht den einen die medien einreden von bestimmten marken,deshalb hat man die produktion in europa eingestellt.dadurch gingen wieder viele arbeitsplätze verloren…..merkst du was? Globalisierung ist nicht gut,man sollte so weit wie möglich als land autark sein….man ist dadurch nicht abhängig

Dagobert
Dagobert
Superredner
23 Tage 10 h

Wer braucht eigendlich diesen Verein?

enkedu
enkedu
Kinig
23 Tage 1 h

Niemand. Die tun reden, kritisieren und verhindern. Selbst tun sie nicht und leben von öffentlichen Geldern und auf unserer Pelle….

Vieldenker
Vieldenker
Superredner
22 Tage 21 h

@enkedu die Umwelt brauchen wir ja nicht oder, ihr seit dann die ersten die in die Berge rennen und prahlen wie schön es hier ist, glaubt ihr wenn es kein Gegengewicht gibt zur wirtschaft und gier dann hätten wir noch so schöne Plätze? ihr treumer. es braucht immer und überall ein für und wieder. alles braucht sein Gleichgewicht. wenn es nur ums Geld ginge, möchtet ihr dann nur so als Beispiel die Kläranlagen wieder auser kraft setzen? wär doch billiger oder???

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