Strategiepapier "Everyday for future"

Nachhaltigkeit: Landesregierung stellt ihre Ziele vor

Freitag, 23. Juli 2021 | 18:54 Uhr

Bozen – Den Kindern einen Planeten hinterlassen, auf dem es möglich ist, gut zu leben: Verantwortung dafür will auch das Land Südtirol Verantwortung übernehmen und so umschreibt es Landeshauptmann Arno Kompatscher im Strategiepapier “Everyday for future – Gemeinsam für die Nachhaltigkeit”, das die Landesregierung heute (23. Juli) Nachmittag am Sitz des Landesdenkmalamtes im Palais Rottenbuch in Bozen vorgestellt hat.

LPA/Tiberio Sorvillo

Wie Landeshauptmann Arno Kompatscher erklärte, starte das Land Südtirol auf diesem Weg nicht bei Null: “Aber wir müssen noch viel mutiger und konsequenter handeln. Der Klimakrise zu begegnen, ihre Folgen zu bewältigen und die Herausforderungen möglichst in Chancen umzuwandeln, ist die größte und wichtigste Aufgabe dieser Legislaturperiode.”

Dass der nötige Anpassungsprozess schwierig sei und “nicht schmerzfrei” über die Bühne gehen werde, sagte Professor Gottfried Tappeiner von der Universität Innsbruck. Er hat die Entscheidungsfindung der Landesverwaltung und Landesregierung wissenschaftlich begleitet. Er sprach vom “wahrscheinlich bedeutendsten Strukturwandel” der letzten 100 Jahre. Südtirol befinde sich allerdings unter vielen Aspekten “in einer guten Ausgangsposition”, handle nur manchmal zu zögerlich und träge. “Eine gute Ausgangssituation ist kein Persilschein, sondern Verpflichtung”, mahnte Tappeiner.

Die Nachhaltigkeitsstrategie der Südtiroler Landesregierung bewege sich im Rahmen internationaler Bemühungen, besonders der Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen, die “sustainable development goals” (SDG’s). Sie definieren die Anforderungen der nachhaltigen Entwicklung an die Gesellschaft. Zu diesen SDG’s hat sich die Landesregierung bereits zu Beginn der Amtsperiode in ihrem Regierungsprogramm 2018-2023 bekannt. Koordiniert vom Büro des Landeshauptmannes wurden zunächst intern die bereits bestehenden einzelnen Bemühungen in den verschiedenen Ressorts gesammelt und gebündelt, um sie danach gemeinsam neu auszurichten. Auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeiten hat die Landesregierung nun einen wichtigen Meilenstein erreicht und tritt mit ihrem Vorschlag an die Interessensvertreter und Bevölkerung heran, sagte der Landeshauptmann: “Eine umfassende und ganzheitliche nachhaltige Entwicklung erreichen wir nur gemeinsam – als gesamte Südtiroler Gesellschaft. Gleichzeitig darf niemand zurückgelassen oder sozial benachteiligt werden. Das Konzept Everyday for future – Gemeinsam für die Nachhaltigkeit ist auch eine Einladung an alle, sich daran zu beteiligen.”

Sieben Handlungsfelder

Das Strategiepapier ist als Ziel- und Umsetzungsinstrument zu verstehen: Es umfasst also das Was und das Wie. Der erste Bereich enthält sieben prioritäre Handlungsfelder, die sich aus den internationalen Empfehlungen der Vereinten Nationen – angepasst an die Südtiroler Realität – ergeben: Reduktion der Treibhausgasemission, Wettbewerbsfähigkeit, Soziale Sicherheit und Chancengerechtigkeit, Erhaltung des Naturraumes und der Artenvielfalt, Veränderung von Konsumverhalten und Produktion, Transparenz und Gerechtigkeit sowie  Hochwertige öffentliche Dienste. Soweit bereits machbar, sind diese Handlungsfelder mit Zielen, Maßnahmen und messbaren Indikatoren hinterlegt. Die Umsetzung erfolgt in den einzelnen Ressorts der Landesverwaltung mit den strategischen Maßnahmenplänen, beispielsweise dem Klimaplan, der aktuell in seiner dritten Fassung überarbeitet wird.

