Kommentar

„Gott sei Dank!“: Neckereien oder tiefer Bruch?

Donnerstag, 16. Februar 2017 | 09:26 Uhr

Bozen – Die kleine Polemik um die österreichische Skirennläuferin Stephanie Venier, die bei der Medaillenparty während des Tirolerliedes dem „von dir gerissen wurde Südtirol“ ein wenig schmeichelhaftes „Gott sei Dank!“ zufügte, zeigt mal wieder, wie stark die Empfindlichkeiten und wie tief die Wunden im Verhältnis zwischen Süd- und Nordtirolern sind.

Gibt es noch so etwas wie Herzblut diesseits und jenseits des Brenners oder ist das Miteinander mittlerweile einem Nebeneinander aus Neid, Missgunst und Geschäftemacherei gewichen? Handelt es sich beim „Gott sei Dank!“ um eine Neckerei, wie sie auf Volksfesten gerne vorkommt oder ist es Ausdruck eines tieferen Bruches und einer Entfremdung, die mit jedem Jahr größer anstatt kleiner wird?

Der Eindruck entsteht, dass es zwischen Nord- und Südtirol oft hakt und dass – abgesehen von Sonntagsreden und wohlmeinenden Absichtserklärungen – nichts weitergeht. Die Polemik rund um die Flüchtlinge und das eventuelle Sperren des Brenners hat den Graben noch weiter vertieft.

Es geht nicht darum, ob sich eine 23-jährige Skiläuferin entschuldigt, oder nicht. Es geht darum, dass Bozen und Innsbruck wieder miteinander reden, gemeinsam Probleme angehen, Rom und Wien eigene Vorschläge unterbreiten und der toten Europaregion Tirol wieder neues Leben einhauchen. Der nötige Spielraum ist vorhanden, sofern man ihn nutzen will.

Ansonsten wird für die Südtiroler Nordtirol kaum mehr als ein Einkaufszentrum und eine Tankstelle sein und umgekehrt wird man sich freuen, dass „die“ nicht mehr dabei sind. Wollen wir das?

Von: ka

Bezirk: Bozen

Kommentare

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35 Kommentare auf "„Gott sei Dank!“: Neckereien oder tiefer Bruch?"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
Gagarella
Superredner
1 Monat 10 Tage
Siedtiroul. So schreibe ich Süd-Tirol, wenn Süd-Tiroler, es aussprechen, Siedtiroul. Südtirol hat sich von Tirol distanziert und hat einen eigenen Wappen-Adler gebraucht. Die Süd-Tiroler Landesregierung hat sich von Tirol distanziert und kennt das Andreas Hoher Lied nicht als Offizielle gemeinsame Landeshymne an. Süd-Tirol tut rein gar nichts was das zusammenleben der drei getrennten Teile Nord-Ost-Süd-Tirol betrifft. Europa-Region Tirol ist eine leere Worthülse. Süd-Tirol schaut Lieber nach Rom, als nach Wien. Süd-Tiroler-innen tragen grün,weis rot, und nicht rot, weis, rot. Süd Tiroler sind Rosinenpicker, und immer die Besten, die größten, die schnellsten, einfach gesagt, das Herz dieser Welt. Davon sind sie… Weiterlesen »
matthias_k
Universalgelehrter
1 Monat 10 Tage

……. dank Leuten, die durch demokratische Werte es geschafft haben offene Grenzen in ganz Europa zu etablieren, steht es dir frei zu leben wo du willst; doch wer über seine eigenen Landsleute so hart austeilt, und das NUR weil sie andere Meinung haben als du, der braucht sich nicht wundern dass es wenige Südtiroler intressieren wird, wo du wohnen und leben willst oder wirst. 

horst777
Grünschnabel
1 Monat 10 Tage

In einigen Jahrzehnten werden die Nachkommen in diesem Land fragen wo ihre Wurzeln geblieben sind. Ihnen wird auffallen, das ihnen etwas wichtiges fehlt. Einige wenige werden noch eine Geschichte zu erzàhlen haben, eine Geschichte von damals und ein Stück Lebensweisheit Beständigkeit welche von Vater an Sohn weiter gegeben worden ist ein Stück Kulturgeschichte ein Stück tiroler Geschichte aus dem sie entstanden sind wohlwissend dass morgen ein neues Geschlecht das Erbe ihrer Väter antreten wird, seiner Sendung bewusst, das Erbe zu erhalten und zu gestalten und es ungeschmälert wieder an die Nachkommen weiterzugeben.

