Kritik der Senatorin

Ausnahmen beim Bettenstopp in Südtirol kommen bei Floridia nicht gut an

Mittwoch, 11. März 2026 | 16:37 Uhr

Von: luk

Bozen – Die Grünen kritisieren die anhaltenden Ausnahmen beim geplanten Bettenstopp im Tourismus. Laut der Südtiroler Senatorin Aurora Floridia würden weiterhin neue Hotelprojekte genehmigt, insbesondere in sogenannten „strukturschwachen Gemeinden“. In einer Mitteilung spricht sie von insgesamt 56 Gemeinden in Südtirol, die unter diese Kategorie fallen.

Seit September 2022 gilt in Südtirol grundsätzlich eine Obergrenze für Touristenbetten. Dennoch seien in den vergangenen fünf Jahren rund 30.000 neue Betten hinzugekommen, so Floridia. Nicht berücksichtigt seien dabei zahlreiche Zweitwohnungen, die ebenfalls touristisch genutzt würden. Zwei Südtiroler Verbände – der Dachverband für Natur- und Umweltschutz sowie der Heimatpflegeverband – haben deshalb eine Petition gestartet, die eine konsequente Umsetzung der Bettenbegrenzung fordert. Diese habe bisher mehr als 10.500 Unterschriften gesammelt.

Floridia kritisiert zudem, dass unter den als strukturschwach eingestuften Gemeinden auch bekannte Tourismusorte wie Ritten oder das Schnalstal seien. Angesichts der angespannten Wohnsituation im Land bezeichnet sie die erneute Verschiebung der Frist für den Bettenstopp als problematisch. Viele Menschen hätten Schwierigkeiten, bezahlbaren Wohnraum zu finden, während gleichzeitig Wohnungen für touristische Zwecke oder als Zweitwohnsitze genutzt würden.

Auch aus ökologischer Sicht sieht die Senatorin Handlungsbedarf. Bei rund 38 Millionen Übernachtungen pro Jahr stoße das Ökosystem Südtirols zunehmend an seine Grenzen, etwa durch Verkehr sowie den hohen Wasser- und Energieverbrauch. Die Grünen sprechen sich daher für eine konsequente Umsetzung der vereinbarten Bettenbegrenzung aus, um ein Gleichgewicht zwischen Tourismus, Wohnraum und Umweltschutz zu erreichen.

Bezirk: Bozen

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