Verbraucherschützer fordern strenge Kontrollen

Greenwashing-Verbot tritt im Herbst in Kraft

Donnerstag, 18. Juni 2026 | 09:58 Uhr

Von: luk

Bozen- Ab dem 27. September gelten in Italien und der gesamten Europäischen Union strengere Regeln gegen sogenanntes Greenwashing. Unternehmen dürfen dann Umwelt- und Nachhaltigkeitsversprechen wie „klimaneutral“, „umweltfreundlich“ oder „100 Prozent kompostierbar“ nur noch verwenden, wenn diese nachweisbar und überprüfbar sind.

Darauf weist der Südtiroler Verbraucherschutzverein Robin in einer Aussendung hin. Hintergrund ist die Umsetzung der EU-Richtlinie „Empowering Consumers for the Green Transition“ in italienisches Recht. Ziel der neuen Bestimmungen ist es, Verbraucher besser vor irreführenden Umweltversprechen zu schützen.

Künftig gelten pauschale Aussagen über ökologische Vorteile eines Produkts ohne wissenschaftliche Grundlage als unlautere Geschäftspraktik. Auch Nachhaltigkeitssiegel dürfen nur noch verwendet werden, wenn sie auf anerkannten oder unabhängig zertifizierten Systemen beruhen. Verboten werden zudem Klimaneutralitätsversprechen, die ausschließlich auf CO₂-Kompensationsmaßnahmen basieren.

Für die Kontrolle ist die italienische Wettbewerbsbehörde AGCM zuständig. Bei Verstößen drohen Unternehmen empfindliche Strafen von bis zu zehn Millionen Euro oder vier Prozent des Jahresumsatzes.

Der Verbraucherschutzverein Robin begrüßt die neuen Vorgaben, fordert jedoch eine konsequente Überwachung des Marktes. Gesetzliche Regeln seien nur dann wirksam, wenn sie auch durchgesetzt würden. Zudem müsse für Konsumenten klar ersichtlich sein, welche Nachhaltigkeitszertifikate tatsächlich anerkannt seien.

Zur Begründung verweist Robin auf Zahlen der Europäischen Kommission. Demnach sind mehr als die Hälfte aller Umweltaussagen in Europa vage, irreführend oder nicht ausreichend belegt. Gleichzeitig würden laut einer aktuellen Studie 77 Prozent der italienischen Verbraucher den Nachhaltigkeitsversprechen von Unternehmen nur noch wenig Glauben schenken.

Die Verbraucherschützer sehen die neuen Vorschriften daher als wichtigen Schritt für mehr Transparenz und fairen Wettbewerb. Gleichzeitig appellieren sie an die EU, die Arbeiten an einer noch strengeren Regelung für Umweltwerbung wieder aufzunehmen. Diese war zuletzt auf europäischer Ebene gestoppt worden.

Bezirk: Bozen

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