"Bozen würde sich nur selbst schaden"

Mussner: “Angebot ausbauen, statt Pendler aussperren!”

Montag, 24. Juli 2017 | 16:47 Uhr

Bozen – Dass das Verkehrskonzept der Stadt Bozen stetig weiterentwickelt werden müsse, um die Überlastung in den Griff zu kriegen, sieht Mobilitätslandesrat Florian Mussner genauso wie Bürgermeister Renzo Caramaschi. Dessen Vorschlag, Bozen für den Pendlerverkehr zu sperren, geht Mussner aber zu weit. “Ich kann mir nicht vorstellen, dass hinter einem solchen Vorschlag ein durchdachtes Konzept steckt”, so Mussner, “ein solches braucht es aber, wenn man die Stadt entlasten will.” Eine Sperrung nur für Studenten und Pendler ist für Mussner indes nicht denkbar.

“Ich glaube darüber hinaus grundsätzlich nicht, dass radikale Methoden wirksam sind, um das zu erreichen, was man möchte”, erklärt der Landesrat. Er sei kein Freund von Zwangsmaßnahmen, wenn man mit Bewusstseinsbildung und einem verbesserten Angebot mehr erreichen könne. “Wir arbeiten mit der Stadt schon seit Jahren an einem öffentlichen Verkehrsangebot, das eine echte Alternative zum Individualverkehr darstellt”, sagt Mussner, der den dichten Takt auf den Bahnstrecken und das ausgebaute Busangebot als Beispiele nennt.

Ein weiterer Schritt werde mit der Vollendung der Vorzugsspuren für den Metrobus aus dem Überetsch gesetzt. Ein Teil der Spuren sei schon fertig, am Abschnitt zwischen Reschen- und Mendelstraße baue derzeit die Gemeinde, das Land unterstütze diese Arbeiten mit gut vier Millionen Euro. Ende des Jahres sollen bereits fünf von neun Baulosen vollendet sein, erklärt der Landesrat. “Jedes fertige Baulos bringt eine graduelle Verbesserung”, betont Mussner.

Allerdings könne selbst mit einem dichten Takt von Bussen sowie mit einem konkurrenzlos schnellen Metrobus zwar ein immer größerer Teil, aber nie das gesamte Pendleraufkommen abgedeckt werden. “Wir können Bozen aber weiter und meiner Meinung nach nachhaltig durch die laufenden und für die Zukunft im Stadtbereich geplanten Bauarbeiten im Bus- und Bahnbereich entlasten”, erklärt Mussner. Pendler und Studenten dürfen nicht zum alleinigen Sündenbock gemacht werden. “Man darf nicht vergessen, dass die Pendler, Schüler und Studenten einen wichtigen Beitrag zum wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Leben in der Stadt leisten und auch Bildung und Kultur voranbringen”, so der Landesrat. “Sie sind nicht nur eine Belastung, sondern bringen, wenn man es kurz machen möchte, Leben in die Stadt”, betont Mussner.

 

Von: mk

Bezirk: Bozen

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