Christanell reagiert auf Kritik der Landesregierung

Flüchtlinge: “Gemeinderäte beweisen Verantwortungsbewusstsein”

Freitag, 02. Juni 2017 | 17:02 Uhr

Bozen/Meran – Der SVP-Bezirksobmann Zeno Christanell reagiert auf die Kritik der Landesregierung an der Aufnahme von Asylwerbern. Er sieht Fortschritte und einen großen Einsatz bei den meisten Gemeinden des Burggrafenamtes: „Wenn das Land die Garantieleistungen übernimmt, stehen sicherlich auch zeitnah Unterkünfte zur Verfügung. Über das SPRAR-Programm wurden bereits 103 Plätze zugesichert.“

Die Landesregierung sucht händeringend nach Aufnahmeplätzen für Asylwerber und stellt dabei den „flüchtlingsfreien“ Gemeinden die Rute ins Fenster. „Natürlich kann es auch ein, zwei Drückerberger geben, doch eine Pauschalkritik wird dem überwiegend großen Einsatz der Gemeindeverwalter und ehrenamtlich Engagierten nicht gerecht“, meint der SVP-Burggräfler Bezirksobmann Zeno Christanell. Im Burggrafenamt gebe es auf jeden Fall keine Gemeinde, die explizit ausgeschlossen hat, bei einem Aufnahme-Programm mitzumachen. Zudem sei das Land auch nicht ganz unschuldig am Engpass. „Von Beginn an haben Gemeinden ihre Hilfsbereitschaft rückgemeldet, nur fehlt es an entsprechenden Strukturen für größere Aufnahmezentren.“ Seitdem auch das Land das staatliche SPRAR-Programm unterstützt, gebe es nun dank des Einsatzes der Bezirksgemeinschaft hingegen ausreichend Plätze. So beherbergen im Bezirk bereits folgende Gemeinden Aufnahmezentren des Landes: Meran mit 138 Plätzen, Tisens mit 40 Plätzen und Riffian mit 25 Plätzen. Weiters geplant ist Lana mit 48 Plätzen, die Eröffnung erfolgt voraussichtlich noch im Juni. Elf Gemeinden haben zudem ihre Bereitschaft zur Teilnahme am SPRAR-Projekt bekundet, die meisten anderen haben laut Bezirksgemeinschaft auch ihre Beteiligung signalisiert.

Laut Berechnungen des zuständigen Landesamtes ist das Burggrafenamt verpflichtet 359 Asylbewerber aufzunehmen, das sind 3,5 Bewerber auf 1000 Einwohner, also 0,35 Prozent Anteil an der Bevölkerung. 256 Plätze werden durch die bestehenden Aufnahmezentren schon abgedeckt, die restlichen 103 Plätze sind nun durch das SPRAR-Projekt der beteiligten Gemeinden zugesagt worden. „Wenn es dem Land gelingen sollte, die staatlichen Garantieleistungen schon vor der Umsetzung der Projekte ab Jänner 2018 zu erbringen, dann finden sich sicherlich zeitnah Unterkunftsräume“, meint Christanell und hebt explizit die große Bereitschaft vieler Gemeinderäte hervor. „Das ist humanitäres Verantwortungsbewusstsein in einer Phase, in der für viele Menschen diese Hilfe wahrhaftig lebensnotwendig ist.“

Umso erschreckender sei es, wenn einige Parteien schon jetzt auf dem Rücken von Geflohenen versuchen, Stimmung zu machen und fremdenfeindliche Ressentiments bedienen. „Wenn bei einer Aufnahmequote von 0,35 Prozent von der Gefahr der Überfremdung und einer unkontrollierten Einwanderung gesprochen wird. Sogar prophezeit wird, dass wir bald im eigenen Land eine Minderheit werden, dann ist das billige Angstmacherei und plumpe Demagogie, die man entlarven muss“, meint Christanell. Das habe nichts mit naivem Gutmenschentum zu tun. Eine christlich soziale Einstellung gehöre heute zu den gerne zitierten Tiroler Werten, die man nicht nur bei Sonntagsreden beschwören soll, sondern zum Beispiel mit einem klaren Bekenntnis zur Hilfe bei Asylwerbern zum Ausdruck bringen kann. „Natürlich stehen die aktuellen Phänomene in einem größeren Kontext und die ursprünglichen Probleme können wir nicht lösen, aber das darf keine Ausrede sein, nicht doch einen Beitrag zu leisten.“

