Der 22. April ist Tag der Erde

Grüne: Naturschutz braucht einen eigenen Gerichtshof

Donnerstag, 22. April 2021 | 07:57 Uhr

Bozen – Der Tag der Erde am 22. April erinnert seit Jahrzehnten einerseits an die Umweltzerstörung und andererseits auch an die zahlreichen Umweltorganisationen. Dieser Tag wird auch als „Tag der Mutter Erde“ oder als „Tag der Schöpfung“ begangen.

Obwohl es seit vielen Jahren ein weltweites Einverständnis dafür gibt, dass die Erde enorm unter den menschlichen Aktivitäten leidet, haben sich die großen Krisen laufend verschlimmert. Klima- und Biodiversitätskrise sind Ausdruck eines ausbeuterischen Umgangs mit unseren Mitgeschöpfen.

„Viele Maßnahmen, die Wirtschaft ökologischer zu gestalten, sind in Wirklichkeit gescheitert“, sagt der Grüne Landtagsabgeordnete Hanspeter Staffler. Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen würden seit Jahrzehnten davor warnen, dass wir auf diese Art und Weise unsere Erde ruinieren. Die Ausbeutung der Meere, die Zerstörung der Regenwälder und die Vergiftung von Agrarlandschaften hätten trotz aller Warnungen nie gekannte Ausmaße erreicht.

Man sehe tagtäglich, dass politischen Entscheidungsträger in der Landesregierung oder in den Gemeinden wirtschaftlichen Interessen meistens den Vorrang geben würden. „Ob Seilbahn- oder Kraftwerksbauten, ob Schottergruben oder Baggerarbeiten auf landwirtschaftlichen Flächen, Natur und Landschaft ziehen bei uns meistens den Kürzeren“, sagt Hanspeter Staffler.

Da die bisherigen Gesetze zahnlos seien, müssten neue Wege beschritten werden: „Um der Natur zu ihrem Recht zu verhelfen, braucht es einen eignen Gerichtshof für Naturrecht, welcher untätige Regierungen bestrafen kann. Leider hat sich herausgestellt, dass Sensibilisierungsmaßnahmen, Ausbildung und Forschungsergebnisse von vielen politischen Entscheidungsträgern immer noch ignoriert werden. Die Regierungen müssen also von einem Gerichtshof für Naturrecht gezwungen werden können, Mitgeschöpfe und Natur zu respektieren.“

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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17 Kommentare auf "Grüne: Naturschutz braucht einen eigenen Gerichtshof"


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bern
bern
Universalgelehrter
21 Tage 10 h

Zuerst müssen die Grünen mal verstehen, warum die Insektenanzahl zurückgeht. Die Bauern spritzen gegenwärtig deutlich weniger Pflanzenschutzmittel
als vor 30 Jahren. Die Insektenanzahl ging auch in Gebieten zurück, wo
es überhaupt keine Landwirtschaft gibt. Die Insekten gehen zurück wegen Verbauung, Lichtverschmutzung und Handystrahlen.

Soundgeist
Soundgeist
Grünschnabel
21 Tage 10 h

All diese Faktoren gehen Hand-in-Hand einher. Die Intensive, monokulturelle und “integrierte” Landwirtschaft (dessen Produktionstyp auch unser Hof angehört) haben aber aus meiner Sicht trotzdem noch die größte Schuld.

peterle
peterle
Universalgelehrter
21 Tage 7 h

Die Bringschuld liegt weiterhin bei den an oder besser gesagt verbauten Agrarflächen. Hier werden Pestizide onmass ausgebracht welche der Natur der Insekten und Kleinstlebewesen den sicheren Tod bringen.
Biene Maia und Flip bekommen zwar weniger oft die tödliche Dusche ab, es erfolgt aber konzentrierter.

bern
bern
Universalgelehrter
21 Tage 7 h

@Sound
wir bewirtschaften in Südtirol nur 6% der Fläche intensiv !!! In Worten: sechs Prozent! Google mal das Wort Monokultur. Südtirol hat keine Monokultur, da wir Wein, Obst, Milch usw. produzieren.

Soundgeist
Soundgeist
Grünschnabel
21 Tage 6 h

Viele Monokulturen verteilt auf so einem großem Gebiet sind immer noch Monokulturen. Google du mal das Wort Permakultur.

