SVP-Leitung zu Entwicklungen in Katalonien

“Dialog anstatt weitere Konfrontation”

Montag, 02. Oktober 2017 | 17:17 Uhr

Bozen – Die SVP-Leitung hat am heutigen Montagnachmittag unter anderem über die aktuellen Entwicklungen in Katalonien diskutiert: „Weder die Initiatoren des Unabhängigkeitsreferendums noch der spanische Zentralstaat dürfen sich heute als Sieger fühlen – weil eine derartige, anhaltende Konfrontation schlussendlich ein Schaden für alle Seiten ist“, so Parteiobmann Philipp Achammer. Nur der Weg des ständigen, beharrlichen Dialogs könne zum Ziel führen.

Den Katalanen seien jahrelang Gespräche über den Ausbau ihrer Autonomie verweigert worden. „Die spanische Zentralregierung hat durch diese Haltung ganz bewusst eine weitere Zuspitzung in Kauf genommen. Das ist mehr als unverständlich“, so Achammer. Völlig inakzeptabel sei die gewaltsame Reaktion der Regierung auf das gestrige Unabhängigkeitsreferendum; in diesem Zusammenhang spricht die SVP-Leitung ihre Solidarität aus: „Das gewaltsame Vorgehen des Zentralstaates gegen die katalanischen Separatisten und die eigene Bevölkerung ist entschieden zu verurteilen!“

Auch wenn der Unmut der Katalanen verständlich sei – den katalanischen Separatisten müsse bewusst sein, dass es ein einklagbares Recht, bei einem Referendum einseitig über die Abspaltung von Spanien entscheiden zu können, nicht gebe, so die SVP-Leitung. Spanien sei ein demokratischer Rechtsstaat, eine Abstimmung zur Abspaltung einer Region habe keine rechtliche Grundlage. Gesetze und Entscheidungen von Gerichten müssten befolgt werden.

„Auch wenn die Situation derzeit eher ausweglos erscheint, sollte jetzt mit kühlem Kopf der Weg des Dialogs gegangen werden“, so auch SVP-Europaparlamentarier Herbert Dorfmann. Der spanische Zentralstaat und die Region Katalonien müssten einen gemeinsamen Nenner finden. Die Europäische Union sei hingegen erneut angehalten, über die Wichtigkeit des Minderheitenschutzes in Europa nachdenken: „Sowie über eine Entwicklung hin zu einem Europa der Regionen, welche dem Willen nach mehr Eigenverantwortung entsprechen kann“, so Parteiobmann Achammer.

Einige Oppositionsparteien versuchten nun zum wiederholten Male, voreilige Parallelen zu Südtirol zu ziehen. Diese seien schlichtweg falsch, so die SVP-Leitung: „Weil es in Südtirol möglich wurde, über zähe und beharrliche Verhandlungen eine funktionierende Autonomie umzusetzen, und dies vor allem auf der Grundlage eines völkerrechtlichen Vertrages.“

Von: luk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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18 Kommentare auf "“Dialog anstatt weitere Konfrontation”"


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FritzPhantom
FritzPhantom
Grünschnabel
14 Tage 19 h

von der svp kimmp olm lei blabla.. Selbstbestimmung wellen mir, nor konn frieden inkeren! Wenns di Katalanen noch 200 johr noch besetzung gschofft hobn, nor geats ba ins a noch netamol 100

denkbar
denkbar
Universalgelehrter
14 Tage 16 h

@FritzPhantom – Wo leben Sie? In welchem Kriegsgebiet wohnen Sie? Sie meinen, dann kann endlich Frieden einkehren. Ich lebe in einem friedlichen Land Südtirol mit einer sehr guten Autonomie.
Die Katalanen haben es noch nicht geschafft, abwarten und Tee trinken.

FritzPhantom
FritzPhantom
Grünschnabel
14 Tage 16 h

Der Frieden zwischen den Volksgruppen die in Südtirol wohnen und den inneren Frieden. Solange man das SelbstbestimmungsRECHT nicht verwirklicht wird, wird dieser nicht einkehren. Dass die Katalanen habe es geschafft ein Referendum abzuhalten, klar ist mir auch, dass sie noch nicht Unabhängig sind. Dazu verstehe ich nicht, warum Sie so Angst vor einer demokratischen Wahl haben

denkbar
denkbar
Universalgelehrter
14 Tage 5 h

@FritzPhantom Das tut mir aber sehr leid für Sie, wenn sie das für den inneren Frieden und das friedliche wohnen brauchen. Ich konnte das nicht nachvollziehen, da ich den inneren Frieden und den Frieden im Zusammenleben. Dank auch meinen Eltern, die uns nie zum Hass und Ressentiments erzogen haben.
Eine demokratische Wahl ist es, wenn sie den Grundprinzipien der Verfassung entspricht und das tut sie nun mal nicht. Und Angst habe ich erst recht keine!!!!! Ich denke nur, dass die Katalanen ihr Problem mit dieser Aktion noch lange nicht gelöst haben. Aber wir werden ja sehen.