alla troia
Tratscher
1 Monat 10 Tage

Oh wie war gagarella, du sprichst mir aus der Seele

tucano2
Grünschnabel
1 Monat 9 Tage

schon andere haben mit dem “jetzt kehre ich südtirol den rücken” und sind doch geblieben oder wieder gekommen! mensch, gehe! ich muss immer wieder staunen wieviel es Ewig-gestrige gibt!

tucano2
Grünschnabel
1 Monat 9 Tage

@alla troia wahr mit H bitte! Grosse klappe aber nicht imstande in der eigenen Sprache korrekt zu schreiben!

Realist0604
Neuling
1 Monat 9 Tage

@horst777 In hoffentlich nicht erst Jahrzehnten werden sich die Südtiroler als Südtiroler in Italien und als Europäer empfinden. Sie werden sich die Geschichten Ihrer Großväter und Väter ohne geschichtsverfälschende Hintergedanken anhören.
Mensch, wie verklemmt sind diese Südtiroler, denen es so gut geht, denen es im Gegensatz zu vielen Milliarden Menschen auf dieser Erde an nichts fehlt. Und die sich, in Ermangelung richtiger Probleme stets damit beschäftigen was vor 90 Jahren als normaler Vorgang der Geschichte stattgefunden hat. Schämt euch……  

horst777
Grünschnabel
1 Monat 9 Tage

Da gebe ich dir Recht Realist. Sind wir das wirklich Europaer sind wir den nicht schon längst Weltbürger? Welche Werte sollen wir unserer nächsten Generation weitergeben? Welchen Glauben? An was sollen sie sich orientieren und wo finden sie halt? Das macht eine Kultur schließlich aus. Deshalb hängen viele an der Geschichte Tirols und auch daran das die Teilung ein Unrecht war. Vlt ist es auch grechtfertig zu singen Gott sei dank, den im Lied geht es um Treue um Treue zu den Werten einer Gemeinschaft von nord ost und süd tirolern.

raunzer
Grünschnabel
1 Monat 9 Tage

Reisende sollte man ziehen lassen.

alla Vagga
Tratscher
1 Monat 8 Tage

@tucano2 Klappe bitte groß schreiben…

m. 323.
Grünschnabel
1 Monat 8 Tage

@alla troia ihr werdet uns nicht fehlen…sollen wie uns noch Entschuldigen…für so was blödes..daß ist unterstes Niveau…

ExSuedtiroler
Grünschnabel
1 Monat 8 Tage

@tucano2 Bin vor Jahren raus aus dem Bananenstaat und -Land. War einer der besten Entscheidungen in meinem Leben.
Schönes Land – böse Leut ohne Rückgrad!

Queen
Grünschnabel
1 Monat 8 Tage

@tucano2 er will in a onderes deutschsprachiges Lond, vielleicht konn er sem is H weglossn..:-)))

alla troia
Tratscher
1 Monat 7 Tage

@tucano2 ja Herr Professor, aber dann Klappe auch Groß schreiben, mit großem K

alla troia
Tratscher
1 Monat 7 Tage

@Queen ja vielleicht, alles ist möglich

genau
Superredner
1 Monat 7 Tage

@Realist0604
Du sprichst mir aus der Seele!!
Die Minusdrücker sollten mal die Scheuklappen abnehmen!

Mastermind
Grünschnabel
1 Monat 6 Tage

@tucano2 Schau dir die Statistik an, dann nimmst du es gerne zurück den Blödsinn, denn du schreibst. Südtiroler gehen Jahr für Jahr weg und wer es schafft ein Leben sich sonst wo aufzubauen, bleibt auch da. Kaum einer kommt zurück und mit Gestrigkeit hat es nichts zutun, Gagarella hat nur die Wahrheit ausgesprochen, die sich andere nicht eingestehen wollen. Südtirol und der Großteil der Bevölkerung interessiert sich einen Scheiß, um die Vergangenheit und um Tirol. Mir hat gefallen was Elmar Thaler zum Tiroler sein gesagt hat, denn die Mehrheit in Südtirol entspricht dem nicht mehr.

