Ökologische Alternativen im Blick

Kompatscher spricht sich für Schließung der Dolomitenpässe aus

Mittwoch, 26. Juni 2019 | 17:48 Uhr

Cortina – Auf den Tag genau vor zehn Jahren hat das Welterbekomitee der UNESCO die Dolomiten als Weltnaturerbe anerkannt. Ein Titel, der für das gesamte Dolomitengebiet eine große Chance bedeutet. Doch Erbe bedeutet auch Verantwortung für die Natur und die kommenden Generationen. Insofern ist beides als Wert zu wenig erkannt und daher ist der Umgang mit dem Welterbe Dolomiten wie eine Werkstatt für Nachhaltigkeit: Es braucht Konzepte und konkrete Maßnahmen, die auf ihre Tauglichkeit überprüft werden. Besonders dringlich sind dabei Antworten auf die Mobilitätsfrage. Dies war die Hauptbotschaft der heutigen institutionellen Jubiläumsfeierlichkeiten in Cortina d‘Ampezzo.

Welche Strahlkraft mit diesem Welterbe verbunden ist, lässt sich auch an den anwesenden Ehrengästen ablesen. Neben hochrangigen politischen Vertretern aus dem gesamten Dolomitengebiet Gebiet waren auch Gäste aus Rom gekommen, darunter Kabinettchef Pier Luigi Petrillo und die Staatssekretärin Vannia Gava vom Umweltministerium, UNESCO-Stiftungspräsident Graziano Pizzimenti und die UNESCO-Vertreter Italiens.

Kompatscher: „Damit wieder Stille einkehrt“ 

Auch Südtirols Landeshauptmann Arno Kompatscher erfüllt „diese einmalige Gebirgslandschaft mit großem Stolz. Ebenso groß ist allerdings die Verantwortung, denn dieser Reichtum gehört nicht nur uns, sondern der gesamten Menschheit, und muss für die nächsten Generationen erhalten werden.“ Er sprach sich deshalb auch für eine „Sperre der Dolomitenpässe zu bestimmten Kernzeiten“ aus. Er werde sich unter anderem in Rom dafür einsetzen, die rechtlichen Voraussetzungen dafür zu schaffen. Gleichzeitig brauche es „aber auch Infrastrukturen und Dienstleistungen, damit endlich wieder die Stille in dieser wunderbaren Landschaft einkehren kann.“

Hochgruber Kuenzer: „Erbe für die Zukunft weiterentwickeln“

UNESCO-Vertreterin und Landschaftsschutz-Landesrätin Maria Hochgruber Kuenzer sprach von der „Werkstatt Dolomiten“. Die dringlichste Frage sieht sie im Verkehr, gefolgt von der Frage: „Wie viel Tourismus vertragen die Landschaft und Umwelt?“ Aber es gehe um mehr: „Wir müssen das Welterbe für die nächste Generation weiterentwickeln.“ Sie forderte alle Interessensgruppen – Bewohner, Tourismus, die Verantwortlichen für die Mobilität und die Umweltschützer – auf „mehr denn je zusammenzurücken. Von unserem Ressort aus soll die Initiative ausgehen, ohne Angst und Vorbehalte über die Zukunft zu diskutieren.“

Vettorato: „Höchste internationale Wiedererkennbarkeit erreichen“

Auch Umweltlandesrat Giuliano Vettorato sieht im UNESCO-Welterbe ein schützenswertes Gut: „Unsere Aufgabe ist es, die vielen Ressourcen aufzuwerten, die dieses Welterbe ausmachen. Wenn wir dieses Ziel verfolgen, erreichen wir die höchste internationale Wiedererkennbarkeit, geben damit aber auch den Startschuss für die Strategien und für die künftige Entwicklung des Welterbes.“

Auch aus Rom kamen viele positive Signale: So verwies der UNESCO-Direktor Italiens, Enrico Vicenti, darauf, dass Italien viele UNESCO-Kulturerbschaften vorzuweisen habe, mit dem UNESCO-Naturwelterbe aber „sollten wir uns genauso zur internationalen Avandgarde in Sachen Nachhaltigkeit bewegen: Für die Dolomiten und für die Menschen, die darin leben, werden wir Maßnahmen entwickeln und Vorreiter werden.“

Feierlichkeiten gehen weiter

Diese Woche stellt den Höhepunkt der Institutionellen Feierlichkeiten anlässlich 10 Jahre UNESCO-Welterbe dar. Aus Südtiroler Sicht setzt es sich am Samstag mit dem großen Welterbefest für die Bevölkerung in St. Vigil in Enneberg fort: Dort sind die Bürgerinnen und Bürger eingeladen, die Dolomiten auf vielfältige Weise kennenzulernen: Mit einer Erlebnismeile, regionalen Produkten aus dem UNESCO-Gebiet, zwei Ausstellungen und einem großen Sagenumzug.

