Land setzt auf starke Bilder gegen Corona

“Jetzt alle!”

Freitag, 06. November 2020 | 16:33 Uhr

Bozen – Die vom Coronavirus ausgelöste Krankheit Covid-19 ist derzeit die größte Gefahr der Gesellschaft: Dieser Überzeugung ist das Land Südtirol und setzt nicht nur auf vorbeugende Maßnahmen sondern auch auf die Bewusstseinskampagne “Jetzt alle!” Wie berichtet läuft die Kampagne seit 22. Oktober mit Plakaten  öffentlichen Plätzen sowie Inseraten in Print- und Online-Medien und ist auf drei Phasen aufgeteilt.

Reaktion auf dramatische Situation 

Wie der geschäftsführende Direktor der Landesagentur für Presse und Kommunikation Ulrich Stofner errklärt, hat sich die Kampagne sowohl in Phase 1 als auch der derzeit laufenden Phase 2 “bewusst eindringlicher Bilder mit einer klaren, direkten Botschaft bedient. Die Situation ist ernst, wir erleben einen dramatischen Anstieg der Infektionszahlen und eine ebenso dramatische Situation in den Notaufnahmen. Daher haben wir uns gefragt, welches Kommunikationsmittel geeignet ist, dieser Situation gerecht zu werden. Denn wir wissen: Wir alle gemeinsam müssen jetzt so handeln, dass wir das Virus in den Griff bekommen.”

Im Frühjahr hatte das Land mit der Testimonialkampagne “Ich bin dabei” noch auf positive Botschaften gesetzt. “Es war eine schöne Kampagne, sie war nicht kritisiert, hat aber auch wenig Wirkung gezeigt: Sonst wären wir nicht da, wo wir jetzt sind”, argumentiert sich Stofner und verweist darauf, dass auch jetzt trotz wiederholter eindringlicher Aufrufe der Landesregierung ein zwar kleinerer, aber doch entscheidender Teil der Bevölkerung die aktuelle Situation noch immer auf die leichte Schulter nehme: “Daher haben wir Anfang Oktober entschieden, nun einen anderen, viel eindringlicheren Weg einzuschlagen. Denn wir haben nur ein sehr kurzes Zeitfenster, um das Ruder herumzureißen. Eine Kampagne muss nicht gefallen, sie muss wirken. Jetzt brauchen wir eine starke Botschaft gegen ein starkes Virus.”

In der ersten Kampagnenphase dienten dazu Bilder der Leere: Plätze, Straßen, geschlossene Betriebe. In der laufenden zweiten Phase folgen Leute: die Leidtragenden der sich zuspitzenden Situation. In ihrer dritten Phase wird die Kampagne dann zu Solidarität, Zusammenhalt und Durchhalten aufrufen.

Zusammenhang zwischen Realität und Verhalten aufzeigen

Es gehe nicht darum, Angst zu machen, sondern die Realität zu zeigen: Kinder, die keine Sozialkontakte mehr haben; ältere Leute, die isoliert sind; Angestellte, die verzweifelt sind; Unternehmer, die schließen müssen, Krankenhauspersonal am Rande der Erschöpfung … “Das war Realität und kann wieder Realität werden, wenn wir nicht schnell und geschlossen reagieren, um es abzuwenden. Und wir sind imstande, es abzuwenden”, sagt Stofner. Genau darum gehe es in dieser Kampagne: “Wir wollen einen Zusammenhang darstellen zwischen diesen Bildern und unserem Verhalten. Wenn sich jeder an die Hauptregeln Abstand, Hygiene, Maske hält, dann passieren diese Dinge nicht. Daher ist unser Aufruf ein sehr direkter: Bevor es zu spät ist: Jetzt alle!”

Bewährtes Stilmittel in Südtirol und anderen Gebieten

Das Land Südtirol hat sich bereits öfters dieser Art von Kommunikation bedient, zum Beispiel seit Jahren mit der No-Credit-Kampagne gegen die Gefahr von Alkohol am Steuer.

