Begehrensantrag zur Stärkung der Rentengerechtigkeit

Gerechte Anerkennung von Erziehungs- und Pflegezeiten

Mittwoch, 11. März 2026 | 12:16 Uhr

Von: mk

Bozen – Erziehungs- und Pflegearbeit ist eine tragende Säule unserer Gesellschaft. Dennoch wird sie im derzeitigen Rentensystem nur unzureichend berücksichtigt. Das hat zumindest SVP-Parlamentarierin Renate Gebhard unterstrichen und dazu bereits 2018 einen Gesetzentwurf im Parlament eingebracht, der die rentenmäßige Anerkennung der Erziehungs- und Pflegezeiten vorsieht. Mit einem Begehrensantrag fordert SVP-Landtagsabgeordnete Waltraud Deeg nun die Verabschiedung dieses Gesetzentwurfes und damit eine gerechtere Anerkennung dieser Leistungen bei der Rentenberechnung.

„Nach wie vor übernehmen überwiegend Frauen den Großteil der Erziehungs- und Pflegearbeit. Das führt häufig zu Teilzeitarbeit oder Erwerbsunterbrechungen – mit der Folge, dass Frauen im Alter deutlich niedrigere Pensionen erhalten“, erklärt Deeg. Tatsächlich beziehen Frauen heute durchschnittlich nur etwa halb so hohe Altersrenten wie Männer. Die zuständigen Sozialversicherungsanstalten bestätigen seit Jahren eine erhebliche Rentenlücke zwischen den Geschlechtern.

Ursachen dafür sind unter anderem niedrigere Einkommen, häufigere Teilzeitbeschäftigung, längere Erwerbsunterbrechungen sowie strukturelle Hürden bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Besonders ins Gewicht falle dabei die unbezahlte Sorgearbeit: „Viele Frauen reduzieren ihre Erwerbstätigkeit oder unterbrechen sie, um Kinder zu erziehen oder pflegebedürftige Angehörige zu betreuen. Diese gesellschaftlich unverzichtbare Arbeit spiegelt sich im Rentensystem bislang nur unzureichend wider.“

Die vergangenen Jahre – insbesondere während der Covid-19-Pandemie – hätten laut Deeg deutlich gezeigt, wie stark familiäre Betreuungs- und Pflegeaufgaben auf den Schultern von Frauen lasten. „Tausende Frauen haben in dieser Zeit oft unsichtbar, unbezahlt und ohne ausreichende soziale Absicherung einen unverzichtbaren Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt geleistet“, betont die Landtagsabgeordnete.

Der Begehrensantrag des Südtiroler Landtages knüpft an einen Gesetzesentwurf an, den die SVP-Parlamentarierin Renate Gebhard bereits 2018 und erneut 2022 in Rom eingebracht hat. Dieser sieht vor, Erziehungszeiten im Rentensystem stärker zu berücksichtigen, indem das Renteneintrittsalter für erwerbstätige Mütter um ein Jahr pro Kind gesenkt wird.

„Die Anerkennung von Erziehungs- und Pflegezeiten ist keine Sonderleistung, sondern eine Frage der sozialen Gerechtigkeit“, unterstreicht Gebhard. Ziel sei es, strukturelle Benachteiligungen auszugleichen, weibliche Altersarmut vorzubeugen, echte Gleichstellung auch im Ruhestand und somit ein würdiges Altern zu ermöglichen.

Mit dem Begehrensantrag fordert der Südtiroler Landtag daher die italienische Regierung und das Parlament auffordern, den entsprechenden Gesetzesentwurf von Renate Gebhard zu genehmigen und weitere Maßnahmen auf den Weg zu bringen, um Erziehungs- und Pflegearbeit rentenmäßig besser abzusichern und der Erwerbsarbeit stärker gleichzustellen.

„Sorgearbeit hält unsere Gesellschaft zusammen. Es ist höchste Zeit, dass sich diese Leistung auch in der Alterssicherung widerspiegelt“, so Deeg und Gebhard abschließend.

Bezirk: Bozen

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