Von: APA/dpa/Reuters
Russland hat die massiven ukrainischen Drohnenattacken auf Moskau in der Nacht auf Montag mit Gegenangriffen beantwortet. Bei Drohnen- und Raketenangriffen auf Regionen im Zentrum und Süden der Ukraine wurden Behördenangaben zufolge eine Person getötet und mindestens 30 Menschen verletzt. Berichten der zuständigen Regionalgouverneure auf Telegram zufolge starb die Person im südukrainischen Cherson. Auch Russland meldete neue Drohnenangriffe aus der Ukraine.
In der Hafenstadt Odessa trafen Drohnen demnach ein Wohngebäude, eine Schule und einen Kindergarten und verletzten einen elfjährigen Buben sowie einen 59-jährigen Mann. In der Stadt Dnipro wurden den Angaben zufolge mindestens 18 Menschen verletzt, darunter zwei Kinder. Aus der Region Saporischschja wurden drei Verletzte gemeldet.
Eine russische Drohne traf einem Insider zufolge vor der Schwarzmeerküste der Ukraine ein chinesisches Frachtschiff. Bei dem Angriff auf die unter der Flagge der Marshallinseln fahrende “KSL Deyang” habe es keine Verletzten gegeben, sagte die mit dem Vorfall vertraute Person. Das Schiff sei nicht nennenswert beschädigt worden. Die Besatzung habe das durch den Einschlag ausgelöste Feuer selbst gelöscht. Zum Zeitpunkt des Angriffs habe der Frachter keine Ladung an Bord gehabt. Er sei auf dem Weg in den ukrainischen Hafen Piwdenne in der Region Odessa gewesen, um dort Eisenerzkonzentrat zu laden.
Bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf die südrussische Region Belgorod wurden am Montag nach Angaben der örtlichen Behörden zwei Menschen getötet und zwei weitere verletzt. Die an die Ukraine grenzende Region gerät seit Beginn des russischen Angriffskriegs immer wieder unter ukrainischen Beschuss.
Russland griff mit 524 Drohnen und 22 Raketen an
Laut dem ukrainischen Militär griff Russland in der Nacht mit 524 Drohnen und 22 Raketen an. Davon konnten 503 Drohnen und vier Raketen unschädlich gemacht werden, wie die Luftwaffe auf Telegram mitteilte. Hauptziel seien Dnipro und Umgebung gewesen.
In Russland wurden einem Bericht der Nachrichtenagentur Interfax zufolge die Regionen Rostow und Belgorod im Süden des Landes Ziel ukrainischer Angriffe. Hier seien in der Nacht Drohnen abgeschossen worden, berichtete Interfax unter Berufung auf das Verteidigungsministerium in Moskau. Details wurden von dort zunächst nicht mitgeteilt. Laut dem Gouverneur der Region Rostow, Juri Sljussar, war die Luftabwehr unter anderem über der Hafenstadt Taganrog am Asowschen Meer aktiv.
Am Sonntag waren bei ukrainischen Drohnenangriffen laut russischen Behörden mindestens vier Menschen getötet worden, darunter drei in der Region Moskau. Die Hauptstadt erlebte den schwersten Angriff seit mehr als einem Jahr. Die Berichte vom Kampfgeschehen ließen sich von der Nachrichtenagentur Reuters nicht unabhängig überprüfen. Beide Seiten weisen den Vorwurf zurück, gezielt Zivilisten anzugreifen.
In der vergangenen Woche hat Russland einem Agenturbericht zufolge insgesamt mindestens 3.124 ukrainische Drohnen abgefangen oder zerstört. Wie die staatliche Nachrichtenagentur RIA Nowosti unter Berufung auf Daten des Verteidigungsministeriums meldete, waren es am Sonntag mit 1.054 Drohnen die meisten der vergangenen Woche. Der überwiegende Teil sei über dem europäischen Teil Russlands unschädlich gemacht worden.




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