So sehe es auch das Grundsatzprogramm der SVP vor. Dort ist zu lesen, dass die Südtiroler Volkspartei für ein offenes, tolerantes Menschen- und Weltbild stehe. In diesem Sinne werden auch Menschen, die vor Krieg und Verfolgung auf der Flucht sind und Asyl oder eine neue Heimat suchen, unterstützt. Diese Hilfe soll in Südtirol nach dem Prinzip „Integration durch Leistung“ erfolgen: Ein Zusammenleben in Vielfalt benötigt klare Regeln und ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Geben und Nehmen. „Weshalb für alle betroffen Zuwanderer die Zusatzleistungen des Landes auch an Bedingungen, wie zum Beispiel der Bereitschaft zum Sprachenerwerb, geknüpft sind“, erklärt Christanell. Insgesamt müsse es einem Land wie Südtirol gelingen mit dem Thema Asyl und Zuwanderung zurechtzukommen. „Wer sich seiner eigenen Werte und Identität bewusst ist, braucht wirklich keine Angst vor Überfremdung zu haben und kann eher die Chancen im kulturellen aber auch wirtschaftlichen Mehrwert erkennen.“

 

Von: luk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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27 Kommentare auf "Flüchtlinge: “Gemeinderäte beweisen Verantwortungsbewusstsein”"


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heinold
heinold
Grünschnabel
22 Tage 21 h

Die Invasoren erpressen den Staat, der Staat erpresst das Land, das Land erpresst die Gemeinden, die Gemeinden erpressen die Bürger und der Bürger erpresst seine Brieftasche und alle erpressen wir unsere Zukunft. Pfuidaibl!

matthias_k
matthias_k
Universalgelehrter
22 Tage 4 h

“(…) Invasoren” …… 
Herr lass Hirn regnen ….. 

Karl
Karl
Tratscher
22 Tage 2 h
@matthias_k  wie nennt man  Menschen die zu 97% illegal in ein Land  eindringen. Du, der schlaue Herr Christanell und  andere Gesinnungsgenossen können ja gerne  welche auf eure Kosten unterbringen, durchfüttern und  für alles was sie machen die Verantwortung übernehmen.  Ich für meinen Teil möchte  das die Bevölkerung Europas darüber abstimmen  sollte, da dieses Problem durch überforderte  und unfähige  Politiker  noch ausufern wird und wir alle die Leidtragenden sein werden.  Jene die für diese, von vielen Stellen organisierte Völkerwanderung  sind,  bitte eine Schritt nach vorne mit Geldtasche und Hausschlüssel in der Hand machen. Groß reden und den Gutmenschen spielen  könnt ihr, aber  Verantwortung und  Spesen … Weiterlesen »
matthias_k
matthias_k
Universalgelehrter
21 Tage 23 h

weißt du Karl, fang du mal an auf unangenehme Gegenargumente auch einzugehen, als immer nur gscheid zu reden sobalds dir gerade passt. Denn das nennt sich DISKUSIONSFÄHIGKEIT ………….. 
aber ich habe ja vergessen, für dich sind Antworten von anderen Usern ja nur eine Bestätigung des selbst Gesagten und das eigene Nicht-Antworten darauf ist ein Zeichen von “der Erwachsenere sein” 😀 
… wenn Einbidlung auch eine Bildung wäre, wärst du wirklich einer der “Gscheidesten” hier 🙂 
mfg

