Landschaft und Artenvielfalt bedroht

Grüne: „Retten wir die Habitate“

Dienstag, 27. April 2021 | 11:53 Uhr

Bozen – Der Zweite Gesetzgebungsausschuss wird sich am Mittwoch, den 28. April mit dem Gesetzentwurf der Grünen Fraktion “Habitatschutz-Initiative” befassen.

„Die Landschaft und die Artenvielfalt unseres Landes sind ernsthaft bedroht. Zu oft werden wertvolle Lebensräume durch Nachlässigkeit und aufgrund von Unkenntnis des Naturschutzgesetztes zerstört. Beispielsweise in intensiv genutzten landwirtschaftlichen Flächen oder innerhalb anderer Landschaftseinheiten wie Wald und Alpinen Rasen“, erklären die Landtagsabgeordneten der Südtiroler Grünen, Hanspeter Staffler, Riccardo Dello Sbarba und Brigitte Foppa.

Leider führe die Zerstörung dieser Habitate zum Verlust einer großen Anzahl von Tier- und Pflanzenarten. In Südtirol seien momentan 40 Prozent der Tierarten und 30 Prozent der Pflanzenarten gefährdet oder sogar vom Aussterben bedroht.

„Mit diesem Gesetzentwurf wollen wir das Naturschutzgesetz (Landesgesetz 6/2010), das sich bisher als unzureichend erwiesen hat, effektiver machen“, erklärt Erstunterzeichner Hanspeter Staffler. Der Gesetzentwurf verbietet alle geringfügigen Eingriffe in geschützte Biotope, Habitate geschützter Pflanzen- und Tierarten oder Habitate von jenen Arten, die sich auf der Roten Liste befinden. Der Vorschlag zielt auch darauf ab, Nasslebensräume und Moore in Weidegebieten besser zu schützen, die durch den Viehtritt von Weidetieren Schaden ausgesetzt sind.

„Noch nie wurde so viel über die Bedeutung von Umwelt und Natur gesprochen wie heute. Auch das Parlament diskutiert gerade darüber, den Umweltschutz für künftige Generationen in der Verfassung zu verankern. Lassen wir den Worten Taten folgen!“, erklären die Grünen.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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3 Kommentare auf "Grüne: „Retten wir die Habitate“"


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Soundgeist
Soundgeist
Grünschnabel
18 Tage 15 h

Für den Südtiroler sind alle Natürschützer eh nur Ökospinner.

Oracle
Oracle
Tratscher
18 Tage 16 h

… bin auch dafür. Man sollte jede Wohnung verpflichten, ein Insektenhotel aufzustellen. Denn dort, wo jetzt Häuser stehen, gab es vorher Naturlandschaft. Auch ein Verbot des Mähens des Rasens vor dem Haus, an Spielplätzen und Sportplätzen, in Freibäder, wäre ein Schritt in die richtige Richtung, die Plasterung der Parkplätze muss auch nicht sein… warum müssen Gehsteige gepflastert sein? Lassen wir das Gras einfach wachsen!

schlauer
schlauer
Tratscher
18 Tage 14 h

Stimme überein dass das Landesgesetz Nr. 6/2010 völlig unzureichend ist! Art. 17 besagt nämlich dass es verboten ist Auwälder zu roden. Ansonsten ist es kaum zu verstehen dass die Rodung des Brixner Auwaldes bereits seit über zwei Jahren beschlossene Sache ist zwischen der Brixner Stadtverwaltung und den Landesgrössen! Daher begrüsse ich diesen Gesetzentwurf der die Zerstörung von Habitaten geschützter Tierarten verbieten würde. Darf daran erinnern dass im Auwald in der Industriezone auch 7 Vogelarten der Roten Liste brüten.
Leider wird die Mehrheit auch diesen Gesetzentwurf ablehnen und daraufhin einen eigenen „schwammigen“ Entwurf präsentieren…

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