US-Kriegsflugzeuge in Bereitschaft (Archivbild)

Hinweise auf baldigen US-Angriff auf den Iran

Donnerstag, 19. Februar 2026 | 13:48 Uhr

Von: APA/dpa/AFP/Reuters

Nach den jüngsten Atomverhandlungen zwischen den USA und dem Iran häufen sich Hinweise auf einen möglicherweise bald bevorstehenden Krieg. Der US-Sender CBS News zitierte informierte Quellen, wonach ranghohe nationale Sicherheitsbeamte Trump mitgeteilt hätten, dass das Militär bereit sei, bereits am Samstag Angriffe auf den Iran durchzuführen. Trump habe aber noch keine endgültige Entscheidung über einen möglichen Angriff getroffen.

Das US-Nachrichtenportal “Axios” zitierte ebenfalls namentlich nicht genannte Quellen, wonach die US-Regierung näher vor einem großen Krieg stehe, als den meisten Amerikanern bewusst sei. Er könne schon “sehr bald” beginnen und würde “dramatische Auswirkungen” auf die gesamte Region haben, hieß es. Auch in israelischen Medien wird über eine mögliche militärische Konfrontation zwischen den USA und dem Iran spekuliert, die demnach schon in den nächsten Tagen beginnen könne und wohl mehrere Wochen dauern würde.

Weißes Haus drängt Teheran zu Deal

Das Weiße Haus wäge derzeit die “Risiken einer Eskalation und die politischen und militärischen Folgen einer Zurückhaltung” ab, berichtete CBS. US-Regierungssprecherin Karoline Leavitt sagte am Mittwoch, es gebe viele Argumente, die man für einen Angriff anbringen könnte. Zugleich bekräftigte sie aber, dass Diplomatie immer die erste Wahl Trumps sei. Für den Iran wäre es “sehr klug”, ein Abkommen mit dem US-Präsidenten zu treffen, sagte Leavitt.

Zuvor hatte der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde, Rafael Grossi, zur Eile in den Atomverhandlungen gemahnt. “Wir haben Fortschritte gemacht, aber es gibt noch viel zu tun, und das Problem ist, dass wir nicht viel Zeit haben”, sagte Grossi dem französischen Fernsehsender LCI. “Es besteht die Möglichkeit eines Dialogs, der nun zum ersten Mal wirklich Gestalt annimmt.”

Erstmals werde über “konkrete Dinge” gesprochen. Er sehe “auf beiden Seiten den Willen, eine Einigung zu erzielen”, aber eine solche Einigung sei “ungeheuer komplex”. Die USA und der Iran hatten Anfang Februar unter Vermittlung des Oman die Verhandlungen über das iranische Atomprogramm wieder aufgenommen. Eine zweite Runde indirekter Gespräche hatte am Dienstag in Genf stattgefunden.

Nach den Gesprächen hatte der Iran erklärt, Teheran und Washington hätten sich auf eine Reihe von Leitprinzipien für ein mögliches Abkommen geeinigt. Zuvor hatte sich Teheran bereit für eine “Überprüfung” seines Atomprogramms durch die IAEA gezeigt. US-Vizepräsident JD Vance hatte allerdings betont, dass weiterhin Meinungsverschiedenheiten bestünden.

Vorwürfe Teherans

Nach dem zwölftägigen Krieg gegen Israel im Juni, in dem die USA iranische Atomanlagen bombardierten, hatte der Iran die Zusammenarbeit mit der IAEA zunächst eingestellt und den Zugang der IAEA-Inspektoren zu den betroffenen Anlagen eingeschränkt. Teheran warf der IAEA vor, die Angriffe nicht verurteilt zu haben.

Die UNO-Organisation mit Sitz in Wien ist damit beauftragt, zu prüfen, ob das iranische Atomprogramm friedlicher Natur ist. Israel und weitere Staaten werfen Teheran vor, eine Atombombe anzustreben. Teheran streitet dies ab, beharrt jedoch auf seinem Recht, den Atomsektor für zivile Zwecke auszubauen.

Der Leiter der iranischen Atomenergiebehörde, Mohammed Eslami, pochte nach den neuen US-Drohungen auf dem Recht seines Landes zur Urananreicherung. “Das Atomprogramm des Irans verläuft gemäß den Regeln der Internationalen Atomenergiebehörde, und kein Land kann dem Iran das Recht nehmen, diese Technologie friedlich zu nutzen”, sagte Eslami am Donnerstag der Zeitung “Etemad”. Die Urananreicherung sei die “Grundlage der Atomindustrie”.

Russland sieht “beispiellose Eskalation”

Russland warnte indes vor einer Zuspitzung der Lage rund um seinen Verbündeten Iran. Der Kreml rief am Donnerstag sowohl die Regierung in Teheran als auch “andere Parteien” zu Besonnenheit und Zurückhaltung auf. “Im Moment sehen wir tatsächlich eine beispiellose Eskalation der Spannungen in der Region”, sagte der Sprecher. “Aber wir erwarten immer noch, dass politische und diplomatische Mittel und Verhandlungen bei der Suche nach einer Lösung weiterhin Vorrang haben werden”, fügte er hinzu. Zuvor hatte auch der russische Außenminister Sergej Lawrow von einem “Spiel mit dem Feuer” gesprochen.

Im Golf von Oman gibt es derzeit ein gemeinsames Manöver einer russischen Korvette mit der iranischen Marine, parallel dazu gibt es eine verstärkte Präsenz von US-Kriegsschiffen in der Region. “Dies sind geplante Übungen – sie werden im Voraus koordiniert”, sagte Kreml-Sprecher Peskow vor der Presse mit Blick auf die Marinemanöver. “Russland baut seine Beziehungen zum Iran weiter aus, und dabei rufen wir unsere iranischen Freunde und alle Parteien in der Region zu Zurückhaltung und Vorsicht auf, und wir fordern sie dringend auf, bei der Lösung aller Probleme politischen und diplomatischen Mitteln Vorrang einzuräumen.

Während Deutschland wegen der Gefahr einer militärischen Eskalation im Nachbarland seine Truppen aus dem Nordirak abzog, rief der polnische Regierungschef Donald Tusk seine Landsleute zum Verlassen des Iran auf. “Bitte verlassen Sie sofort den Iran und reisen Sie auf keinen Fall in dieses Land”, sagte Tusk nach Angaben der Nachrichtenagentur PAP. Die Möglichkeit eines heißen Konflikts sei “sehr real”. Eine Evakuierung aus dem Land werde möglicherweise in ein paar Stunden oder ein paar Tagen nicht mehr möglich sein, warnte Tusk.

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