Beschluss der Landesregierung

Mehr Flexibilität bei der Wahl des Basisarztes

Dienstag, 13. Juni 2017 | 12:55 Uhr

Bozen/Brixen/Bruneck – In Brixen und Bruneck können Patienten nun ihren Basisarzt aus einem größeren Ärztepool wählen. Je zwei Einzugsgebiete sind nun zu je einem zusammengeführt.

In den Gesundheitssprengeln Brixen-Umgebung und Bruneck-Umgebung werden die beiden jeweiligen bisherigen Einzugsgebiete zusammengelegt. Dies hat die Landesregierung heute beschlossen.

Im Detail geht es darum, dass ein Patient seinen Hausarzt freier wählen kann, auch wenn dieser seine Praxis außerhalb des bisherigen Einzugsgebietes führt. Konkret kann ein Mühlbacher beispielsweise nunmehr entscheiden, seinen Hausarzt in Vahrn zu wählen, wenn er dies wünscht. Aus den bisherigen Einzugsgebieten Brixen-Lüsen-Vahrn und Mühlbach-Umgebung wird ein Einzugsgebiet mit insgesamt 22 Allgemeinmedizinern. Dasselbe gilt für die Einzugsgebiete Bruneck-Percha-Gais und St. Lorenzen-Kiens-Terenten-Pfalzen mit insgesamt 23 Basisärzten.

“Zu dieser Entscheidung hatte auch die Tatsache geführt, dass in Mühlbach ein Arzt in den Ruhestand getreten ist und seine Patienten nur schwerlich einen Arzt gefunden hätten. Diese haben nunmehr die Möglichkeit, ihren Vertrauensarzt auch außerhalb des bisherigen Einzugsgebietes zu wählen”, sagte Gesundheitslandesrätin Martha Stocker bei der heutigen Pressekonferenz im Anschluss an die Sitzung der Landesregierung. Diese Patienten würden in Kürze schriftlich eingeladen, einen neuen Hausarzt aus dem so vergrößerten Ärztepool zu wählen. In Gesundheitssprengel Bruneck-Umgebung soll die neue Einteilung den Patienten lediglich eine größere Auswahlmöglichkeit bieten, da mancherorts wenige zur Auswahl standen, während Ärzte in anderen Gemeinden noch Patienten aufnehmen können.

Es sei dies eine weitere Maßnahme, sagte Stocker, um dem Ärztemangel zu begegnen. Im Vordergrund stehe stets das Ziel, den Bürgern die bestmögliche medizinische Versorgung zu sichern. Diese Zusammenlegung kann zwar dazu führen, dass ein Bürger einen etwas weiteren Weg zum Hausarzt in Kauf nehmen muss. „Wichtig ist aber auch, dass den Bürgern eine gewisse Anzahl an wählbaren Ärzten zur Verfügung steht“, betont Stocker.

Zu bedenken sei in diesem Zusammenhang, dass derzeit in Südtirol 40 Ärzte in Allgemeinmedizin ausgebildet werden, die im Laufe der nächsten ein bis drei Jahre als Basisärzte zur Verfügung stehen werden.

Von: mk

Bezirk: Bozen, Eisacktal, Pustertal

Kommentare

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5 Kommentare auf "Mehr Flexibilität bei der Wahl des Basisarztes"


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einstein
einstein
Tratscher
1 Monat 11 Tage

Das ist eine reine Augenauswischerei. Es wird wohl nicht mehr lange dauern; dann kann ein Patient aus Innichen einen Hausarzt in Salurn wählen.

sanibel
sanibel
Neuling
1 Monat 11 Tage

hat wohl eher mit dem hausärztemangel zu tun…wer will schon wenn krank mehrere kilometer zum hausarzt gondeln? wahnsinn..es wäre besser den hausärzten mehr zu bieten (siehe deutschland) dann wäre der mangel sicher bald behoben…bei uns werden den hausärzten nur steine in den weg gelegt!

mutand
mutand
Neuling
1 Monat 11 Tage

statt eines menschlichen hausarztes, waere mir lieber ein online Doktor, also maschinelle intelligenz wie z.B. IBM Watson.
Ich habe zu viele Aerzte kennen gelernt, die sich auffuehren wie Goetter in Weiss, ansonsten nur an Urlaub und Geldverdienen interessiert sind. Die Patienten sind fuer sie laestig.

der Vinschger
der Vinschger
Grünschnabel
1 Monat 10 Tage

Einige der Allgemeinmediziner, welche nicht Südtiroler sind, werden nach den 2 Pflichtjahren in Südtirol wieder nach Hause zurückkehren und werden somit langfristig nicht dazu beitragen den Mangel an Hausärzten zu beheben

So ist das
So ist das
Tratscher
1 Monat 10 Tage

Das klingt alles zu gut, da gibt es sicher einen Haken, wenn Frau Stocker diese Möglichkeit so begeistert darstellt.

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