Durchimpfungsraten: Südtirol ist nach wie vor Schlusslicht

Impfungen: Informationspakete, Studie und Aufklärung

Donnerstag, 15. Juni 2017 | 17:38 Uhr

Bozen – Im Südtiroler Sanitätsbetrieb laufen derzeit die Vorbereitungsarbeiten zur Umsetzung der neuen Impfvorgaben auf Hochtouren. Der Betrieb setzt nach wie vor auf Aufklärung und Sensibilisierung. Eine gemeinsame Studie von Universität Bozen, Ärztekammer und Sanitätsbetrieb soll zudem die Ursachen für die weitverbreitete Impfskepsis in Südtirol ergründen.

Gemeinsam Licht in das Dickicht der Emotionen gegen Impfungen bringen: das ist das Ziel einer wissenschaftlichen Studie, die von Fachkräften der Universität Bozen in Zusammenarbeit mit den Diensten für Hygiene im Sanitätsbetrieb und der Südtiroler Ärztekammer noch heuer durchgeführt wird. Die Studie will die Ursachen und Gründe für die hohe Ablehnung von Impfungen bei der Südtiroler Bevölkerung erheben.

Die Betriebsdirektion gab gestern auch grünes Licht, die vom Ministerium für Gesundheit bereitgestellten „Informationspakete“ für Eltern und Fachkräfte für Südtirol anzupassen und zu übersetzen. Sanitätsdirektor Thomas Lanthaler, oberster Verantwortlicher für den klinischen Bereich im Betrieb, appelliert zu Sachlichkeit und Korrektheit in der sehr emotional geführten Debatte. „Paradoxerweise“, so Lanthaler, „ist der Erfolg des Impfens gleichzeitig dessen größter Gegner. Die meisten Menschen erleben persönlich nicht mehr, wieviel Leid und Gebrechen eine Impfung ersparen hilft.“

Fakt ist, dass Millionen Menschenleben durch Impfung gerettet werden konnten. Bevor Impfungen flächendeckend eingeführt wurden, starben beispielsweise 340 mal so viele Kinder an Diphterie als heute, 156 mal an Keuchhusten, 43 mal an Tetanus und 30 mal an Kinderlähmung (Quelle: The Lancet Infectious Deseases). Noch im 18. Jahrhundert starben in Europa 600.000 Menschen pro Jahr an Pocken, seit Ende der 70-er Jahre gilt diese Krankheit als ausgerottet. Die Weltgesundheitsorganisation schätzt, dass, seit 2011 bis heute durch Impfungen rund 2,5 Mio. Menschenleben pro Jahr gerettet wurden. Konkret heißt das: 7.000 am Tag, 300 je Stunde, fünf pro Minute!

Ein zweiter, häufig völlig unterschätzter Aspekt beim Impfen ist deren sozialer Charakter. Experten zufolge ist Sich-Impfen-zu-lassen nicht nur eine individuelle Gesundheitsleistung, die in Anspruch genommen wird, sondern gleichzeitig ein Akt sozialer Verantwortung. Wer geimpft ist, fällt als „Überträger“ aus und gibt die Erreger nicht an fragile, schwache oder kranke Menschen weiter. Besonders Neugeborene sind ohne Schutz aber auch alte, chronisch kranke Menschen stecken sich beispielsweise leicht mit Grippe an. Oft gehen Ansteckungen mit Komplikationen einher. Generaldirektor Thomas Schael: „Wir arbeiten auch daran, besonders unser Gesundheitspersonal in diese Richtung zu sensibilisieren. In diesen Tagen schicken wir an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Betriebes ein Informationsblatt mit einigen wichtigen Hinweisen, das auch die Einladung enthält, alle Impfungen, wie sie vom nationalen Impfplan für das Gesundheitspersonal vorgesehen sind, durchzuführen.“

Südtirol ist nach wie vor Schlusslicht, was die Durchimpfungsraten anbelangt. Die von der Weltgesundheitsorganisation veröffentlichten Daten sprechen diesbezüglich eine klare Sprache.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