Stofner verweist zudem darauf, dass andere vom Coronavirus- Infektionsgeschehen stark betroffene Gebiete zu ähnlichen Stilmitteln wie Südtirol greifen, So die Lombardei mit Schock-Fragen in ihrer Kampagne “The Covid dilemma”, ein spanisches Video mit dem “letzten Geschenk” einer sorglosen Familie an ihren Großvater oder die Stadt Madrid mit Bildern aus dem Krematorium. All diese Kampagnen wurden in der Öffentlichkeit intensiv und kontrovers diskutiert, ebenso wie über die laufende Kampagne in Südtirol. Stofner findet das positiv: “Wir hoffen, dass die Botschaft ankommt: Es ist höchste Zeit, dass wir jetzt alle an einem Strang ziehen.”

Von: luk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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34 Kommentare auf "“Jetzt alle!”"


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Missx
Missx
Kinig
17 Tage 15 h

Ich habe seit heute Ffp3 Masken und werde auch nur mehr diese tragen.
Schlauchtücher und die Chirurgenmasken bieten für mich zu wenig Schutz

Sag mal
Sag mal
Kinig
17 Tage 14 h

Missx mach ich seit einiger Zeit auch .Stoffmasken Sind sowieso das “Billigste”.Geiz lässt grüssen.

rantanplan
rantanplan
Tratscher
17 Tage 13 h

bisch wi olm di beschte….

Tantemitzi
Tantemitzi
Universalgelehrter
17 Tage 13 h

“für mich zu wenig Schutz” …… wohin gehst du denn? ist ja alles zu! oder gehst du in die Intensivstation? “Chirurgenmaske” + Abstand reicht vollkommen im Alltag

Ars Vivendi
Ars Vivendi
Universalgelehrter
17 Tage 13 h

⚠️⚠️ Achtung an alle nachfolgenden KommentatorenInnen : “Schleimspur”

Missx
Missx
Kinig
17 Tage 13 h

@Tantemitzi
Ich geh arbeiten und Lebensmittel kaufen.
Zu meinem Schutz trage ich eine bessere Maske.
Heute beim Wocheneinkauf musste sich an der Kasse eine Seniorin so nah neben mich stellen, das ich auch ohne Corona nicht dulden würde. Deshalb Ffp3

Hustinettenbaer
Hustinettenbaer
Superredner
17 Tage 13 h

Also ich kleckere nicht, sondern klotze bei den Geschäftsterminen:

genau
genau
Kinig
17 Tage 10 h

@Hustinettenbaer

Jetzt mach doch nicht alle eifersüchtig! 😁😄

Ars Vivendi
Ars Vivendi
Universalgelehrter
17 Tage 27 Min

@Missx…”und wenn sie nicht gest…….. So oder ähnlich enden die meisten Märchen. Der vegane Troll kauft einmal in der Woche ein. Danach gibt es dann 7 Tage lang verwelkte Salate und Co. Määäähh🐐🐐🐐

Ars Vivendi
Ars Vivendi
Universalgelehrter
17 Tage 23 Min

@Hustinettenbaer..👍🤣 super professionell, allerdings mit dem Nachteil, man kann/muss das Gesicht (wieder) komplett sehen…😭🤣

bubbles
bubbles
Superredner
17 Tage 4 Min

Lass dich doch nicht von deiner Angst beherrschen.

Missx
Missx
Kinig
16 Tage 23 h

@arse
Dazu gute Weine, und verschiedenste Delikatessen – du musst nicht neidisch sein. Gibt es bei der Tafel nicht auch teilweise richtig gute Sachen?

sepp2
sepp2
Superredner
16 Tage 22 h

@Missx
ffp3 sind in geschlossenen Räumen nicht zulässig

wellen
wellen
Universalgelehrter
17 Tage 15 h

Nachweislich funktionieren Schockbilder nicht, siehe die schwarzen Lungen auf den Zigarettenpäckchen. Mit dem Geld ( wieviel?) könnte man die Informatik in der Sanität auf Vordermann bringen…oder Personal anstellen …oder bessere Krisenkommunikation lernen.

Hustinettenbaer
Hustinettenbaer
Superredner
17 Tage 12 h

Ja, die Idee ist deutlich besser.

Mec.T.
Mec.T.
Grünschnabel
17 Tage 14 h

reine Lobby de Plakate
Gescheider war des Geld für anderweitige Sicherheitsmaßnahmen investiert worden, als auf Plakate

brunner
brunner
Universalgelehrter
17 Tage 15 h

Jetzt Alle…..besser viele unserer Lansgenossen hätten im August und September mehr aufgepasst…typisch Spassgesellschaft….
sonst gross auf cool aber nicht imstande eine Maske aufzusetzen….