Vier Instrumente

Der zweite Bereich, dem Wie, sollen vier ganzheitliche, ressortübergreifende Instrumente für die Umsetzung sorgen. Erstens misst das Landesstatistikinstitut ASTAT laufend die Nachhaltigkeitsanstrengungen auf Grundlage der von den SDGs vorgegebenen Indikatoren. Zweitens unterstützen Südtirols Forschungseinrichtungen die Politik und Verwaltung laufend mit notwendigen Untersuchungen und Studien. Drittens sollen Interessensgruppierungen, aber auch die einzelnen Bürger und Bürgerinnen in einen kontinuierlichen Partizipationsprozess eingebunden werden. Viertens richtet das Land seine Förderungen, Investitionen und die gesamte Haushaltspolitik mit Hilfe von Untersuchungen zur finanziellen Auswirkung verstärkt auf eine nachhaltigen Entwicklung aus.

Wie die nachhaltige Entwicklung jetzt schon alle Politikfelder betrifft, zeigte sich im Gespräch mit den acht Landesrätinnen und Landesräten: Sie erklärten, welche Aufgaben ihre Ressorts auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit bewältigen müssen. Viele gute Beispiele zeigen aber auch, dass man sich bereits auf den Weg gemacht hat, und das bewegte Landeshauptmann Kompatscher am Ende der Pressekonferenz zu einem hoffnungsvollen Ausblick: “Wir wollen mutige Entscheidungen treffen. Wir sind zuversichtlich, dass unsere Gesellschaft sie mitträgt. Wenn das gelingt, können wir der Klimakrise begegnen und ihre Folgen bewältigen.”

Über “Everyday for future” berichtet seit heute auch ein eigenes Webportal auf der Internetseite des Landes Südtirol: https://nachhaltigkeit.provinz.bz.i (Ita: https://sostenibilita.provincia.bz.it)

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare
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Hausverstand
Hausverstand
Tratscher
1 Monat 28 Tage

Was bitteschön Nachhaltigkeit???Alles wird zubetoniert ihr Baulöwen!!!Kaum eine Wiese bleibt verschont ihr Zerstörer!!!

falschauer
1 Monat 28 Tage

hausverstand@ das ist hausverstand

Doolin
Doolin
Universalgelehrter
1 Monat 28 Tage

….überall entstehen Bettenburgen im landwirtschaftlichen Grün…
😝

halihalo
halihalo
Universalgelehrter
1 Monat 28 Tage

genau , alles umsonst …es wird viel bla bla bla geredet und zum Schluß haben die ganzen Lobbys das Sagen und es wird weiter gebaut und zerstört als gäbe es kein Morgen …Geld regiert die Welt …leider

Andreas1234567
Andreas1234567
Universalgelehrter
1 Monat 29 Tage

Hallo nach Südtirol, 

hört auf den Bauern ins Gesicht zu spucken weil man vor irgendwelchen spendensammelnden selbsternannten “Instituten” aus D kuscht.

Und jetzt wird Geld aus dem Fenster geschmissen für irgendwelche Eierköpfe und Gutachten die später in den Schubladen verschimmeln.

Gebt die Gelder komplett den Bergbauern, die halten die Landschaft seit Generationen in Schuss und sind erst kürzlich von einer italienischen Umweltschutzorganisation für Projekte um Vogelschutz und eine Selbstvermarktungsplattform geehrt worden.

