„Nacht- und Nebelaktion“

Rodung im Brixner Auwald: Gemeinderäte erheben ihre Stimme

Mittwoch, 11. März 2026 | 16:51 Uhr

Von: luk

Brixen – Nach der Rodung eines Teils des Auwalds in Brixen üben das Team K Brixen und die Grüne Bürgerliste (GBL/AES) scharfe Kritik am Vorgehen der Verantwortlichen. In einer gemeinsamen Mitteilung sprechen die beiden Gemeinderatsfraktionen von einer „Nacht- und Nebelaktion“, bei der am vergangenen Freitag innerhalb eines Tages ein beträchtlicher Teil des letzten Auwalds im Eisacktal gerodet worden sei.

Hintergrund ist ein umstrittener Beschluss der Landesregierung zur Änderung des Bauleit- und Landschaftsplans, der am Donnerstag im Amtsblatt der Region veröffentlicht wurde. Bereits am folgenden Morgen seien Bagger aufgefahren, um mit den Rodungsarbeiten zu beginnen. Laut den Oppositionsfraktionen sei damit die gesetzliche Rekursfrist von 60 Tagen faktisch ausgehebelt worden. Inzwischen habe das Verwaltungsgericht eine vorläufige Aussetzung der Vollstreckbarkeit verfügt, eine endgültige Entscheidung steht noch aus.

Nach Angaben der Kritiker seien zahlreiche bis zu 40 Meter hohe Bäume gefällt worden, wodurch ein wichtiger Lebensraum für verschiedene Vogelarten verloren gegangen sei. Die Fraktionen bezweifeln zudem, dass mögliche Wiederherstellungsmaßnahmen den entstandenen Schaden ausgleichen könnten.

Kritik richten Team K und GBL/AES auch an die beteiligte Firma Progress sowie an Bürgermeister und Landesverwaltung. Dem Unternehmen werfen sie vor, Vorgaben aus dem eigenen Umweltbericht missachtet zu haben, etwa hinsichtlich der Zeitpunkte der Schlägerungen. Zudem habe der Bürgermeister nicht ausreichend auf Warnungen reagiert, dass eine schnelle Rodung bevorstehen könnte.

Bezirk: Eisacktal

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