ivo815
ivo815
Superredner
21 Tage 20 h
Lieber @Karl. Sie mögen ja schön Worte aneinanderreihen können, mit der Auffassungsgabe haperts aber gewaltig. Wischen Sie sich den Schaum vom Mund, nehmen eine Valeriana und lesen Sie den Artikel nochmal in Ruhe. Abgesehen davon dass die Zahlen welche Sie nennen, aus der Welt Ihrer, von einseitiger Informationsflut benebelten Fantasien stammen und schlicht falsch sind, sehen die Pläne der Landesregierung doch nach Struktur mit Vernunft aus. Selbst den weltfremdesten Menschen muss aufgefallen sein, dass es da andere gibt, die massive Probleme haben. Diese zu ignorieren, hätte fatale Folgen. Sollten Sie sich durch die Anwesenheit von Asylbewerbern als abgehängt fühlen, dann… Weiterlesen »
ivo815
ivo815
Superredner
21 Tage 20 h

Die Agressoren und Dumpfbacken fluten die Foren.

heinold
heinold
Grünschnabel
21 Tage 20 h

@matthias_k 
Lieber Matthias, was soll ich zu Ihrem glänzenden Beitrag noch sagen? Sie sind Universalgelehrter mit Spezialfach Meteorologie und ich bin nur ein Grünschnabel. Ich bin Ihnen nicht gewachsen! 

matthias_k
matthias_k
Universalgelehrter
21 Tage 19 h

@heinold 
Einsicht ist der erste Schritt zur Besserung, bravo 🙂 

susanna
susanna
Neuling
22 Tage 17 h

wenn der Staat verantwortungsbewusst handeln wollte, würde er die Überfahrt der Flüchtlinge schon beim Start stoppen
Die Frage ist, warum wird vom Staat nichts unternommen, ist es vielleicht ein lukratives Geschäft, von ganz oben unterstützt

Staenkerer
22 Tage 16 h

scheint a neue form zu sein sich steuergeld unzueignen … wenns nimmer reicht erhöhnt man es holt! im südn an fährdienst, bis zum norden masive arbeitslosigkeit u. im norden de melkkühe de fest gemolchn werden!

ivo815
ivo815
Superredner
21 Tage 20 h
Die Antwort ist, es wird vom Staat sehr wohl etwas unternommen. Da wir (zumindest die meisten hier) nicht mehr im Mittelalter leben, kann man Menschen, welche über eine Grenze in unser Land kommen, nicht einfach kalt stellen. Anders ausgedrückt, die Staatengemeinschaft steht vor einem Problem, das äußerst komplex ist. Alle politischen Parteien sind sich mittlerweilen des Flüchtlingsproblems bewußt geworden und suchen nach Lösungen. Alles andere wäre politischer Selbstmord. Es gibt solche, deren Lösungen sind schlicht, wie die Gemüter deren Wahlvolks und entsprechend nicht umsetzbar. Beispiel, Zaun um Europa, Tür zu, Licht aus, Augen zu. Geht aber nicht. Andere haben die… Weiterlesen »
traktor
traktor
Superredner
22 Tage 19 h

die ersten ankommenden müssten doch schon längst zurückges hivkt sein und platz für neue wäre dann genug oder??
wer hat seine aufgaben nicht erfüllt??
wer kein anrecht auf asyl hat muss die unterkünfte verlassen!