BISHER:

Heute vor zehn Jahren hat die UNESCO die Dolomiten als Weltnaturerbe anerkannt. Bei der Jubiläumsfeier in Cortina hat Landeshauptmann Arno Kompatscher klare Worte gefunden. Es brauche mutige Entscheidungen, um mit Verantwortung für Nachhaltigkeit in ökologischer, wirtschaftlicher, historischer und kultureller Hinsicht einzustehen, erklärte Kompatscher laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Ansa.

Als Landeshauptmann von Südtirol wolle er sich dafür einsetzen, ein solides Regelwerkt zur Schließung der wichtigsten Dolomitenpässe zu Stoßzeiten untertags während der Hauptsaison im Sommer für motorisierte Fahrzeuge zu erarbeiten.

„Sicher wird es nötig sein, einen öffentlichen Shuttledienst als Alternative anzubieten“, fügte Kompatscher hinzu. Der Landeshauptmann denkt dabei an Fahrzeuge auf Wasserstoff-Basis oder an Elektro-Busse. Die Fahrzeuge sollten emissionsfrei und leise sein. Solch mutige Entscheidungen seien die Grundlage für den zukünftigen Erfolg.

Von: mk

Bezirk: Bozen, Pustertal, Salten/Schlern

Kommentare

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37 Kommentare auf "Kompatscher spricht sich für Schließung der Dolomitenpässe aus"


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lauch
lauch
Grünschnabel
21 Tage 19 h

Vor 15 Jahren warnte bereits Costa Andreas aus Corvara vor dem “Überrennen” der Dolomiten Pässe und forderte ein geeignetes Gegensteuern dieser Entwicklung mit Shuttlediensten, Sperrungen etc.
15 Jahre später spricht Kompatscher von mutigen Entscheidungen….ich spreche von Versäumnissen.

falschauer
falschauer
Universalgelehrter
21 Tage 18 h

das finde ich auch, aber besser spät als nie

lauch
lauch
Grünschnabel
21 Tage 17 h

Se stimp ollerdings!

gtrebron
gtrebron
Neuling
21 Tage 17 h

@falschauer glaubst fu ihm wiklich, bisch du naiv? Kompatscher meint das nicht ernst bzw wird den ngsten 4,5 jahren ein schafskäse dafür tun!

erika.o
erika.o
Superredner
21 Tage 4 h

@gtrebron
Richtig !!!
denn wer logisch denkt…
auf der einen Seite will er die Pässe sperren, auf der anderen ein unerlässliches jubeln bezüglich Olympia
wer kann dem noch glauben…

Diamant21
Diamant21
Grünschnabel
21 Tage 18 h

……..Lieber Arno. Schöne Worte. Nimm dir am Platter ein Beispiel und setze ES ENDLICH UM. Südtirol gehört UNS – NICHT den Touristen. Wir müssen hier leben, arbeiten, Steuern zahlen, ALSO haben WIR auch ein RECHT auf Lebensqualität………..

faif
faif
Grünschnabel
21 Tage 17 h

….nanaa…mir hobm die fohrverbote…die turisten meegn lei kämmen….bsunders ze weihnochtn semm isch die sauberste luft….

falschauer
falschauer
Universalgelehrter
21 Tage 17 h

du hast bis zu einem bestimmten punkt vollkommen recht, nur ist die lage jene, dass der großteil der südtiroler wirtschaft sehr stark vom tourismus abhängt und wenn dieser beginnt zu wanken, dann tut sich für viele ein riesengroßes loch auf und zwar nicht nur für die wirtschaftstreibenden sondern direkt und indirekt auch für sehr sehr viele arbeitnehmer …..das bestimmte grenzen geschafft werden müssen stimmt vollkommen, ein erster schritt wäre eben jener dieses themas, aber auch noch viele andere, diesbezüglich stimme ich dir voll und ganz zu

Eric73
Eric73
Neuling
21 Tage 15 h

Selbstverständlich hast du Recht – aber immerhin ist der Tourismus unbestreitbar DER starke Wirtschaftsmotor Südtirols.
Also zwingend zu Ende denken und im Einklang mit Euren Bedürfnissen Lösungen finden damit die Touristen bekommen was sie so sehr neben Euch Menschen mögen.
Mehr Bahnen? Zahnradbahnen, Gasbusse?
Ihr braucht sie und sie werden dahin gehen wo sie das bekommen was sie suchen.
begeistert durch Innovation und Tradition.

