„Abwanderung von qualifiziertem Personal ist das Problem“

Freiheitliche Kritik an der „Medical School“

Dienstag, 06. September 2016 | 17:02 Uhr

Bozen – Der sich stetig zuspitzende Ärztemangel lässt immer wieder eine alte Idee aufleben, nämlich die „Medical School“ bzw. eine medizinische Fakultät in Südtirol. Laut Medienberichten soll die Einrichtung nun konkret Gestalt annehmen. Der Freiheitliche Fraktionssprecher im Südtiroler Landtag, Pius Leitner, steht der „Medical School“ kritisch gegenüber und verortet in der Abwanderung der ausgebildeten Südtiroler Mediziner und Pflegekräfte die eigentliche Problematik, die eine sogenannte „Medical School“ nicht beheben könne.

„Die Landesregierung möchte zusätzliche Möglichkeiten der Medizinausbildung schaffen, da die Anzahl der Studienabgänger den künftigen zu erwartenden Bedarf nicht decken könne“, entnimmt Leitner einleitend aus den vorliegenden Unterlagen. „Eine weitere Ausbildungsstätte geht am eigentlichen Problem vorbei“, kritisiert der Freiheitliche Landtagsabgeordnete die Aussage der Landesregierung, „denn zunächst braucht es konkrete Maßnahmen gegen die Abwanderung von Ärzten und Fachpersonal.“

„Die hinreichenden Rahmenbedingungen für ein attraktives Arbeitsfeld an Südtirols Krankenhäusern und Gesundheitseinrichtungen müssen gegeben sein, damit unser Land im Wettbewerb ums Personal mithalten kann“, unterstreicht Pius Leitner. „Die Möglichkeit zur Forschung, der internationalen Austausch und der Zusammenarbeit sind unabdingbare Kriterien für die künftige Orientierung des Gesundheitswesens“, hält Leitner fest.

„Mit der Bündelung der vorhandenen Ressourcen und einer tiefergehenden Zusammenarbeit mit der Medizinischen Universität von Innsbruck wäre ein erster Schritt in die richtige Richtung getan“, betont der Freiheitliche Fraktionssprecher Leitner. „Für das akademische Jahr 2016/2017 haben 76 Südtiroler der deutschen und ladinischen Sprachgruppe einen Studienplatz für Human- bzw. Zahnmedizin in Österreich erhalten. Der Bedarf in Südtirol könnte gedeckt werden, wenn jährlich ein großer Teil der Absolventen in Südtirol zu praktizieren begänne“, erklärt Leitner.

„Derzeit sei – laut Landesregierung – von einer Konzepterstellung der ‚Medical School‘ die Rede, die einen Studiengang in Humanmedizin anbieten soll“, erklärt Pius Leitner mit Blick auf die Antwort auf seine Anfrage. „Derzeit sei Südtirol nicht bindend in das Projekt ‚Medical School‘ eingebunden. Es gebe aber Absprachen auf Basis eines Grundsatzbeschlusses der Tiroler Landesregierung vom Januar 2016. Ziel sei die rechtliche Prüfung und Konzepterstellung eines zusätzlichen universitären Studiengangs für Humanmedizin“, hält der Freiheitliche Fraktionssprecher abschließend fest mit der Aufforderung, zunächst den Fokus auf die Abwanderung von Personal zu legen.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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3 Kommentare auf "Freiheitliche Kritik an der „Medical School“"


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einstein
Grünschnabel
19 Tage 14 h

Die Abwanderung von qualifiziertem Personal geht eindeutig einher mit der Verunsicherungpolitik der aktuellen Regierung. Unter der amtierenden Landesrätin Stocker ist keine Besserung in Sicht.

giftzwerg
Grünschnabel
19 Tage 15 h

eine frage , wo kommen die krankenpfleger alle hin,  die in bozen studieren?  müssen wir sie für die schweiz ausbilden?

giftzwerg
Grünschnabel
19 Tage 15 h

eine frage , vo kommen die krankenpfleger alle hin die in bozen studieren?  müssen wir sie für die schweiz ausbilden?

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