Staenkerer
21 Tage 19 h
jo, de verlossn schun de unterkünfte u. bleibn ins als obdochlose erholtn! in der zwischenzeit ruckn neue noch u. de nächsten de, weil nit asylberechtigt, londen wieder auf der stroß, bleibn ob. trotzdem! no werds schun gien, ob. in zwoa, drei johr sein mit den prinzip mehr obdochlos wie laut quote, de jo in mit legalen aufgstockt werd u. somit ollm gleich bleib (u. für de nit amoll genua plotz zu findn isch), im lande, a wenns viele nit wohrhobn welln! das de in de städte bleibn isch klor, wos solln se a in an dorf? das des mit der… Weiterlesen »
Staenkerer
22 Tage 16 h

scheint verdamm… rutschig zu wern im burggrafenamt… wenn de weiter so noch bozn schleimen noch müaßn se im summer a no einsandlen damit niemand ausrutscht!
jo, jo, de brggräfler schleimen bis bozn, de londhausfutzi bis rom u. rom schickt no a poor mehr wie geplant ba der freude de de gemeinden über de einwondrer hobn …

ivo815
ivo815
Superredner
21 Tage 20 h

Ein Gutes haben die Migranten auf alle Fälle. Sie heben den Südtiroler IQ im Durchschnitt doch gewaltig nach oben 😂

Staenkerer
21 Tage 19 h

@ivo815 stimmt nit! de druckns noch untn, denn des sein oanzig schlauen de im lond sein!

matthias_k
matthias_k
Universalgelehrter
21 Tage 2 h

@Staenkerer 
… wie es scheint hat ivo da was Wahres angesprochen, argumentierst du sogar in seinem Interesse 🙂 

raunzer
raunzer
Grünschnabel
22 Tage 18 h

Achtung Schleimspur!!!

peterle
peterle
Tratscher
22 Tage 19 h

Mal schauen wenn der erste Übergriff publik wird und die SVP vor den Wahlen steht.

Staenkerer
21 Tage 19 h

de wern nimmer aufkemmen je näher de wohln ruckn … wettn?
sem hearsch lei mehr von de gutn seitn…

schofkas
schofkas
Grünschnabel
22 Tage 5 h

Meine Frage passt nicht ganz zum Thema, hätte aber trotzdem eine Frage ! Warum wurde nichts berichtet über den tätlichen Angriff mit einem Messer auf zwei Carabinieri das sich am Donnerstag in der Kitas
Naturns zugetragen hat. Was wird hier wieder VERTUSCHT ??? War es ein Flüchtling, Ausländer oder sogar ein Einheimischer ?

ivo815
ivo815
Superredner
21 Tage 20 h

Vielleicht, weil das so nie stattgefunden hat??

hundeseele
hundeseele
Grünschnabel
20 Tage 4 h

..es wurde schon berichtet….nur leider sehr schnell wieder entfernt.
Man(Politik)will so wenig wie möglich solcher schlechter “Werbung” haben damit wir Bürger nix mitkriegen solln.In Naturns gibts vor jedem Geschäft solche”Facharbeiter” die mit dem Zug ankommen und ihre “Arbeit” erledigen wohlgemerkt vom Unterland.
Mal sehn wie die mit ihren “Kollegen” auskommen die schon bald auch in Naturns unterkommen sollen….Bürger von Naturns macht euch auf was gefasst!!!!

Breiti
Breiti
Neuling
22 Tage 5 h

An erster Stelle müssten einmal die Bürger, sprich Steuerzahler befragt werden, ob sie diese Einwanderung überhaupt wollen. Wenn man sich unter den Bürgern austauscht, sind die meisten
dagegen. Deshalb wird von Seiten der SVP/PD über die Köpfe der Bürger hinweg entschieden. Und das ist die größte Frechheit!!!!

fanalone
fanalone
Tratscher
22 Tage 2 h

…kultureller und wirtschaftlicher Mehrwert…danke, wär mir glatt entgangen.

enkedu
enkedu
Universalgelehrter
21 Tage 21 h

gell unglaublich… des sind unsere politischen vertreter.

Und im Bozner Bahnhofsviertel konnschter glatt eine Überdosis kulturellen und wirtschaftlichen Mehrwert holen.

WM
WM
Universalgelehrter
21 Tage 21 h

Mir war lieber des spar programm taten sie bei die politikergehälter innführen

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