Nico
Nico
Tratscher
21 Tage 15 h

👍Richtig👋

Staenkerer
21 Tage 13 h

@Eric73 jo, mit brauchn se, ober mir derfn ins ihnen nimmer unterwerfn!.
und jo, mir lebn von ihnen, oder mir müßn aufhearn für sie zu lebn!
jo, mir hobn a schöne heimat de viele fremde unlockt, ober deswegn müaßn mir se nit verkafn und ins glei dazua!
do mir von olle drei punkte nimmer weit weg sein, isch es höchste zeit zur änderung!

Brixbrix
Brixbrix
Tratscher
21 Tage 13 h

Guate Lait , wenn die Touristen net kemmen tatn, Uiuiui , denkt amol awian noch.
montis sem gangs ins so guat . mon muas holt a epas in Kauf nehmen, net lai die guatn Kerschn fan Kuchn oaessn.

Diamant21
Diamant21
Grünschnabel
21 Tage 7 h

NIEMAND will den Tourismus abschaffen!……….ABER auf ein erträgliches Maß limitieren……..DAS WILL MAN………..wenn man den Wohlstand in unserem Lande nicht in WOHLBEFINDEN ummünzen kann – dann macht er KEINEN SINN……….Staus, Lärm, Zerstörung, Müll, usw. haben mit Lebensqualität NICHTS zu tun……….

falschauer
falschauer
Universalgelehrter
21 Tage 6 h

@Eric73… ja das ist er, die bauwirtschaft, das handwerk, der handel und logischerweise die gastronomie, alle profitieren davon…dass man bestimmte grenzen bewahren und mittlerweilen ausbauen sollte ist vollkommen richtig, denn unser aller kapital ist die natur und tradition und diese sowie die menschen welche im land leben, sollten darunter nicht leiden müssen

Eric73
Eric73
Neuling
21 Tage 2 h

@Staenkerer
da stimme ich dir als Tourist zu!
komme seit bald 45 Jahren in meine zweite Heimat

erika.o
erika.o
Superredner
21 Tage 1 h

@Brixbrix
1. sag, wer ißt am meisten von den Kirschen obendrauf ?
2. und sag, wer hat die Preise für ALLES hochgetrieben ?
und 3. MUSS deiner Meinung nach JEDER mit allem einverstanden sein was UNSEREM mit Land und UNSERER Natur geschieht ???

OrB
OrB
Universalgelehrter
21 Tage 19 h

Es ist höchste Zeit!
Zeigen Sie Mut LH!

brunecka
brunecka
Superredner
21 Tage 18 h

wieder heisse luft und leere versprechungen!!!!😎😎😎😎

falschauer
falschauer
Universalgelehrter
21 Tage 16 h

abwarten und tee trinken, a priori jemanden etwas absprechen ist weder fair noch korrekt

rmmmm82
rmmmm82
Grünschnabel
21 Tage 18 h

wäre zeit!

bon jour
bon jour
Universalgelehrter
21 Tage 15 h

vorher könnte man doch die Brennerautobahn sperren oder die Mebo, da ist viel mehr Verkehr.
Wenn dann doch alles sperren.

BaronVonRotz
BaronVonRotz
Grünschnabel
21 Tage 6 h

Aha, und wir Südtiroler Leben wieder wie vor 100 Jahren, da war eh alles besser oder?
Aber vermutlich bist du eh jemand der sich nie weiter als 10km vom Haus entfernt…

monia
monia
Grünschnabel
21 Tage 16 h

Sperrung der Dolomiten ist eine gute Idee! Würde in Klausen, Bruneck und bei jeder Einfahrt ins Gadertal oder Grödner Tal eine Komplettsperrung machen damit die Ladins wieder unter sich sind!