Da braucht es keine sieben Handlungsfelder und vier Instrumente, es braucht existenzfähige heimische Bauern damit was Bezahlbares zum Fressen auf dem Tisch steht was nicht per Containerschiff aus Asien rangeschafft wird

Gruss nach Südtirol

Wilhelmina
Wilhelmina
Neuling
1 Monat 28 Tage

Dann fang mal beim Urschleim bitte an! Bevor was auf den Tisch kommt, muss das Viehzeug auch fressen und das Futter besteht nicht ausschließlich aus Heu. Melasse, Soja, etc. entstehen nicht in Südtirol, geschweigedenn in Europa. Ich würde eher mal den Tourismus zügeln und nicht jedes Dorf immer mehr mit Bettenburgen vollstopfen, ebenso die Autobahn und Staatsstraßen, wie sie jetzt wieder spätestens im August voll sein werden und fast jeder Touri bis auf den Berggipfel mit seinem SUV hochfahren muss.

tomsn
tomsn
Superredner
1 Monat 29 Tage

Sem kents amol mitn Klimahaus unfongen: hearts endlich auf Styropor an die Wände zu klebn! Auch den Müll müssen dann unsere Kinder entsorgen!

Seaman
Seaman
Grünschnabel
1 Monat 28 Tage

Bei Erhaltung des Naturraumes fällt mir sofort dieser schwachsinnige Glasturm ein, der den Rosengarten verschandeln soll.

raunzer
raunzer
Superredner
1 Monat 28 Tage

Sinnfreies Geschwafel mit Gähn Faktor.

So ist das
1 Monat 28 Tage

Wie so oft bei der Politik, wenn sie sich das Leben schön redet und als Retter darstellt.

Hupsstupspups
Hupsstupspups
Tratscher
1 Monat 28 Tage

Das Glyphosat verbieten!! Deutschland gibt jährlich 60Mrd.€ aus um die Umwelt zu zurstören!! Das wissen auch nur wenige!! Wenn der Großteil der Bevölkerung nicht absichtlich arm gehalten würde gäbe es viel mehr Umweltschutz!!!

Spiegel
Spiegel
Universalgelehrter
1 Monat 28 Tage

Glyphosat zulassen. Mechanische Bodenhaltung im Bio zeratört 60 bis 95% der Regenwürmer. Glyphosat ist absolut unbedenklich und erhaltet zudem die Regenwurmpopulation. Ganz geschweige vom CO2 Ausstoss in der Bioproduktion und den Flächenverbrauxh Weltweit durch BIOFÖRDERUNG.
Wenn wir das Klima retten sollen dann muss auf Landw. Flächen intensiv produziert werden um den Flächenfrass zu verhindern. Bis 2050 muss der Bauer 60 bis 100 % mehr produzieren un den Hunger an Lebensmitteln zu stillen. Oder wir führen wieder den Hunger ein.

Spiegel
Spiegel
Universalgelehrter
1 Monat 28 Tage

Bio müss mam verbieten denn die Mechanische Bodenbearneitung tötet 95 % der Regenwürmer. Auch braucht sie zuviel Fläche da sie nicht ertragreich ist. Glyphosat ist absolut unbedenklich hat jetzt die 11.000 ige Studie bestätigt. Integrierte Landwirtschaft ist Zukunft

Oracle
Oracle
Superredner
1 Monat 28 Tage

@Hupsstupspups, Glyphosat verbieten warum? Trinkt keiner, der Hausverstand hat und wird auch nicht auf etwas gespritzt, was man isst. Mechanische Verfahren oder Unkrautbekämpfung mit Dampf, das schon zerstört die ganzen Kleintiere und Insekten in der obersten Schicht… der Rest ist pure Propaganda..

