Internationaler Hebammentag am 5. Mai 2026

„Mehr Hebammen, mehr Gesundheit für alle“

Montag, 04. Mai 2026 | 15:30 Uhr

Von: mk

Bozen – Die Berufskammer der Hebammen der Provinz Bozen schließt sich dem internationalen Appell an und macht auf den wachsenden Bedarf an Hebammen auch in Südtirol aufmerksam. Anlässlich des Internationalen Hebammentages am 5. Mai möchte die Berufskammer der Hebammen der Provinz Bozen die Aufmerksamkeit der Bevölkerung, der Institutionen und der Medien auf ein Thema von großer gesundheitlicher, sozialer und gesellschaftlicher Bedeutung lenken: Der Mangel an Hebammen zählt heute zu den ernsthaftesten und zugleich am wenigsten sichtbaren Herausforderungen unserer Zeit.

„Dieses Problem betrifft die ganze Welt, ist aber auch in Südtirol spürbar. Deshalb ist es notwendig, sich auch auf lokaler Ebene mit der Gegenwart und Zukunft des Hebammenberufs auseinanderzusetzen, mit seiner vollen Anerkennung und mit der Notwendigkeit, gezielt in Betreuungsmodelle zu investieren, die Kontinuität, Nähe, fachliche Kompetenz und Beziehung in den Mittelpunkt stellen“, erklärt Manuela Brioschi, Präsidentin der Berufskammer der Hebammen der Provinz Bozen

Das diesjährige Motto der International Confederation of Midwives (ICM) „One Million More Midwives“ unterstreicht mit Nachdruck die Notwendigkeit eines weltweiten Engagements zur Stärkung des Hebammenberufs. Die von der ICM initiierte internationale Petition, die in Italien von der Federazione Nazionale degli Ordini della Professione di Ostetrica (FNOPO) unterstützt wird, fordert von den Regierungen stärkere Investitionen in Ausbildung, Rekrutierung, Berufseinstieg und Aufwertung der Hebammen. Damit werde die wesentliche Rolle der Hebammen für die Gesundheit von Frauen, Neugeborenen, Familien und Gemeinschaften anerkannt.

„Über Hebammen zu sprechen, bedeutet heute, über öffentliche Gesundheit, über Rechte, über angemessene Versorgung und über die Qualität von Gesundheitsdiensten zu sprechen. Wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, dass eine kontinuierliche hebammengeleitete Betreuung die mütterlichen und neonatalen Outcomes verbessert, unnötige Eingriffe reduziert, zu einer positiveren Geburtserfahrung beiträgt und die Zufriedenheit von Frauen und Familien erhöht“, so Brioschi.

Der Bedarf an Hebammen dürfe deshalb nicht allein als zahlenmäßige Frage verstanden werden. Es sei zwar notwendig, in den personellen Bedarf zu investieren, ebenso wichtig sei es aber, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass Hebammen ihre berufliche Rolle mit Würde, Autonomie, Verantwortung und entsprechender Anerkennung voll ausüben können.

„Die Hebamme ist die zuständige Fachperson für die Betreuung bei physiologischer Schwangerschaft, physiologischer Geburt, Wochenbett und im Bereich des Neugeborenen. Ihr Kompetenzbereich geht jedoch weit über den Geburtspfad hinaus“, so Brioschi. Die Hebamme sei eine zentrale Bezugsperson für die Gesundheit der Frau während des gesamten Lebensverlaufs. Der Hebamme wieder mehr Raum und Anerkennung zu geben, bedeute deshalb auch, den Wert und die Breite ihres professionellen Wissens umfassend anzuerkennen.

„Auch in Südtirol braucht es organisatorische Modelle, die es Hebammen ermöglichen, dort tätig zu sein, wo ihre Kompetenzen notwendig und angemessen sind. Das bedeutet, die Präsenz von Hebammen in der Schwangerschafts- und Geburtsbegleitung, im Wochenbett, im wohnortnahen Bereich, in den Familienberatungsstellen, in der Prävention, in gynäkologischen Versorgungspfaden und in all jenen Bereichen zu stärken, in denen Hebammen einen wesentlichen Beitrag zu Gesundheit, Versorgungskontinuität, Menschlichkeit in der Betreuung und einem angemessenen Ressourceneinsatz leisten können“, betont Brioschi.

An diesem symbolischen Tag erneuert die Berufskammer der Hebammen der Provinz Bozen daher ihren Appell an die Institutionen: Es sei Zeit, die Rolle der Hebamme vollständig anzuerkennen, in den Berufsstand zu investieren und sicherzustellen, dass Hebammen ihren Beitrag in all jenen Bereichen leisten können, in denen sie über Kompetenzen, Ausbildung und Verantwortung verfügen.

„Als Präsidentin der Berufskammer sehe ich es als meine Pflicht, zu betonen, dass es, der Hebamme ihre Würde zurückzugeben, bedeutet, einem Beruf neue Stärke zu verleihen, der historisch immer an der Seite von Frauen, Familien und neuem Leben stand. Es bedeutet, den Wert einer Gesundheitsfachkraft anzuerkennen, die nicht nur betreut, sondern begleitet, orientiert, vorbeugt, unterstützt und Gesundheit fördert. Der Bedarf an mehr Hebammen ist nicht nur ein globales Thema, sondern betrifft auch Südtirol ganz unmittelbar. In Hebammen zu investieren bedeutet, in die öffentliche Gesundheit, in die Qualität der Versorgung, in die Kontinuität der Betreuung und in die Rechte der Frauen zu investieren. Das ist nicht nur ein Anliegen des Berufsstandes, sondern eine Notwendigkeit für das Gesundheitssystem und eine verantwortungsvolle Entscheidung im Interesse der gesamten Gemeinschaft“, erklärt Manuela Brioschi.

Bezirk: Bozen

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