Südtirol zu Gesprächen zum Wolf eingeladen

Kompatscher spricht mit Tajani über Migration und Wolfsmanagement 

Mittwoch, 11. Oktober 2017 | 17:50 Uhr

Bozen – Landeshauptmann Arno Kompatscher ist heute Nachmittag in Brüssel mit dem Präsidenten des europäischen Parlaments Antonio Tajani zusammengetroffen. Im Mittelpunkt des heutigen Gesprächs, an dem auch die Landeshauptleute von Tirol und Trentino, Günther Platter und Ugo Rossi, sowie der EU-Parlamentarier Herbert Dorfmann teilgenommen haben, standen die Migration und die Flüchtlingsfrage als große Herausforderung für Europa und die Mitgliedsstaaten.

lpa

“Unser Anliegen ist es”, erklärte Landeshauptmann Kompatscher, “eine europäische Lösung zu finden, denn nur eine gemeinsame Lösung ist auch eine nachhaltige und zukunftsgerichtete.” Es gelte, das gefährliche Inseestechen an den Küsten Afrikas zu stoppen, um das Sterben im Mittelmeer zu vermeiden und einen sicheren Korridor zu schaffen, auf dem Flüchtlinge mit Anspruch auf internationalen Schutz sich bewegen können. “Was die Migrationsbewegungen innerhalb Europas angeht und angesichts der tragischen Vorkommnisse, die sich auch in Südtirol ereignet haben, haben wir dem EU-Parlamentspräsidenten vorgeschlagen, ein gemeinsames europäisches System zur Abwicklung von Asylverfahren einzurichten”, berichtete LH Kompatscher. Das sei der einzige Weg, um Klarheit und Sicherheit zu schaffen, da die derzeit von Land zu Land unterschiedliche Handhabung Verunsicherung hervorrufe. EU-Parlamentspräsident Tajani sagte zu, den Vorschlag unterstützen zu wollen und kündigte an, dass sich das EU-Parlament in der kommenden Woche mit diesem Thema befassen und darüber abstimmen werde.

Mit EU-Parlamentspräsident Antonio Tajani besprachen die Landeshauptleute Rossi und Kompatscher und EU-Parlamentarier Herbert Dorfmann das Thema Großraubtiere; Bär und Wolf hatten sie bereits vorher mit Andrew Bianco aus dem Kabientt von Umweltkommissar Karmenu Vella thematisiert. “Innerhalb der EU”, erklärte anschließend Landeshauptmann Kompatscher, “ist die diesbezüglich geltende Gesetzgebung als Rahmen zu handhaben, innerhalb dessen sich die einzelnen Mitgliedsstaaten mit Maß und Ausgewogenheit bewegen können. Im Hinblick auf den Wolf bedeutet das, dass ein Management angewandt wird, das einerseits dem Artenschutz gerecht wird und andererseits den Bedürfnissen nicht nur des Tourismus, sondern vor allem der traditionellen Berglandwirtschaft entgegenkommt.” Aus den Gesprächen in Brüssel ging klar hervor, dass man sich dort der Problematik des Großraubtiermanagements sehr wohl bewusst sei; deshalb wurde das Land Südtirol – gemeinsam mit dem Trentino – zu den Gesprächen zwischen der EU und Italien im kommenden Februar eingeladen, bei dem der Umgang mit Bär und Wolf im Mittelpunkt steht. “Bei dieser Gelegenheit”, betonte Landeshauptmann Kompatscher, “werden wir wieder darauf hinweisen, dass das Projekt der Wiederansiedelung des Wolfes die im Vorfeld geplanten Zahlen bei weitem überschreitet, weshalb in einem so dicht besiedelten Gebiet wie dem unseren Probleme im Zusammenleben zwischen Mensch und Bär und Wolf entstehen.”

Von: luk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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8 Kommentare auf "Kompatscher spricht mit Tajani über Migration und Wolfsmanagement "


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Gagarella
Gagarella
Universalgelehrter
7 Tage 16 h

Zu Dicht besiedeltes Land. Kein Platz für Großraubtiere.
Wie wäre es, wenn der Mensch ein bisschen kürzer treten würde, und nicht jeden Quadratmeter für sich in Anspruch  nimmt? Braucht es auf jeden Gipfel ein Bahn, eine Straße, Wanderer, Radfahrer, Jäger, Wilderer. Süd-Tirol hat 80%Obst und Weinbauern.Vieh- Bauern gibt es nur noch wenige. Almen gibt es aber immer noch so viele wie damals, als alles noch Vieh-Bauern waren. Wie wäre es wenn den Wildtieren ein paar Almen überlassen würde? Leben und Leben lassen, und es ist Platz für alle,man muss nur wollen.

mandela
mandela
Tratscher
7 Tage 15 h

die kenn mir gerne die alm abkaufen und dann für Ihre zwecke verwenden… immer diese vorschriften was die bauern tun sollten könnten müssten..

typisch
typisch
Tratscher
7 Tage 14 h

genau lassen wir alles liegen und stehen und überlassen wir es den wölfen, der neue flüchtlingstrom aus südtirol, vieleicht nach syrien

Savonarola
Savonarola
Superredner
7 Tage 17 h

Management, wie lächerlich.

Dublin
Dublin
Universalgelehrter
7 Tage 2 h

…ist nur Umschreibung für Abknallen… 😅

denkbar
denkbar
Universalgelehrter
7 Tage 16 h

Das ist er aber mit schwerem Gepäck verreist der Herr Landeshauptmann. Hoffentlich bringt er gute Nachrichten mit nach Hause.

mandela
mandela
Tratscher
7 Tage 15 h

so ein quatsch! Management artgerechte wiederandiedelung und trotzdem dem tourismus und der landwirtschaft recht machen. geht ja nicht! entweder oder! beides geht halt nicht!

knoflheiner
knoflheiner
Superredner
7 Tage 4 h

ungarn ist das sicherste und sauberste land in europa. da regiert die richtige politik !

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