Beschluss der Landesregierung

Heizanlagen: Emissionsgrenzwerte angepasst

Dienstag, 10. April 2018 | 15:23 Uhr

Bozen – Die Landesregierung hat beschlossen, die Emissionsgrenzwerte für Heizanlagen herabzusetzen und die Anforderungen für Feuerungskontrolleure anzupassen.

Mit dem heutigen Beschluss folgt die Landesregierung den europäischen und staatlichen Bestimmungen im Bereich der Emissionsgrenzwerte für Heizanlagen: Nachdem diese per EU-Richtlinie herabgesetzt wurden und Italien diese Regelung im vergangenen Dezember übernommen hat, hat die Landesregierung nun auf Vorschlag von Umweltlandesrat Richard Theiner beschlossen, die geltenden Landesbestimmungen über die Emissionen von Heizanlagen abzuändern. Wie Landesrat Theiner erinnert, werden “in Südtirol die Emissionen der Heizanlagen bereits seit 1993 regelmäßig durch die Kaminkehrer gemessen”. Grundlage dafür war eine eigene Landesbestimmung, die auch in der Vergangenheit immer wieder mal an die neuen wissenschaftlichen und gesetzlichen Neuerungen angepasst wurde. “Mit dem heutigen Beschluss passen wir die Bestimmungen in drei Punkten an, der Großteil der bestehenden Regelung bleibt jedoch erhalten”, so Theiner.

Neuerungen

Die von der Landesumweltagentur ausgearbeiteten Bestimmungen legen die Emissionsgrenzwerte, die Häufigkeit und die Art und Weise der Kontrollen für Heizanlagen fest und gelten für alle Öl- und Holzheizanlagen mit einer Feuerungswärmeleistung zwischen 35 und 1000 Kilowatt sowie für alle Gasheizanlagen mit einer Feuerungswärmeleistung zwischen 35 und 3000 Kilowatt. Neu ist, dass für Gasanlagen zwischen 1000 und 3000 Kilowatt der Grenzwert für Stickoxide (NOx) von 250 auf 100 Milligramm pro Kubikmeter und für Holzheizungen zwischen 500 und 1000 Kilowatt der Grenzwert für Kohlenmonoxid (CO) von 350 auf 250 Milligramm pro Kubikmeter herabgesetzt wird. Die restlichen Grenzwerte blieben unangetastet.

Eine weitere Änderung betrifft die Befähigung zur Eintragung als Feuerungskontrolleur. Diese soll in Zukunft an jene erteilt werden, die mindestens zwei Jahre bei einem ermächtigten Feuerungskontrolleur gearbeitet und den spezifischen Vorbereitungskurs der Berufsgruppe Kaminkehrer zum Thema Heizanlagen und Emissionskontrolle positiv abgeschlossen haben. Bisher war eine Eignungsprüfung in der Landesberufschule vorgesehen, nachdem aber in Südtirol keine Ausbildung zum Kaminkehrer mehr angeboten wird (die Lehrlinge gehen nach Innsbruck) wird dieser Passus angepasst.

Nicht zuletzt sind die Bestimmungen über die Emissionen der Heizanlagen nunmehr Teil des Landesgesetzes zur Luftreinhaltung Nr. 8/2000, und nicht mehr wie bisher des Brandschutzgesetzes Nr. 18/1992.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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3 Kommentare auf "Heizanlagen: Emissionsgrenzwerte angepasst"


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selwol
selwol
Grünschnabel
9 Tage 22 h

Wenn einmal die Landesumweltagentur die Hände im Spiel hat,
dann mal viel Vergnügen mit Sankt Bürokatius.

Koefele
Koefele
Grünschnabel
9 Tage 3 h
Solange das Rohöl, besonders für den Staat, ein gewinnbringendes Geschäft war, dachte kein Politiker an eine Umweltbelastung. Ich glaube nicht, dass Politiker durch ihre Intelligenz und Überzeugung solche Gesetze erlassen, denn dann hätten sie vor mehr als 50 Jahren ihre Intelligenz einsetzen und handeln müssen. Die Natur wurde in den letzten 50 Jahren mehr belastet als hunderte Jahre zuvor, trotz Holzheizungen. Laut einiger Politiker wird für die Umweltbelastung fast mehr die  private Holzfeuerng (nicht die Fernheizungen, da Gewinnbringend) verantwortlich gemacht als die Millionen von Fahrzeugen die Jährlich durch das Land rollen. Viele Waren werden nur zur Steuererleichterung hin und her… Weiterlesen »
Koefele
Koefele
Grünschnabel
8 Tage 5 h

Wie lange wird es noch dauern, bis es eine Eignungsprüfung braucht die Stube zu beheizen.

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