Forderung des Team K

Disability Pride Month: “Weniger Show, mehr Rechte für Menschen mit Behinderung”

Dienstag, 30. Juni 2026 | 16:29 Uhr

Von: luk

Bozen – Konkrete Reformen statt symbolischer Feierlichkeiten fordert das Team K. Mit dem Disability Pride Month im Juli rücken Menschen mit Behinderung wieder stärker in den Mittelpunkt der öffentlichen Aufmerksamkeit. Für Alex Ploner ist Sensibilisierung wichtig, sie dürfe aber nicht dazu führen, dass die tatsächlichen Probleme von Betroffenen und ihren Familien ausgeblendet werden.

„Der Disability Pride Month muss mehr sein als eine Aneinanderreihung von Veranstaltungen, Fotos und wohlklingenden Reden. Wer Inklusion feiert, muss auch den Mut haben, die vielen Versäumnisse offen anzusprechen. Zu viele Menschen mit Behinderung erleben jeden Tag, dass zwischen den politischen Ankündigungen und ihrer Lebensrealität eine große Lücke klafft. Diese Realität darf nicht hinter einer schönen Fassade verschwinden“, so Alex Ploner.

Der Abgeordnete verweist auf zahlreiche ungelöste Baustellen in Südtirol. Diese reichten von fehlenden Ressourcen für die schulische Inklusion über die nach wie vor unzureichende Arbeitsmarktintegration bis hin zur Situation in geschützten Werkstätten, Stichwort Taschengeld. Auch beim Abbau architektonischer Barrieren und bei der Umsetzung individueller Lebensprojekte bestehe erheblicher Handlungsbedarf.

„Was ich in Gesprächen mit Betroffenen und ihren Familien höre, ist oft ein Hilferuf. Menschen fühlen sich von den Institutionen nicht ernst genommen und mit ihren Herausforderungen allein gelassen. Es geht hier nicht um Sonderwünsche, sondern um grundlegende Rechte: Um Bildung, Arbeit, Mobilität, Selbstbestimmung und gesellschaftliche Teilhabe. Solange diese Rechte nicht garantiert sind, gibt es wenig Grund für Selbstzufriedenheit“, sagt Alex Ploner und appelliert auch an Verbände und Interessenvertretungen, die bestehenden Missstände noch deutlicher anzusprechen.

„Menschen mit Behinderung brauchen keine Mitleidskampagnen und keine Selbstbeweihräucherung der Politik. Sie brauchen eine Landespolitik, die Tag für Tag handelt. Weniger Show, weniger Symbolpolitik und mehr konkrete Reformen. Erst wenn Menschen mit Behinderung in allen Lebensbereichen die gleichen Chancen haben wie alle anderen, können wir wirklich von einer inklusiven Gesellschaft sprechen.“ Für das Team K sei der Disability Pride Month deshalb nicht nur ein Anlass zum Feiern, sondern vor allem ein Auftrag an die Regierungspolitik, bestehende Ungleichheiten konsequent zu beseitigen.

Bezirk: Bozen

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