Nach österreichischem Modell

Facharztausbildung erneut bestätigt

Donnerstag, 11. März 2021 | 21:15 Uhr

Bozen –  Die Südtiroler HochschülerInnenschaft (sh.asus) nimmt erfreut zur Kenntnis, dass die Facharztausbildung nach österreichischem Modell vor kurzem durch das Oberlandesgericht bestätigt wurde.

Der Rekurs, den die Ärzte-Gewerkschaft ANAAO gegen das Urteil des Arbeitsgerichts vom Oktober 2019 eingelegt hatte, wurde damit abgewiesen. Die ANAAO sieht durch das österreichische Modell der Facharztausbildung italienisches Verfassungsrecht verletzt und hatte daher ein Verfahren angestrengt.

Das angefochtene Südtiroler Modell sieht vor, dass die angehenden Ärztinnen und Ärzte während der Ausbildung beim Sanitätsbetrieb angestellt werden. „Dank dieses an Österreich orientierten Modells wird die Facharztausbildung in Südtirol um einiges attraktiver und wird somit zu einem wichtigen Instrument, um dem sogenannten „brain-drain“ und dem chronischen Mangel an Ärztinnen und Ärzten entgegenzuwirken“, so der Vorsitzende der sh.asus, Matthias von Wenzl. Hier stimme man mit der Führung des Sanitätsbetriebs und Gesundheitslandesrat Thomas Widmann überein.

Der Vize-Vorsitzende Julian Nikolaus Rensi ergänzt: „Es war wichtig, für Südtirol ein eigenes, insbesondere mit der Lage in Österreich konkurrenzfähiges Ausbildungssystem aufzubauen. Diese strategisch kluge Entscheidung entsprach auch dem Wunsch der Studierenden.“ Rensi betont, dass andernfalls die Gefahr bestünde, dass angehende Ärztinnen lieber von den attraktiven Arbeits- und Ausbildungsbedingungen im deutschsprachigen Ausland profitieren würden und es daher essentiell sei, sich nicht mit italienischen Standards zu messen, sondern über den Brenner zu blicken.

Die Südtiroler HochschülerInnenschaft ist erleichtert, dass die zähen Verhandlungen, die der Einführung der Facharztausbildung nach österreichischen Modell vorausgingen, nicht umsonst waren. „Wäre das Urteil anders ausgefallen, hätte dies einen herben Rückschlag für Medizinstudierende bedeutet. Zum Glück hat die Position der ANAAO keine Bestätigung erfahren, denn das wäre eindeutig zuungunsten junger Menschen gewesen“, so der Vorstand der sh.asus. Bereits angestelltes und künftiges Personal dürften nicht gegeneinander ausgespielt werden.

Die Südtiroler HochschülerInnenschaft (sh.asus) ist die wichtigste Südtiroler Studierendenvertretung. Hauptaufgabe der sh.asus ist es, die studentischen, sozialen und gesellschaftlichen Interessen zu vertreten. Sie bezieht zu studentischen und bildungspolitischen Themen ebenso Stellung wie zu kulturellen, sozialen und gesellschaftspolitischen Fragen. Die sh.asus verfügt über eine Geschäftsstelle in Bozen (Kapuzinergasse 2A) und vier Außenstellen in Österreich (Wien, Graz, Salzburg und Innsbruck) sowie zwei Außenstellen in Italien (Bologna und Trient).

 

Von: bba

Bezirk: Bozen

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