FritzPhantom
FritzPhantom
Grünschnabel
13 Tage 23 h

Das Problem ist, dass die Verfassung nie und nimmer geändert wird.. Dass die katalanen ihr Problem noch lanhe nicht gelöst haben denke ich auch.. Man wird es sehen

Gagarella
Gagarella
Superredner
14 Tage 19 h
Spanien ist ein Demokratischer Rechtsstaat !!!! Herr Achammer, mir fällt es schwer sie nicht zu Beleidigen!!!! Wenn die Bilder die ich im Fernsehen gesehen habe, Wahr sind, und davon gehe ich aus, dann frage ich mich was Herr Achammer und seine Partei unter Demokratie verstehen? Es ist eine Schande wie Saaten mit ihrer Bevölkerung umgeht, sei es die Türkei mit Erdogan, Russland mit Putin, Amerika mit Trump, oder Spanien mit ihren Schlägertruppen. Das kommt einer Diktatur mit Faschistischen Methoden sehr Nahe, und ist das Gegenteil von Demokratie. Wehrlose Menschen nieder zu schlagen ist keine Heldentat, und einen Demokratischen Rechtsstaat unwürdig.… Weiterlesen »
MickyMouse
MickyMouse
Universalgelehrter
14 Tage 6 h

Gagarella- Danke,den Nagel voll getroffen,bin zu 100% Ihrer Meinung!👍👍👍 Übrigens das “Schönreden und aussitzen” ist eine Spezialität der SVP immer schon gewesen und wird es leider bleiben!

denkbar
denkbar
Universalgelehrter
14 Tage 19 h

Sie werden schwierig werden die Verhandlungen, die notgedrungen folgen müssen.
Ich sag’s nochmals. Den Katalanen haben beide Seiten keinen Gefallen getan. Nicht mit dem illegalen Referendum und nicht mit dem gewaltsamen Einschreiten.
Es bleibt zu hoffen, dass die bestmöglichen Vermittler zum Einsatz kommen und dass man für die Katalonen die bestmögliche Autonomie aushandelt. Alles andere muss doch notgedrungen in einen Bürgerkrieg führen.

Gagarella
Gagarella
Superredner
14 Tage 18 h

@denkbar      Also wenn es Staaten sich so einfach machen, und ein Gesetz sagt, dass der Staat keine Grenzverschiebung zulässt, und damit pasta, dann bin ich für (Bürger) Krieg. Dann wünsche ich mir auch die Mauer in Deutschland zurück. Es haben sich mehrere Staaten in den letzten Jahrzehnten Friedlich getrennt, sollen die alle wider zurück, zum Chaos? Zählt der Volkswille den gar nichts? Warum heißen die Gegner alle Volkspartei? Und Autonomie=Halbfreiheit, weck mit der Autonomie, her mit der ganzen Freiheit. Weck von den Zentralistischen Staaten, mit Faschistischen Methoden. Freiheit für alle. die nach Freiheit streben.

Neumi
Neumi
Superredner
14 Tage 16 h

@Gagarella Die Mauer ist nicht demokratisch gefallen. Da gab’s keine Abstimmung.
Der legale demokratische Weg wäre gewesen, eine Änderung der Verfassung durch Verhandlungen zu erzielen, damit eine gültige Volksabstimmung zu dem Thema gültig wird.
Davon sind sie jetzt weiter weg als noch vor Jahren. Jeglicher gute Wille hat sich verabschiedet.

denkbar
denkbar
Universalgelehrter
14 Tage 16 h

@Gagarella Der Volkswille waren da mal gerade 37,8 % der wahlberechtigten Katalanen.

FritzPhantom
FritzPhantom
Grünschnabel
14 Tage 15 h

Viele Stimmzettel wurden von der spanischen Polizei beschlagnahmt

Gagarella
Gagarella
Superredner
14 Tage 8 h

@denkbar   Es zählen immer nur die, die auch hingehen zu einer Wahl, das ist überall so. Und 90% sind für die Unabhängigkeit, “90%”!!
Wenn in Süd-Tirol 78% der Wähler zur Wahl gehen, gehen dann die restlichen 22% auf das Konto der Süd-Tiroler Freiheit? Leider NEIN. Es zählen eben nur die 78%.

Robin Hood
Robin Hood
Tratscher
14 Tage 18 h

Oh, Herr Achammer ist vom Flittern zurück!!!
Habe gar nicht gemerkt, daß er weg war😁

traktor
traktor
Superredner
14 Tage 16 h

hammer dann fang mit dem dialog an das wir vom stiefel weckkommen…

MartinG.
MartinG.
Superredner
14 Tage 16 h

Ausgewogenen Aussendung; endlich werden einmal völkerrechtliche Verträge zitiert und Verhandlungen angemahnt. In Esp sind auf beiden Seiten schwere Fehler gemacht worden; in Madrid aus Sturheit, in Barcelona, weil Separatisten(gleich wie bei uns) in einer postfaktischen Parallelwelt leben, in der sie glauben Anrecht auf alles zu haben; eigener Staat, Zugang zum EU-Markt, Euro; nicht zahlen müssen für ärmere Regionen; speziell nicht für die verachteten Andalusier. Die EU hat längst klargemacht; wie die Sache liegt; Barcelona beginnt langsam zu verstehen.

bergeistod
bergeistod
Tratscher
14 Tage 16 h

Unsere Generation ist noch nicht so weit

Gagarella
Gagarella
Superredner
14 Tage 6 h

Laut SVP(D) darf der Demokratische Italienische Rechtsstaat die Süd-Tiroler-innen in die Knie Prügeln. Auch mit Gummi-geschossen, Knüppeln, Schlagstöcken und so weiter.
Herr Achammer, uns fehlt jegliches Demokratie Verständnis.
Sind wir keine Demokraten?
Die Volksparteien ziehen alle am selben Strang, sei es in Spanien, Deutschland, Österreich, oder Italien. Schöne Demokratie.

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