Die Straße von Hormuz

Iran will Straße von Hormuz bis Kriegsende blockieren

Dienstag, 10. März 2026 | 15:03 Uhr

Von: APA/AFP/Reuters/dpa

Der Iran wird nach Angaben der Revolutionsgarden bis zum Ende des Krieges gegen die USA und Israel keine Ölexporte aus der Region an Verbündete der USA und Israels erlauben. “Die iranischen Streitkräfte werden bis auf weiteres nicht zulassen, dass auch nur ein Liter Öl aus der Region an die feindliche Seite und ihre Partner exportiert wird”, sagte der Sprecher der Elite-Armee, Ali Mohammad Naini, laut der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim am Dienstag.

“Ihre Bemühungen, die Preise für Öl und Gas zu senken und zu kontrollieren, werden nur vorübergehend und erfolglos sein”, prophezeite Naini. Der Handel hänge unter Kriegsbedingungen “von der Sicherheit ab”. Die USA und Israel hatten Ende Februar Luftangriffe auf den Iran gestartet. Dabei wurden der oberste Führer Ayatollah Ali Khamenei und weitere Mitglieder der iranischen Führung getötet. Teheran reagiert mit Angriffen auf Israel sowie auf mehrere Golf-Staaten und US-Einrichtungen in der Golf-Region.

Schutz von Schiffen in Straße von Hormuz

Das US-Militär prüft für den Fall eines entsprechenden Auftrags Optionen für den Schutz von Schiffen in der Straße von Hormuz. “Sollten wir den Auftrag zum Eskortieren erhalten, werden wir die verschiedenen Optionen prüfen, um die militärischen Voraussetzungen dafür zu schaffen”, sagt US-Generalstabschef Dan Caine vor der Presse.

Das US-Militär geht weiter gegen die iranische Marine vor. Nach der Zerstörung von mehr als 50 Schiffen habe man nun Minenleger und ihre Waffenlager im Blick, sagte Caine. “Wir machen erhebliche Fortschritte bei der Zerstörung der Marine”, sagte er. “Diese Arbeit wird fortgesetzt”. Zuletzt hatten die Streitkräfte im Meer vor der Südküste des Irans angegriffen.

Auch Großbritannien arbeitet angesichts iranischer Drohungen gemeinsam mit Verbündeten an Optionen zum Schutz der kommerziellen Schifffahrt in der Straße von Hormuz. Dies sagt ein Sprecher von Premierminister Keir Starmer nach Telefonaten Starmers mit dem deutschen Bundeskanzler Friedrich Merz und der italienischen Ministerpräsidentin Giorgia Meloni. “Wir arbeiten mit unseren Verbündeten an einer Reihe von Optionen, um die kommerzielle Schifffahrt durch die Meerenge zu unterstützen, je nachdem, wie sich die Bedrohungslage entwickelt”, sagt der Sprecher vor der Presse. Starmer, Merz und Meloni hätten am Montagabend die “entscheidende Bedeutung der Freiheit der Schifffahrt” betont und eine enge Zusammenarbeit vereinbart.

Teheran will Ölpreis weiter in die Höhe treiben

Durch den Krieg ist der Schiffsverkehr durch die strategisch wichtige Straße von Hormuz stark beeinträchtigt worden. Durch die Meerenge werden normalerweise fast 20 Prozent des weltweiten Rohöls transportiert. Seit Kriegsbeginn haben die iranischen Streitkräfte dort mehrfach Öltanker angegriffen. Der Ölpreis war zwischenzeitig auf über 100 Dollar pro Barrel gestiegen – es war der höchste Stand seit dem Einmarsch Russlands in die Ukraine im Jahr 2022. Nachdem US-Präsident Donald Trump am Montag ein baldiges Ende des Militäreinsatzes gegen den Iran verkündet hatte, ist der Ölpreis wieder gefallen.

Die Revolutionsgarden im Iran erklärten am Dienstag, Trumps einseitige Ankündigung eines baldigen Endes der Kämpfe sei Unsinn: “Wir sind diejenigen, die bestimmen werden, wann dieser Krieg endet.” Sie würden Ölexporte aus der Region verhindern, falls die amerikanischen und israelischen Angriffe anhielten. Trump reagierte darauf mit einer Warnung auf seinem Kurznachrichtendienst Truth Social: “Falls der Iran irgendetwas unternimmt, was den Ölfluss durch die Straße von Hormuz stoppt, werden sie von den Vereinigten Staaten von Amerika ZWANZIG MAL STÄRKER getroffen werden als bisher.”

Aramco warnt vor katastrophalen Konsequenzen

Der weltgrößte Exporteur von Öl, der saudi-arabische Konzern Saudi Aramco, warnte am Dienstag vor katastrophalen Konsequenzen, falls die Meerenge geschlossen bleibe. Am Montag hatte die Ernennung von Mojtaba Khamenei zum Nachfolger seines getöteten Vaters Ali Khamenei zunächst die Hoffnungen auf ein rasches Ende des Krieges gedämpft.

Am Montagabend hatten die Revolutionsgarden Regierungen aufgefordert, Botschafter aus Israel und den USA aus ihren Ländern auszuweisen, um die Durchfahrt ihrer Schiffe durch die Straße von Hormuz wieder zu ermöglichen. “Jedes arabische oder europäische Land, das die israelischen und US-Botschafter aus seinem Gebiet ausweist, wird ab morgen die vollständige Freiheit und Befugnis haben, die Straße von Hormuz zu passieren”, erklärten die Revolutionsgarden laut iranischem Staatsfernsehen.

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