12 Kommentare auf "Impfungen: Informationspakete, Studie und Aufklärung"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
giftzwerg
giftzwerg
Superredner
9 Tage 17 h

i mecht die ganzen   statistiken von kinderkrankheiten und impfungen von sen letzten 30 jahre von südtirol und italien.

 mal sehen ob es wirklich nötig ist unsere kinder zu vergiften

Tantemitzi
Tantemitzi
Tratscher
9 Tage 6 h

Na, es isch natürlich net notwendig! deswegn mochn sich de lait a de gonze Mühe! damit du noa olm no von vergiften redsch! Les dir de Informationen amol durch und sei endlich still! Du konnsch deine Meinung jo gern beholtn obo verbreit den Stumpfsinn net a no!

Steve12
Steve12
Grünschnabel
9 Tage 13 h
Liebe Sanitätseinheit: Erstens sind die meisten Infektionskrankheiten zu 90 % verschwunden, bis die Impfungen eingeführt wurden. Das heißt die Impfungen hatten hier keinen Einfluss. Zweitens: Die Pocken sind durch die Impfungen erst rasant gestiegen bis man die Handbremse gezogen hatte und die Impfungen eingestellt hatte, unter Strafe. Dann sind sie verschwunden. Uns wird generell das Gegenteil erzählt. Drittens: Gegen Tetanus, Diphterie, und sämtliche Menigokokken usw. also Bakterien kann man nicht impfen, das müssten Sie eigentlich wissen.. Viertens: Bei der Polio gibt es keine eindeutigen Beweise, abgesehen davon dass man früher Kinder mit DDT eingesprüht hat, also vergiftet. Die Symptome sind… Weiterlesen »
Tantemitzi
Tantemitzi
Tratscher
9 Tage 5 h

Steve12…… woher hosch denn de Weisheiten?  Sein dir de selbo eingfolln? In meiner Familie gibt es 2 Familienmitglieder de wegen do Kinderlähmung de sie als Kind durchgimocht hobn heint net gscheid gion kenn! Und sel wor domols no a Glück, dass se “lai” nimma richtig gion gikennt hobn! De sein boade zw. 60 und 70 Johr olt…. in do Zwischenzeit hot man mit Impfen de Kronkheit in Griff krieg!

Krotile
Krotile
Grünschnabel
9 Tage 5 h

Steve12 du warsch oano von de Kandidaten, für de sie de Informationen itz herrichten!  noa brauchasch nimma mit de folschn Informationen ummamauln!

Steve12
Steve12
Grünschnabel
8 Tage 5 h

@Tantemitzi , der sucht , der findet. Besorg dir das Buch von Dr. Sanders! 

Anja
Anja
Tratscher
9 Tage 3 h

ich hoffe sehr, dass alle südtiroler, ALLE, endlich mal dem medizinischen fachpersonal zuhören und vertrauen schenken! alle politiker, angestellten, handwerker, bauern,…. alle! hört auf die menschen, die das beruflich machen, das gelernt haben und sich damit auskennen!

Krotile
Krotile
Grünschnabel
9 Tage 2 h

👍👍👍 genau!

Stern
Stern
Grünschnabel
9 Tage 19 h

👍👍👍

Stern
Stern
Grünschnabel
9 Tage 14 h

Hallo!? Informationspakete Studie und Aufklärung! Wos wellts denn no. Iatz versuacht man enk zu helfen und donn werd schun wieder gemeckert.

Tantemitzi
Tantemitzi
Tratscher
9 Tage 6 h

Ob sich de gonzn, beratungsresistenten Mitbürger de Informationen ibohaupt durchschaugn wage ich zu bezweifeln! Wenn se sogor bol die Impfungen für ihre eigenen Babys fällig worn net mehr Interesse gizoagt hom! Schun wenn man de poor Informationen im Bericht lest, missat man eigentlich sofort an Termin mochn um die Kindo zu impfen!

Krotile
Krotile
Grünschnabel
9 Tage 4 h

Jo, bravo! Her mit de Infos…. es gibt soooo  viele, de net wissn worum impfen so wichtig isch! Itz hoff mo holt, dass de, de es betrifft des noa endlich a amol lesen! inklusive unsere Senatoren und ganz wichtig: HERR PÖDER!

wpDiscuz