Schäden durch iranische Angriffe auf Tel Aviv

Iran und Israel melden gegenseitige Angriffe

Dienstag, 10. März 2026 | 21:37 Uhr

Von: APA/AFP/Reuters/dpa

Der Iran hat am Dienstag erneut Ziele in Israel sowie US-Ziele in der Region angegriffen. Bei Attacken der Revolutionsgarden gegen Tel Aviv seien besonders schlagkräftige “strategische” Raketen zum Einsatz gekommen, so die ideologischen Streitkräfte. Die Armee meldete den Beschuss einer für die Waffenproduktion wichtige Militäranlage in Haifa und einer Einrichtung des israelischen Geheimdienstes. Israel wiederum flog erneut Luftangriffe auf die iranische Hauptstadt Teheran.

Ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP berichtete, dass die Stadt von heftigen Explosionen erschüttert wurde. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth kündigte für Dienstag eine Verschärfung der US-Angriffe auf den Iran an: “Heute wird der intensivste Tag unserer Angriffe im Iran sein”, sagte Hegseth im Pentagon. Sein Ministerium erklärte im Onlinedienst X: “Wir haben gerade erst begonnen zu kämpfen.”

Die USA und Israel hatten am 28. Februar mit Luftangriffen den Iran-Krieg begonnen. Dabei wurden neben dem obersten Anführer Ayatollah Ali Khamenei weitere Mitglieder der iranischen Führung getötet. Teheran reagiert seitdem mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel sowie auf mehrere Golfstaaten und US-Einrichtungen in der Golfregion. Ziele sind auch zivile Einrichtungen – vor allem Flughäfen und Energieanlagen.

US-Sondergesandter warnt vor nuklearer Bedrohung

Der US-Sondergesandte Steve Witkoff betonte am Dienstag die Notwendigkeit der US-Angriffe auf den Iran mit Blick auf dessen Atomanlagen betont. Das “Heimtückische” sei, dass der Iran fast alle nötigen Komponenten zur Urananreicherung selbst herstellen könne, sagte er dem US-Sender CNBC. Witkoff reagierte damit auf die Frage, wie es zusammenpasse, dass die USA im Sommer die Zerstörung iranischer Atomanlagen verkündeten und nun erneut wegen der nuklearen Bedrohung in den Krieg ziehen.

Witkoff unterstrich die Darstellung des Weißen Hauses, die USA hätten nahezu sämtliche Kapazitäten zur Anreicherung und Umwandlung von Uran zerstört. Allerdings verfüge der Iran über ein riesiges Programm zur Herstellung hochentwickelter Zentrifugen, die für die Urananreicherung entscheidend sind. Witkoff sagte, es sei sehr schwierig herauszufinden, wo sich diese Zentrifugen im Iran befinden. Das habe auch die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) mehrfach bestätigt.

Nach den Angriffen im Juni habe keine internationale Kontrolle der Atomanlagen mehr stattgefunden, sagte Witkoff. “Sie lassen sie nicht rein, weil dort schlimme Dinge vor sich gehen.”

Iran-Krieg: Putin für schnelle Deeskalation

Kremlchef Wladimir Putin sprach sich unterdessen für ein schnelles Ende des Iran-Kriegs aus und setzt auf eine politische Lösung des Konflikts. Das habe er in einem erneuten Telefonat mit dem iranischen Präsidenten Massud Pezeshkian deutlich gemacht, teilte der Pressedienst des Kremls mit. Pezeshkian habe Russland für Unterstützung und insbesondere humanitäre Hilfe gedankt. Die beiden Präsidenten hatten bereits am Freitag telefoniert. Putin sprach außerdem am Montag auch mit US-Präsident Trump unter anderem über den Iran-Krieg.

Russland, das selbst seit vier Jahren Krieg in der Ukraine führt, hat die Angriffe der USA und Israels auf Ziele im Iran verurteilt. Moskau und Teheran arbeiten eng zusammen und haben im vergangenen Jahr auch eine strategische Partnerschaft geschlossen, die aber keine Verpflichtung zu einem Eingreifen enthält, wenn eins der Länder attackiert wird.

Russland bestreitet aber nach Angaben des US-Sondergesandten Witkoff Vorwürfe, wonach es Geheimdienstinformationen über amerikanische Militärziele im Nahen Osten an den Iran weitergegeben haben soll. Das Dementi sei in einem Telefonat am Montag zwischen US-Präsident Donald Trump und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin erfolgt, sagt Witkoff dem Sender CNBC. Die “Washington Post” hatte am Freitag berichtet, Russland stelle dem Iran Zielinformationen wie die Positionen von US-Kriegsschiffen und Flugzeugen im Nahen Osten zur Verfügung.

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