Von: Ivd
Bozen – Die Abhängigkeit von ausländischen IT-Konzernen reduzieren, in europäische IT-Infrastrukturen investieren und junge Menschen für die digitalen Kompetenzen der Zukunft ausbilden – das sind die Hauptpunkte des Antrags, den Landtagsabgeordneter Paul Köllensperger in der nächsten Sitzung einbringen wird. „Heute liegt Europa im IT-Bereich vollständig in den Händen einiger amerikanischer Big Tech, und das gilt auch für Südtirol. Wir können es uns nicht leisten, nur passive Nutzer globaler Technologien zu sein: Wir müssen digital autonomer und unabhängiger werden“, sagte Paul Köllensperger bei der Vorstellung des Antrags.
Das Ziel des Vorschlags des Team K im Landtag ist es, die digitale Souveränität Südtirols zu stärken und die Abhängigkeit von US-amerikanischen Cloud-Diensten und digitalen Plattformen zu verringern, um nicht dauerhaft von Microsoft, Google usw. abhängig zu sein – eine potentiell sehr gefährliche Situation, insbesondere in Zeiten großer geopolitischer Spannungen wie derzeit. „Mit diesem Antrag wollen wir einen Impuls geben, damit Südtirol beginnt, Schritt für Schritt digital souveräner zu werden. Angefangen bei der Schule, die heute vollständig in den Händen von Microsoft liegt. Und es geht nicht nur um Technologie, sondern um Unabhängigkeit und Chancen für unsere Jugendlichen und Unternehmen“, betont der Erstunterzeichner Paul Köllensperger. Digitale Souveränität muss zu einer grundlegenden schulischen Kompetenz werden. „Die wichtigste Aufgabe der nächsten zehn Jahre wird es sein, junge Menschen zu sicheren, kreativen und verantwortungsvollen Gestaltern neuer Technologien zu machen. Wir stehen vor einem epochalen Wandel: Künstliche Intelligenz, Digitalisierung und Automatisierung verändern alles – die Arbeitswelt, die Demokratie und das Lernen. Südtirol hat die Chance, diesen Wandel nicht als passiver Beobachter zu erleben, sondern als Modellregion für verantwortungsvolle Innovation und talentorientierte Ausbildung.“
Der Antrag zielt darauf ab:
- die IT-Strategie der Provinz nach Möglichkeit auf europäische Plattformen auszurichten
- sicherzustellen, dass die Datenarchivierung in jedem Fall in Europa erfolgt
- digitale Souveränität als explizites Kriterium in öffentlichen Ausschreibungen für Plattformen und IT-Projekte einzuführen
- die Microsoft-Lizenzen in den Schulen schrittweise abzuschaffen und durch Open-Source-Lösungen zu ersetzen, die mit europäischen Cloud-Diensten zusammenarbeiten
- die digitalen Kompetenzen der Schüler zu stärken und digitale Souveränität schrittweise als Grundkompetenz einzuführen.




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