Blaas warnt vor Gesundheitsrisiken 

FH: Keine Kompromisse bei deutschen Beipackzetteln

Mittwoch, 07. September 2016 | 16:52 Uhr

Bozen – Der Freiheitliche Landesparteiobmann und Landtagsabgeordnete Walter Blaas hat genug von der Kompromisslösung bei den Beipackzetteln von Medikamenten. Der deutsche Beipackzettel muss bisher beim Verkauf des Medikaments vom Apotheker ausgedruckt werden. „Ein Umstand, der Gefahren für die Patienten in sich birgt und eines zivilisierten Landes unwürdig ist“, so die Freiheitlichen. Blaas fordert einen verpflichtenden zweisprachigen Beipackzettel ohne Kompromisse.

„Schon oft wurde auf die Einhaltung der Zweisprachigkeitsbestimmungen – auch und vorwiegend bei den Beipackzetteln – gepocht“, erörtert der Freiheitliche Landtagsabgeordnete Walter Blaas in einer Aussendung einleitend. „Der Erfolg scheiterte am mangelnden politischen Willen der Mehrheit. Das Problem wurde ausgelagert und eine halbherzige Kompromisslösung war das Ergebnis“, kritisiert Blaas mit einer Kampfansage an die einsprachigen Beipackzettel.

„Mit dem Ministerialdekret vom 13. April 2007 wurde festgelegt, dass in der Provinz Bozen entsprechende deutsche Beipackzettel ausgedruckt werden können. Der Apotheker muss beim Verkauf des Medikaments die deutsche Version des Beipackzettels ausdrucken und den Zettel gemeinsam mit dem Medikament aushändigen. Hinzu kommt die obligatorische Überprüfung der Übereinstimmung des Beipackzettels mit dem verkauften Medikament“, erläutert Blaas und kritisiert diese Methodik.

„Viele Medikamentenbezieher erinnern sich nicht, eigens nach dem deutschen Beipackzettel zu verlangen“, erklärt der Freiheitliche Landtagsabgeordnete. „Für die betroffenen Personen stellen rein einsprachige Beipackzettel ein Gesundheitsrisiko dar. Viele Fachbegriffe sind nicht verständlich und der Umgang mit Medikamenten kann nicht nach Bauchgefühl sondern nur durch eine fachgerechte Anweisung erfolgen“, folgert Walter Blaas.

„Für ein zivilisiertes Land ist die Tatsache, dass ein großer Teil der Bürger die Medikamentenanweisung nur in einer fremden Sprache zur Verfügung hat, schlichtweg untragbar“, betont Blaas und fordert verpflichtende zweisprachige Beipackzettel in den Medikamentenpackungen ohne dass eine deutsche Übersetzung eigens angefordert werden muss. „Nach den großen Feierlichkeiten zum 70. Jahrestag des Pariser Vertrages wäre es wohl das Mindeste, das dort wo Autonomie draufsteht auch Autonomie enthalten ist. Bei den Medikamenten scheint dies (noch) nicht der Fall zu sein“, wettert Blaas und kündigt einen entsprechenden Beschlussantrag im Landtag an.

„Jede weitere zeitliche Verzögerung ist gegenüber den Medikamentenbeziehern unverzeihlich und gleicht einem Spiel mit dem Feuer“, kritisiert der Freiheitliche Landesparteiobmann. „Jeder Bürger soll das Recht haben, die Beipackzettel auch in deutscher Sprache vorzufinden“, unterstreicht Blaas abschließend.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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3 Kommentare auf "FH: Keine Kompromisse bei deutschen Beipackzetteln"


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Neumi
Grünschnabel
17 Tage 11 h

Gibt’s eigentlich eine Homepage (entweder der Provinz, Region, was auch immer), auf der man sich die Beipackzettel zentral (z.B. als Pdf) hinterlegt sind?
Dann kann sich jeder die Zettel runterladen, wann er will. Der Name des Medikaments und vielleicht noch die Stärke sollten als Suchkriterium reichen

meinungs.freiheit
Grünschnabel
17 Tage 7 h

Ältere Personen haben oft nicht die Möglichkeit “herunterzuladen”. Deutsche Beipackzettel sollten eine Selbverständlichkeit in Südtirol sein, es geht um die Gesundheit.

ex-Moechteg.Lhptm.
Grünschnabel
16 Tage 8 h

es genügte, wenn das Land als Medikamenten-Grosseinkäufer all jene von der Lieferantenliste streicht, die wo keinen deutschen Zettel mit reinpacken

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