Begehrensantrag angenommen

Landtag fordert bessere Rentenanerkennung von Erziehungs- und Pflegezeiten ­

Donnerstag, 12. März 2026 | 16:54 Uhr

Von: luk

Bozen – Der Südtiroler Landtag hat einen Begehrensantrag der SVP-Landtagsabgeordneten Waltraud Deeg zur besseren rentenmäßigen Anerkennung von Erziehungs- und Pflegezeiten mit großer Mehrheit angenommen. Mit dem Antrag werden die italienische Regierung und das Parlament aufgefordert, einen entsprechenden Gesetzentwurf der SVP-Parlamentarierin Renate Gebhard zu verabschieden.

Erziehungs- und Pflegearbeit bilde eine zentrale Säule der Gesellschaft, werde im bestehenden Rentensystem jedoch nur unzureichend berücksichtigt, betont Deeg. Nach wie vor übernehmen überwiegend Frauen den Großteil dieser Aufgaben. Häufig gehe dies mit Teilzeitarbeit oder Erwerbsunterbrechungen einher – mit der Folge deutlich niedrigerer Pensionen. Tatsächlich beziehen Frauen derzeit im Durchschnitt nur etwa halb so hohe Altersrenten wie Männer.

Zu den Ursachen zählen unter anderem niedrigere Einkommen, häufigere Teilzeitbeschäftigung sowie längere Erwerbsunterbrechungen. Besonders ins Gewicht falle dabei die unbezahlte Sorgearbeit: Viele Frauen reduzieren ihre Erwerbstätigkeit, um Kinder zu erziehen oder pflegebedürftige Angehörige zu betreuen.

Der von Gebhard bereits 2018 und erneut 2022 in Rom eingebrachte Gesetzentwurf sieht vor, Erziehungszeiten im Rentensystem stärker zu berücksichtigen, unter anderem durch eine Senkung des Renteneintrittsalters für erwerbstätige Mütter um ein Jahr pro Kind.

„Die Anerkennung von Erziehungs- und Pflegezeiten ist eine Frage der sozialen Gerechtigkeit“, betonen Deeg und Gebhard. Ziel sei es, strukturelle Benachteiligungen auszugleichen, weiblicher Altersarmut vorzubeugen und echte Gleichstellung auch im Ruhestand zu ermöglichen.

Bezirk: Bozen

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