Von: luk
Meran – Die Stadtregierung von Meran will bei der künftigen Raumplanung auf maßvolle Entwicklung statt auf starke Verdichtung setzen. Das betonte Bürgermeisterin Katharina Zeller am Dienstag im Rahmen einer Pressekonferenz. Ziel sei es, den Wohnraumbedarf zu decken, ohne das gewachsene Stadtbild und die Lebensqualität der Kurstadt grundlegend zu verändern.
Rund 48.800 Quadratmeter Entwicklungsflächen
Aktuell liegen der Gemeinde mehrere Ansuchen zur urbanistischen Umgestaltung brachliegender Gewerbeflächen vor. Betroffen sind die Areale ex Gritsch (2.952 m²), ex Edyna (3.917 m²), ex Cafa (12.912 m²), ex Marinello (4.519 m²) und ex Torggler (18.515 m²).
Zusätzlich plant die Gemeinde selbst die Entwicklung eines 5.980 Quadratmeter großen Grundstücks in der 1.-Mai-Straße für leistbare Mietwohnungen. Insgesamt ergibt sich damit eine potenzielle Entwicklungsfläche von rund 48.795 Quadratmetern – zusätzlich zu den rund 30 Hektar des noch zu entwickelnden Kasernenareals.
Wohnungsnot als soziale Herausforderung
Zeller verwies auf die angespannte Situation am Wohnungsmarkt. Die akute Wohnungsnot bringe zunehmend auch soziale Herausforderungen mit sich. Notwendige Entwicklungsschritte könnten daher nicht vollständig ausgesetzt werden, auch wenn das Gemeindeentwicklungsprogramm (GEP) noch in Ausarbeitung sei.
Im Rahmen dieses Programms soll der tatsächliche Wohnraumbedarf detailliert erhoben werden. Auf dieser Grundlage will die Stadt künftig datenbasiert über Ausmaß und Richtung weiterer Bauvorhaben entscheiden.
Wachstum mit Augenmaß
In der Diskussion um neue Wohnbauprojekte werde häufig eine stärkere Verdichtung – also höhere Gebäude und größere Baudichten – gefordert. Zwar ließe sich so Fläche sparen, doch hätte dies laut Stadtregierung spürbare Auswirkungen auf Maßstab und Erscheinungsbild Merans. Zudem seien Infrastrukturen wie Schulen, Sportstätten, Grünflächen und Spielplätze bereits heute vielfach ausgelastet.
Nach Einschätzung der Verwaltung könnte der Wohnraumbedarf voraussichtlich auch ohne deutlich höhere Gebäude und wesentlich dichtere Verbauung gedeckt werden. Die in der vergangenen Amtsperiode diskutierten stark erhöhten Baudichten für Wohnzonen erscheinen vor diesem Hintergrund nicht zielführend.
Fokus auf leistbares Wohnen
Ein Schwerpunkt bleibt das leistbare Wohnen. Im Areal ex Gritsch wurde bereits in der vergangenen Amtsperiode eine höhere Baudichte genehmigt, da dort ausschließlich preisgebundener Wohnraum entstehen soll. Rund die Hälfte der Fläche ist für Wohnbaugenossenschaften vorgesehen, auf der restlichen Fläche sollen Wohnungen mit Preisbindung errichtet werden.
Auch für das angrenzende Areal ex Edyna wird eine höhere Dichte in Betracht gezogen – allerdings nur unter vergleichbaren verbindlichen Auflagen zugunsten leistbaren Wohnraums.
Wirtschaftliche Perspektiven
Mit der Umwandlung ehemaliger Gewerbeflächen müsse zugleich Raum für neue wirtschaftliche Entwicklungen geschaffen werden, betonte die Stadtregierung. Insbesondere im 30 Hektar großen Kasernenareal sollen Flächen für innovative und platzsparende Unternehmen ausgewiesen werden. Ziel ist es, neben dem Tourismus ein breites wirtschaftliches Fundament für die Stadt zu sichern.




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