Bona nuet! 😉

Norbi
Norbi
Superredner
21 Tage 15 h

Er werde sich unter anderem in Rom dafür einsetzen, die rechtlichen
Voraussetzungen dafür zu schaffen. Gleichzeitig brauche es „aber auch
Infrastrukturen und Dienstleistungen, damit endlich wieder die Stille in
dieser wunderbaren Landschaft einkehren kann.“

Also erstmal mit Rom sprechen dann sieht man weiter oder hab ich da was falsch verstanden

Staenkerer
21 Tage 14 h

jo, wie will er sunscht wieder in de in rom de schuld gebn, wenn nix weitergeat?

So ist das
So ist das
Universalgelehrter
21 Tage 17 h

Mutige Entscheidungen muss man aber auch baldigst in die Tat umsetzen. Wir warten. 🙃

Staenkerer
21 Tage 14 h
wer glaub wird sehlig … vor hochrangige gäste schöne worte, und vor der lobby wieder an kniefoll… ergib? genau! olles bleib wie gehabt! orme heimat, wersch umworben, welln di verscherbelt und verkafn! einst worn mir in dir geborgen, heit wersch vom fremden überlafn! liebe heimat, bisch so schön, bisch ins so viel wert, insre kinder solln a no sehn warum man dich verehrt! teure heimat, mir lossn nit zu das man dich zerstört, mir hobn decht mut genua, um zu kämpf wos ins gehört! schöns hoamatl, du bisch es wert di vor zerstörun zu bewahrn, a wenns koaner gern heart:… Weiterlesen »
Mamme
Mamme
Superredner
21 Tage 4 h

Wie soll man jetzt das verstehen,auf der anderen Seite wirft man massenweise Geld für Werbung raus,zum Beispiel mit Olympia,dass noch mehr Gäste ins Land kommen sollen,auf der anderen seite will man sie raus sperren und jammern,dass wir überlaufen sind,also,was will unser Landeshauptmann überhaupt,weis er es überhaupt selber?

Staenkerer
21 Tage 3 h

nit long her das man mit viel aufwand und no mehr stwuergeld de letzte passstroß geraumt hot das jo jeder fohrn konn, und jetz plötzlich de großspurtigen versprechungen? moansch schun er glab selber wos er do sog?

Nobodyisperfect
Nobodyisperfect
Grünschnabel
21 Tage 4 h

… aber für die Olympischen Spiele, aber das eine hat ja mit dem anderen nix zu tun, ich nenne es scheinheilig.

jagerander
jagerander
Tratscher
21 Tage 12 h

na so a bledsinn.und nocher fliag mer mittn hubschrauber in die dolomiten…

Gredner
Gredner
Superredner
21 Tage 5 h

Grundsatzfrage: kann man eine Staatsstrasse (wie jene über den Grödnerjoch), die vom Staat finanziert wird, so einfach schliessen? Ausser wenige Stunden für spezielle Events wie den BikeDay oder den Giro d’Italia oder wegen Lawinengefahr? Ich glaube kaum dass die Gemeinde Wolkenstein auf eine Staatsstrasse eine Maut erheben kann.

Also wird es wohl der erste Schritt sein, dass unser Land diese Strassen vom Staat übernimmt – davor geht gar nix.

Savonarola
21 Tage 5 h

die so groß verkündete Dolomitenbahn ist ja mittlerweile kleinlaut schon Geschichte…

HerrBert
HerrBert
Grünschnabel
21 Tage 4 h

Vielleicht sollte der Landeshauptmann erst mal funktionierende Alternativen bieten und dann sperren. Mit Bussen, die selten fahren und überfüllt sind ist es nicht leicht die Touristen zu überzeugen, ihr Auto (Motorrad) stehen zu lassen.

andr
andr
Superredner
21 Tage 3 h

Diese Entscheidung könnte sich für den Tourismus positiv auswirken
So wie es ist kann es nicht weitergehen geht mal auf das sellajoch zum klettern da geht’s den ganzen Tag Höllen Lärm der ducati und der geöffneten auspuff der harleys…… Autos nur die Radler hört man nicht
Saubere Luft und Stille ist etwas anderes

algunder
algunder
Superredner
21 Tage 2 h

Die turis derfn fohrn und mir einheimischn sein wieder die teppm ! Danke für olls liebe svp

Grantelbart
Grantelbart
Grünschnabel
21 Tage 2 h

Gut! Wir warten.

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