Mastermind
Grünschnabel
1 Monat 6 Tage

@ExSuedtiroler Habe ebenfalls schon lange hinter mir, komme zwar jedes Monat mal wieder zurück, wegen meinem Bruder, aber die Leute sind wirklich ohne Rückgrad, nur auf Profit aus. Von jeden italienischen höheren Beamten wird der Stiefel geleckt, wenn es ein paar Vorteile dafür auf der anderen Seite gibt.

IchSageWasIchDenke
Grünschnabel
1 Monat 6 Tage

@Gagarella

Genau deiner Meinung, besser hätt ichs auch nicht schreiben können…

mika
Grünschnabel
1 Monat 10 Tage
Es gibt keine besondere Beziehung zwischen Nord- und Südtirol mehr. 100 Jahre Trennung waren zu viel. Die Österreicher sind so ganz anders von ihrer Kultur her. Ich habe selbst in Innsbruck mit Leuten gesprochen, die gar nicht wussten, dass Südtirol früher nicht zu Italien gehörte. Da gibt es kein Interesse mehr an irgendwas. Das “Gott Sei Dank” kommt einfach nur aus der zum heutigen Zeitgeist gehörenden krankhaften Verachtung von Heimat und Volk und Tradition. Eine Verachtung, die die jüngeren Generation stolz vor sich herträgt! “Deutschland verrecke” heißt es in Deutschland oft, oder “Deutschland du mieses Stück scheisse”. Und entsprechend sieht… Weiterlesen »
genau
Superredner
1 Monat 10 Tage

bla bla bla volk jaja langweilig tradition blublu

mika
Grünschnabel
1 Monat 10 Tage

@genau daumen runter für dich. 

horst777
Grünschnabel
1 Monat 11 Tage

Traurig aber wahr das wir uns immer weiter von Tirol distanzieren. Die Volkstumskultur musste einer einkehrenden Wirtschaftskultur weichen. Habgier, Neid und Missgunst sind die unmittelbaren Folgen unserer lang ersehnten Wohlstandsnation. Tradition Brauchtum und Glauben sind lange schon zweckentfremdet und mehr Schein als Sein. Viel ist nicht mehr übrig von unserer verkauften Heimat. Versuchen wir wenigstens das zu erhalten was uns noch geblieben ist.

mandorr
Grünschnabel
1 Monat 10 Tage

Nach all den unbesonnenen Aktionen einiger Gruppen ist die Sympathie für Südtirol im Sinkflug.
Gratulation!

raunzer
Grünschnabel
1 Monat 10 Tage

Auf diese Sympathie kann ich verzichten.

Solbei
Tratscher
1 Monat 9 Tage

Gott sei Dank daß mir nimmor dorzua kearn.

alla troia
Tratscher
1 Monat 10 Tage

so lang diese SVP am Ruder ist, wundert mich gar nichts mehr

Neumi
Superredner
1 Monat 10 Tage

Bozen und Innsbruck haben keine gemeinsame Kompetenzen, in Innsbruck wird die Gegend südlich des Brenners bereits als Feindbild verkauft. Was soll man da gemeinsam angehen?

Kurt
Universalgelehrter
1 Monat 9 Tage

Der Autor des Liedes, der Nordtiroler Florian Pedarnig tut mir leid. Ich weiß mit wie viel Herzblut er das Lied verfasst hat und wie traurig er über diese parodistische Verbalhornung ist😉

Popeye
Tratscher
1 Monat 9 Tage

Nordtirol lebt im Jahr 2017, Südtirol nicht, und das erklärt alles.

wanderratte
Neuling
1 Monat 10 Tage

Kenne viele Südtiroler die ebenfalls “Gott sei Dank” singen und noch mehr die es sich denken. Am lautesten singen jene die vom doppelt so reichen Landeshaushalt profitieren.

Baduila
Tratscher
1 Monat 9 Tage

Im Namen Gottes wurde das Land Tirol bestimmt nicht geteilt.

Dublin
Universalgelehrter
1 Monat 10 Tage

…was sich liebt, das neckt sich…😂

MayerSepp
Grünschnabel
1 Monat 8 Tage

Es gibt nur ein Tirol. Wir sollten es achten und lieben.

Norbi
Tratscher
1 Monat 10 Tage

Am besten ausgekommen sind früher die Grenzbeamten also Carabinieri, Polizia und Finanzer mit ihren Kollegen von der anderen Seite der Grenze. diese treffen sich soviel ich weiß immer noch einmal im Jahr auch wenn schon in Pension zu einen gemütlichen Abendessen.  

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