"Auch Südtirol braucht neue Strategien"

Grüne: “Klima kennt keinen Ferragosto”

Donnerstag, 12. August 2021 | 12:13 Uhr

Bozen – “Südtirol hat sich noch nicht wirklich der Klimadiskussion gestellt, sondern will sich eher daran vorbeimogeln”, so die Grünen im Südtiroler Landtag.

Kürzlich wurde der erste Teil des sechsten Sachstandsberichts des IPCC veröffentlicht. Die Prognose für die Zukunft fällt noch düsterer als erwartet. Die Erderwärmung wird mit rasanter Geschwindigkeit voranschreiten und die Auswirkungen der Klimakatastrophe werden immens und erdrückend sein.

„So schlimm diese Nachrichten sind, sie dürfen uns nicht lähmen, sondern müssen zu unmittelbarem Handeln führen“, so die grünen Landtagsabgeordneten Foppa, Dello Sbarba und Staffler. „Gerade in diesem Sommer mit verheerenden Extremsituationen auch in Europa wird der Ernst der Lage wohl allen bewusst. Es wurde – wird zum Teil immer noch – versucht, die Erderwärmung auf wirtschaftliche oder ökologische Teilbereiche einzugrenzen oder sie gar zu leugnen. Dabei geht es um das Überleben des Planeten und der Menschen, die ihn bevölkern.“

“Die Klimakatastrophe wird im Bericht als umfassende Krise gezeichnet. Diese Sicht erfordert auch ganzheitliche Herangehensweisen, um ihre Auswirkungen zu bekämpfen. Soft verpackte Aufrufe zur Nachhaltigkeit sind allzu wohlfeile Slogans und ohne Wirksamkeit, wenn sie nicht auf klaren Handlungsanweisungen und Fristen fußen. In diesem Sinne haben wir das Strategiepapier zur nachhaltigen Entwicklung der Landesregierung kritisiert”, bestätigen die grünen Abgeordneten. “Es beschränkt sich auf eine vorsichtige Aktualisierung des Klimaplans. Wir erinnern aber auch daran, dass der derzeitige Klimaplan aus dem Jahr 2011 stammt. Zehn Jahre schleppender Umsetzung, davon acht unter LH Kompatscher, das sind, wir wiederholen es, Äonen verpasster Gelegenheiten im Klimaschutz.”

Der CO2-Fußabdruck von Südtirol sei kaum besser als der umliegender Regionen. “Durchschnittlich emittiert jede in Südtirol lebende Person knapp 7,4 Tonnen CO2 im Jahr. Bis 2050 sollen dies auf 1,5 t gesenkt werden – ein Ziel, das Anstrengungen erfordert, die lieber verschwiegen werden. Welche Strategien hat das Land hierzu? Wissen die Menschen in Südtirol, wie ihr CO2-Ausstoß um vier Fünftel verringert werden soll? Wie muss sich das Leben der Bürger verändern? Der Eindruck ist der, dass sich Südtirol noch nicht wirklich der Klimadiskussion gestellt hat, sondern sich eher daran vorbei mogeln will. Das wird aber dringend notwendig und vermutlich auch schmerzhaft sein”, so die Grünen.

“Wohnen, Ernährung, Mobilität bilden das Dreieck, in dem Klimaschutz gestaltet wird, oder eben auch nicht. In diesen strategischen Bereichen erwarten sich die kommenden Generationen klare Vorgaben für die Veränderung. Sonst bleibt Enkeltauglichkeit zwar ein schönes, aber auch hohles Wort. Wir raten der Landesregierung dringend, zur Frage der Klimastrategien einen Gipfel der Wirtschafts- und Sozialpartner einzuberufen. Das spürbare Problembewusstsein und die Lösungsansätze, die etwa der Präsident des Unternehmerverbands mit sich bringt, muss breit verankert werden. Dem soll auch eine aktuelle Debatte dienen, zu der die Grünen im Herbst im Landtag auffordern werden. Die Uhr läuft, es gilt, keine Zeit mehr zu verlieren”, so die Grünen.