Mezcalito
Mezcalito
Superredner
17 Tage 15 h

Ich hatte mir gedacht: Blöder als “No credit” gehts immer. Ich habe mich getäuscht

sarodinu
sarodinu
Grünschnabel
17 Tage 12 h

Die Plakate erinnern stark an sowjetische Propagandaplakate der Stalin-Ära.
Aufstehen gehen eine Wischi-Waschi-Landesregierung, die mit ihren täglichen Verordnungen die Menschen in jeder Hinsicht in den Ruin treibt!…JETZT ALLE!

gschaidian
gschaidian
Superredner
17 Tage 11 h
Die aufgezählten Dilemmas gäbe es alle nicht wenn es keinen Lockdown gäbe. Der Virus breitet sich trotz aller Maßnahmen aus. Da muss der Mensch einmal Demut lernen. Deshalb alles hochfahren und Steuergelder generieren. Die dann ordentlich in die Sanität investieren. Alles andere schadet mehr als es hilft. Außerdem ist die Sterblichkeit bei den jüngeren Kranken gleich null. Schwer Kranke und junge Todesopfer gibt es viel mehr beim Straßenverkehr, der müsste gleich verboten werden. Der durchschnittliche Coronatote ist bei 81 Jahren was der durchschnittlichen Lebenserwartung entspricht. Mit Kranken und Coronaviren werden wir leben lernen müssen, oder wie soll das gehen mit… Weiterlesen »
spotz
spotz
Tratscher
17 Tage 14 h

einer verdient sicher!!!

Matze
Matze
Neuling
17 Tage 15 h

Propaganda

So ist das
So ist das
Universalgelehrter
17 Tage 11 h

Das Land Südtirol hat sich bereits öfters dieser Art von Kommunikation bedient, zum Beispiel seit Jahren mit der No-Credit-Kampagne gegen die Gefahr von Alkohol am Steuer.

Und was haben diese Aktionen gebracht?
Auch beim Umgang mit dem Virus wird der Erfolg sich in Grenzen halten, wie beim Alkohol oder der Geschwindigkeit 🤔

Ars Vivendi
Ars Vivendi
Universalgelehrter
17 Tage 16 Min

@So ist das..als ich dieses Plakat gegen Alkohol im Straßenverkehr das erste Mal gesehen habe, dachte ich zunächst an eine Änderung des Geschäftsmodells der Bank “Unicredit”

So ist das
So ist das
Universalgelehrter
16 Tage 23 h

@Ars Vivendi
Viele dass sie keinen Kredit (no credit) erhalten werden 🙃

Missx
Missx
Kinig
16 Tage 23 h

@ars
Findest Tote im Straßenverkehr witzig?

xXx
xXx
Universalgelehrter
16 Tage 22 h

@Ars Vivendi das sagt viel über dein Inteligenzniveau aus wenn du bei “no Credit” an ein Geschäftsmodell einer Bank denkst.

xXx
xXx
Universalgelehrter
16 Tage 22 h

Noch vor 15- 20 Jahren haben wir, bei deutlich weniger Verkehr, gefühlt jedes Wochenende 1, 2 Tote von der Straße gekrazt und das nurcin unserem kleinen Tal. Es gibt immer Unbelehrbare, aber diese Kampagnen wirken sehr wohl. Auch das rauchen ist Prozentuale stark zurück gegangen.

M_Kofler
M_Kofler
Universalgelehrter
16 Tage 21 h

…. fragte die zynische Missx …..

tobias.peter
tobias.peter
Grünschnabel
17 Tage 11 h

Klingt wie “Alle meine Entchen” und kostet jede Menge Geld…könnte man anders investieren!

saltner
saltner
Neuling
17 Tage 11 h

Der Spezialisierungs-Kurs, für olle bei de die Hypnose no net sitzt?
Abstand – Hygiene – Maske und es pöbeln net vergessen

StreetBob
StreetBob
Tratscher
17 Tage 2 h

Und wos kostet a solche Aktion? Und wos bringt sie?? WIEDR Geld verschleidern…..

Anderrrr
Anderrrr
Universalgelehrter
17 Tage 1 h

Solln leute unterstützn stott sinloses geld verpulver mut sette kampagnen

VES
VES
Grünschnabel
17 Tage 34 Min

Ich werde mich und meine Familie gegen diese negative Propaganda des Landes ST schützen!

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