Von: ka
Bozen/New York/London/Moskau – Noch bis vor wenigen Wochen wurden diejenigen, die behaupteten, der Kreml habe wichtige Persönlichkeiten des Westens „in seiner Hand“ und könne durch sie direkten Einfluss auf wichtige politische und militärische Entscheidungen nehmen, als wirre Verschwörungstheoretiker gescholten.

Doch seit immer größere Teile der Epstein-Files öffentlich einsehbar sind, wird immer deutlicher, dass viele Fäden von Jeffrey Epsteins Netzwerk in Moskau zusammenliefen. Die Verbindungen zwischen dem pädophilen Finanzier, zu dessen „Freunden” die einflussreichsten Milliardäre und handelnden Personen der US-Elite zählten, und Russland reichen Jahrzehnte zurück.
Epstein prahlte damit, über den Ständigen Vertreter Russlands bei den Vereinten Nationen und im Sicherheitsrat der UNO, Witali Iwanowitsch Tschurkin, Moskau mit „Material“ versorgen zu können. „Tschurkin war ein großartiger Mensch. Nach unseren Gesprächen hat er verstanden, wer Trump ist“, heißt es in einer seiner E-Mails.

Experten zufolge dürfte der russische Geheimdienst das Potenzial von Epsteins Netzwerk und die abstoßenden „Schwächen” seiner Mitglieder früh erkannt und durch „Honigfallen” nach und nach genügend kompromittierendes Material gesammelt haben. Es spricht vieles dafür, dass es sich um ein Meisterstück der bewährten russischen Kunst des „Kompromat” handelt, bei der Schlüsselpersonen in kompromittierende Situationen gebracht werden, um sie dann in der Hand zu haben.

Kurz gesagt scheint es den russischen Nachfolgediensten des altbekannten KGB gelungen zu sein, sich die Perversionen einer Gruppe Mächtiger zunutze zu machen und die „Mutter aller Honigfallen” zu errichten, in die diese einflussreichen Personen nacheinander hineintappen sollten. Offensichtlich hatten diese mächtigen alten Männer die Kontrolle über sich selbst verloren. Heute fragen sich viele in London und Washington, wie weit Putins Einfluss reichte und welche politischen und militärischen Entscheidungen der Kreml zu seinen Gunsten beeinflussen konnte.

Betrachtet man die vergangenen Monate, kann man sich des Verdachts kaum erwehren, dass nicht nur in den USA, sondern auch in der EU viele Entscheidungen zugunsten des Kremls gefällt wurden. Abseits von „Friedensgesprächen”, die im Sande verlaufen, hindert niemand Putin daran, die Ukraine durch ständige Raketen- und Drohnenangriffe zu zermürben und in einen tödlichen Kältenotstand zu treiben. Die Erfolge der russischen Bodentruppen sind zwar bescheiden, doch mehr noch als die russischen Angriffe betrübt es die Ukrainer, dass ihnen die bitter benötigte Hilfe vorenthalten wird und sie quasi allein gegen Putins Reich im Feld stehen.

„Ist Trump Putins Ass im Ärmel?”, fragen sich nach der Veröffentlichung der Epstein-Files viele Menschen. Es spricht einiges dafür, denn der Kreml beherrscht die gesamte Klaviatur der „Diplomatie“: vom Druck durch „Kompromat“ bis hin zu verlockenden „Deals“.




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