"Diese Krise begleitet uns auch nach Corona"

Grüne kämpfen für mehr Artenschutz

Dienstag, 02. März 2021 | 15:36 Uhr

Bozen – Die Corona-Pandemie hat uns alle im Griff und es ist notwendig, alle Kräfte zur Überwindung dieser Gesundheits-, Wirtschafts- und Sozialkrise zu bündeln. Andere Krisen wie die Klima- oder Biodiversitätskrisen sind in der öffentlichen Wahrnehmung in die zweite Reihe getreten. Das schreiben die Grünen in einer Aussendung. “In Wirklichkeit werden uns diese Krisen auch nach Corona noch sehr lange beschäftigen und deshalb dürfen wir sie nicht aus den Augen verlieren. Daran erinnert uns der Tag des Artenschutzes, der am Mittwoch, 3. März begangen wird.”

“Seit vielen Jahren weisen Fachleute darauf hin, dass der Artenschutz in Südtirol völlig unzureichend funktioniert. Es gibt zwar ein Gesetz zum Schutz der wild lebenden Pflanzen- und Tierarten, das aber im Ernstfall von der Landesregierung ignoriert wird. Ein trauriges Beispiel gab es vor zwei Jahren in Olang, wo mit einer Baugenehmigung des Bürgermeisters ein seltenes Hangmoor entwässert und damit vernichtet wurde. Obwohl die zuständigen Landesbehörden rechtzeitig informiert wurden, haben sie die Zerstörung von seltenen Pflanzen- und Tierarten nicht verhindert. So kann und darf Artenschutz nicht funktionieren”, so die Grünen.

“Tourismus, Bauboom und intensive Landwirtschaft setzen den wild lebenden Pflanzen und Tieren in Südtirol arg zu. Durch chemisch-synthetische Pestizide gehen die Bestände an Insekten und Wildbienen stark zurück. Auch die Honigbiene ist in Südtirol in Gefahr, viele Völker sind durch Pestizide dermaßen geschwächt, dass sie durch zusätzliche Stressfaktoren wie Kälte, Nässe oder den Parasiten Varroa zugrunde gehen”, heißt es weiter.

„Artenschutz ist kein Luxus“, sagt der Landtagsabgeordnete von den Grünen Hanspeter Staffler, „sondern die Einsicht, Tieren und Pflanzen ein Recht auf Leben und auf eine gesunde Umwelt einzuräumen“. Auf der politischen Agenda der Grünen stehe Artenschutz ganz oben. Eine bessere Umsetzung des Naturschutzgesetzes, umfassende Aufklärung der Bevölkerung und die Ökologisierung der Landwirtschaft seien die wichtigsten Hebel für mehr Artenschutz.

Von: luk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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3 Kommentare auf "Grüne kämpfen für mehr Artenschutz"


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bern
bern
Universalgelehrter
1 Monat 11 Tage

Liebe Grünen, die Insektenpopulation geht nicht aufgrund der intensiven Landwirtschaft zurück, sondern aufgrund von Verstädterung, Lichtverschmutzung und Handystrahlung.
Beweise: in der Südtiroler Landwirtschaft wurde vor 30 Jahren genauso intensiv gewirtschaftet und das mit viel stärkeren Pflanzenschutzmitteln. In Südtirol werden nur 6% der Fläche landwirtschaftlich intensiv genutzt. Im Rest der Welt gibt es auch viele Orte ohne landwirtschafliche Nutzung, an denen die Insektenpopulation zurückgeht.

Guennl
Guennl
Tratscher
1 Monat 11 Tage

Ich beseitige die GElsen immer mit einem Handyanruf. Funktioniert auf Absurdistan auch.

schlauer
schlauer
Tratscher
1 Monat 11 Tage
Apropo zerstörtes Hangmoor in Olang das im Text erwähnt wird….. In Brixen soll ja der Auwald für die Erweiterung der Industriezone gerodet werden. Auch darin leben Tier- und Pflanzenarten die laut Landesgesetz Nr. 6/2010 eigentlich geschützt sind. Und trotzdem ist die Bauleitplanänderung bereits in vollem Gange bzw. alles bereits im Vorfeld zwischen der Stadtverwaltung Brixen und der Landesregierung beschlossen! Und die dafür angekündigten Ausgleichsmassnahmen sind eine reine Gewissensberuhigung. Fazit: den Artenschutz gibt es in Südtirol auch nur auf dem Papier und im Endeffekt geht es dann doch immer nur um das mehr und mehr bzw. um den vermeintlichen Fortschritt! Und… Weiterlesen »
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