Oracle
Oracle
Superredner
1 Monat 28 Tage

… @Hupsst…ps, in Südtirol werden im Obstbau seit über 70 Jahren, im Weinbau seit über 100 Jahren Pflanzenschutzmittel eingesetzt. Wir haben Eu-weit eine der höchsten Lebenserwartungen. Zum Thema Glyphosat, wieviel Todesfälle bzw. Vergiftungen oder Krankheitsfälle sind auf Glyphosat in Südtirol zurückzuführen? Meines Wissens ….”0″

neidhassmissgunst
neidhassmissgunst
Superredner
1 Monat 28 Tage

Für die Nachhaltigkeit sehe ich eigentlich kein Problem.
Zum Beispiel existiert der Wintertourismus nicht mehr, letzten Winter gab es nix, kommenden Winter gibt es wieder nix.
Also zurück zur stillen Natur in den Bergen mit Nachhaltigkeit ohne Ende. Nur die Menschen werden auch loslassen müssen. 

Zeitreise
Zeitreise
Grünschnabel
1 Monat 28 Tage

Nur ein jahrelanger Klimalockdown kann “uns” retten.

Spiegel
Spiegel
Universalgelehrter
1 Monat 28 Tage

Bullshit was du schreibst. Aluhutträger

Orbeitstrottl
Orbeitstrottl
Tratscher
1 Monat 28 Tage

Unsere Bevölkerung isch nicht mehr einverstanden mit den Beschlüssen der Politik,öffentliche Gelder rauswerfen,Politikergehälter-Nachzahlungen -Rentenvorauszallungen nicht einhaltende Versprechungen usw. Es muss sich was ändern in Südtirol

durchdacht
durchdacht
Tratscher
1 Monat 28 Tage

Monokulturen, Autobahn, Gostners Flughafen, Tourismus Hochburgen, Parkfiume in Bozen, Einkaufszentren, Aula in der Stadt, Smog, Supermärkte und Verlackungsmüll… ja ja Südtirol ist Nachhtigkeit wichtig. Da brauch t’s ne Pandemie für ein paar Monate Umweltschutz.

schlauer
schlauer
Tratscher
1 Monat 28 Tage

Alles schön und gut, aber wie schauts mit der Umsetzung aus? Unter den sieben Handlungsfeldern der Landesregierung für die Nachhaltigkeit scheint auch die Erhaltung des Naturraumes und der Artenvielfalt auf. Meine Frage dazu: wieso hat dann die Mehrheit im Landtag im Frühjahr 2020 gegen einen Beschlussantrag zur Rettung des Brixner Auwaldes gestimmt? Möchte darauf hinweisen, dass mit dem geplanten Bau eines Industriegebäudes für 3D-Betondrucker der Firma Progress in diesem Wald, das Habitat von 64 Vogelarten, darunter auch sieben der Roten Liste, für immer zerstört wird!
NB. Habitatsverlust ist die Ursache Nr. 1 für das Artensterben!!

sophie
sophie
Universalgelehrter
1 Monat 28 Tage
Umweltschutz fängt überall an, beim bauen, beim Strassenbau, nicht jedes Hotel muss jedes Jahr erweitert werden, immer mehr Auen werden aufgeschüttet und zu betoniert (Flughafen Bozen verlängerung) Brixen wird Aue Naturschutzgebiet für grosse Firma nieder gebaggert, es gibt noch genüge Beispiele aufzuzählen, Ältere Häuser werden mit Styropor ummantelt, das alles kann doch kein Umweltschutz und Nachhaltigkeit sein, was für einen Plastikmüll hinterlassen wir unseren Kindern und unserer Jugend. Das alles muss endlich aufhören, umdenken heisst die Devise, und das nicht morgen sondern HEUTE MUSS DAMIT BEGONNEN WERDEN, Die Politiker müssen sich dafür einsetzen, aber nicht immer mit dem üblichen blablablaaaaa,… Weiterlesen »
lutzxxx
lutzxxx
Grünschnabel
1 Monat 28 Tage

Seitenhieb af FRIDAYS for future? 😅 Also in Nomen moan i

Oracle
Oracle
Superredner
1 Monat 28 Tage

Sind Bioprodukte, welche um die halbe Welt geflogen werden, nachhaltig? Veganer und Soja, die 80% aus Amerika kommt, sehr nachhaltig..

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