Von: Ivd
Bruneck – Die geplante Trassierung für die Verlegung des Nordrings stößt auf deutliche Kritik. In einer Stellungnahme wird bemängelt, dass das aktuelle Projekt in mehreren Punkten den erklärten Zielsetzungen der Landes- und Gemeindepolitik widerspreche – insbesondere in den Bereichen Mobilität, Natur- und Landschaftsschutz sowie sparsamer Umgang mit Grund und Boden.
Ein zentraler Kritikpunkt betrifft die nachhaltige Mobilität. In einschlägigen Landesplänen ist eine klare Reduktion des motorisierten Individualverkehrs vorgesehen. Die geplante Nordring-Variante setze jedoch auf eine Beschleunigung des Verkehrs und begünstige damit eine Zunahme des Verkehrsaufkommens. Negative Auswirkungen seien nicht nur auf der neuen Trasse selbst zu erwarten, sondern auch auf angrenzenden Abschnitten wie der Durchfahrt St. Georgen sowie der Pfalzner- und Brunecker Straße. Kritisiert wird zudem der Charakter der Straße: Statt einer einfachen Verbindungsstrecke zwischen zwei Staats- beziehungsweise Landesstraßen entstehe faktisch eine Schnellstraße. Besonders die kreuzungsfreie Ein- und Ausfahrt mitten in landwirtschaftlich genutzten Flächen wird als überdimensioniert und unnötig beschrieben.
Auch der Natur- und Landschaftsschutz steht im Fokus der Kritik. Entgegen früherer politischer Bekenntnisse, das Natura-2000-Gebiet möglichst zu schonen, rücke die geplante Trasse ohne zwingende Notwendigkeit in unmittelbare Nähe der Ahrauen. Dies werfe Fragen nach der Vereinbarkeit mit langfristigen Schutzstrategien auf.
Ein weiterer Aspekt ist der Flächenverbrauch. Die aktuelle Planung begünstige eine vollständige Verbauung jener Flächen, die zwischen dem vorgesehenen Nordring und der Industriezone liegen. Dies stehe im Widerspruch zu offiziellen Planungszielen, wonach bestehende Siedlungsflächen besser genutzt und der zusätzliche Flächenverbrauch möglichst auf Null reduziert werden soll.
Gefordert wird daher, die Verlegung des Nordrings wieder stärker an der ursprünglichen Zielsetzung auszurichten: Eine Straße entlang der bestehenden Industriezone, mit vergleichbaren Eigenschaften zum heutigen Nordring und größtmöglichem Abstand zum Schutzgebiet.




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