Mair: „Ja zu sachlicher Debatte – Nein zu Angst- und Panikmache“

Die freiheitliche Landtagsabgeordnete Ulli Mair begrüßt den Vorschlag der Grünen Landtagsfraktion, im Herbst eine Aktuelle Debatte zum Thema „Klimawandel“ im Südtiroler Landtag abzuhalten und regt gleichzeitig eine Anhörung der Wirtschafts- und Sozialpartner mit allen Abgeordneten an.

Ziel sollte es sein, den derzeitigen Klimaplan den Herausforderungen anzupassen und im Rahmen der Zuständigkeiten des Landes tätig zu werden sowie Strategien zu entwickeln, so Mair.

„Die zu treffenden Maßnahmen sind auf jeden Fall darauf auszurichten, dass die ökologische, ökonomische und soziale Komponente entsprechend berücksichtigt wird. Wie die aktuelle Diskussion in der Impffrage zeigt, ist eine weitere Spaltung der Gesellschaft – hier Gute, dort Böse – zu verhindern und eine sachliche Debatte, ohne Angst und Panikmache unter Berücksichtigung wissenschaftlicher Erkenntnisse anzustreben“, erklärt Mair in einer Aussendung.

Von: luk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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6 Kommentare auf "Grüne: “Klima kennt keinen Ferragosto”"


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Amadeus
Amadeus
Tratscher
1 Monat 5 Tage

Ich glaube nicht, daß die Menschheit beim Klimawandel noch etwas positives bewirken kann, das ist Jahrzehnte zu spät. Ab jetzt diktiert uns die Natur das zukünftige Leben. Ohne Diskussion und knallhart. Aber der Mensch ist sehr flexibel und wird/muß alles annehmen was kommen wird und das Beste daraus machen.

meinungs.freiheit
meinungs.freiheit
Superredner
1 Monat 5 Tage

Denke auch so.
Es wird mehr Invstitionen in den Schutz der Bevölkerung brauchen.

no Mask
no Mask
Neuling
1 Monat 5 Tage

aber ja, vom so genannten Klimawandel kann man ja viel Geld verdienen und die Menschheit für blöd verkaufen. Ich nur HAARP 😉

ahiga
ahiga
Superredner
1 Monat 5 Tage

hätten wir alles geld, was wir weltweit in kriege, bomben, bomber, atomboote usw investiert hätten, in die umwelt investiert, bzw hätten den schmarrn einfach gelassen, wären wir dem klimawandel devinitv voraus..
aber liebe frau foppa..der planet überlebt das schon mal ganz locker. ..so oder so.

sophie
sophie
Universalgelehrter
1 Monat 5 Tage

Für die jetztige Situation des Klimas ist es schwierig noch was zu ändern, aber trotzdem muss man etwas dagegen unternehmen einiges ändern, es wird sehr wohl für die heutigen Kinder und Nächsten Generationen wichtig sein,dass sich vieles in Sachen Umweltschutz ändern muss🌞🌹🌏

DontbealooserbeaSchmuser
1 Monat 5 Tage
“Durchschnittlich emittiert jede in Südtirol lebende Person knapp 7,4 Tonnen CO2 im Jahr. Bis 2050 sollen dies auf 1,5 t gesenkt werden” “Wohnen, Ernährung, Mobilität” Wohnen? Wieviel soll bei den Klimahaus A+ noch eingespart werden? Neue Häuser müssen nach dem Willen der Agentur gebaut werden. Ernährung? Verbote und Eingriffe in die Individualität der Menschen, mehr nicht. Mobilität? Die Batterieautos sind nicht weniger Umweltschädlich als moderne Diesel. Bahn ist Teuer und Fliegen nach Sizilien kostet 16€ …. China allein stößt mehr CO² aus als alle anderen Industrieländer zusammen, die Zahlen steigen weiter. Jeglicher Aktionismus der Grünen und anderer Parteien ändert nur… Weiterlesen »
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