Aurelius
Aurelius
Universalgelehrter
21 Tage 5 h

Bern
du machst es dir zu einfach. Insektizide tragen sowohl zum Insekten sterben dazu

Chriss
Chriss
Grünschnabel
21 Tage 5 h

@bern
ich weis nicht ob sie vor lauter Bäume den Wald nicht mehr sehen?!?
Also wenn hier in Südtirol nicht Monokultur (Obstbau/Weinbau) betrieben wird, dann waren sie nie außer Landes. Ein Baum reiht sich nach dem anderen. Und ihr Flächenvergleich ist sowas von haltlos. Traurig ist das die Monokultur dort betrieben wird wo am meisten Menschen in Südtirol leben! Zu Zeit riecht man es täglich was dies Monokultur uns bringt. Nur gut das man Masken tragen muss, ist man wenigstens etwas geschützt.

StreetBob
StreetBob
Superredner
21 Tage 4 h

@peterle
Bitte um Beweise bzw. Links zu den Aussagen, damit i des on die entsprechenden Stellen weiterleiten konn…. Danke

shanti
shanti
Tratscher
21 Tage 10 h

Naturschutz braucht weniger Monokultur !!

bern
bern
Universalgelehrter
21 Tage 7 h

@shanti
Monokultur heißt: eine ganze Region produziert nur EIN Produkt. Südtirol produziert Wein, Obst, Milch….. und der Wald steht auch nur ein paar Kilometer weiter. Jeder Fliege kann sich in Südtirol die Kulturart aussuchen, da es im Umkreis von wenigen Kilometern viele unterschiedliche Kulturen gibt.
Wer den Planeten retten will, der muss das Abbrennen des Regenwaldes stoppen.

Oracle
Oracle
Tratscher
21 Tage 5 h

Was ist schon Monokultur? Ein Dorf voller Häuser auch, oder? Warum muss man jeden Gehsteig und jede Strasse, jeden Parkplatz asphaltieren? Brauchen wir auf den Fussballfeldern, auf den Spielplätzen, im Freibad einen perfekt gemähten Rasen? Jeder kann dazu beitragen, ohne gleich auf den Obstbau zu zeigen, der vielleicht 6% der Fläche ausmacht.

wellen
wellen
Universalgelehrter
21 Tage 9 h

Den Gerichtshof braucht es unbedingt. Auch den Naturschutz in die Verfassung, wie derzeit diskutiert. Dem Menschen fehlen biologisch jede Hemmungen, den Planeten auszubeuten. Man erinnert sich an die Spülungen der Stauseen, die in 2 Wochen jedes Leben in unseren Flüssen vernichtet haben.

halihalo
halihalo
Superredner
21 Tage 9 h

wir Menschen müssten lernen mehr mit der Natur zu leben …zur Zeit passiert leider das Gegenteil…kurzfristige Profite sind leider immer noch wichtiger , vielleicht wäre so ein Gerichtshof wirklich von Nöten ,aber solange das nur die Grünen fordern wird wenig passieren

Soundgeist
Soundgeist
Grünschnabel
21 Tage 10 h

Unsere Politiker werden immer den Ökonomischen Weg wählen. Geld regiert die Welt. Man muss aber auch begreifen, dass Förderungen und Forschungen im Bereich ökologischer Alternativen die Zukunft sind und somit auch lukrative INVESTITIONEN sind.

Faktenchecker
21 Tage 6 h

Wir brauchen eine grüne Landesregierung!

schlauer
schlauer
Tratscher
21 Tage 7 h

Im Text steht dass politische Entscheidungsträger meist der Wirtschaft den Vorrang geben….
Ein passendes aktuelles Beispiel: in Brixen hat die Stadtregierung bereits beschlossen den Auwald zu roden und damit einem Industriegebäude der Firma Progress zu opfern. Und die Landesregierung wird dem sowieso auch zustimmen. Trotz der schönen Sonntagsreden jahraus jahrein in bezug auf Biodiversität Artenschutz usw.
Ich kann diese Schönrederei gar nicht mehr hören!

pfaelzerwald
pfaelzerwald
Universalgelehrter
21 Tage 55 Min

Dem Foto nach zu schließen, braucht es einen Gerichtshof für die Bienen.

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