Grüne Wende

Nachhaltigkeit: Südtirol führend in Italien

Donnerstag, 24. Juni 2021 | 17:34 Uhr

Bozen – Die Umsetzung der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung erfährt auf gesamtstaatlicher und lokaler Ebene einen Schub durch die Corona-Krise. “Wir möchten die grüne Wende vorantreiben und den eingeschlagenen Weg entschlossen fortsetzen, der in die richtige Richtung geht, wie die Expertenanalysen zeigen”, unterstreicht Landeshauptmann Arno Kompatscher. In gleich zwei gesamtstaatlichen Rankings zur Nachhaltigkeit schneidet Südtirol gut ab: Sowohl der Bericht der ASvis (Alleanza italiana per lo sviluppo sostenibile – Italienische Vereinigung für nachhaltige Entwicklung), erschienen im Dezember 2020, als auch jener der CERVED-Gruppe vom Februar 2021 kommen zum Ergebnis, dass das Land Südtirol in verschiedenen Bereichen der Nachhaltigkeit ausgezeichnet abschneidet.

ASvis-Report

Mit dem Regionen Report, der Teil des ASvis-Jahresberichts 2020 ist, stellt die Italienische Vereinigung für nachhaltige Entwicklung den politischen und gesellschaftlichen Entscheidungsträgern einen detaillierten Überblick über die Situation der Regionen, Provinzen, Hauptstädte, Städte und Gemeinden in Bezug auf die 17 Entwicklungsziele der Agenda 2030 und des Green New Deal zur Verfügung. Die Vereinigung ASvis, die auf Initiative der Stiftung Unipolis und der Universität “Tor Vergata” in Rom entstanden ist, zielt darauf ab, in der italienischen Gesellschaft, Wirtschaft und Politik das Bewusstsein für die Bedeutung der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung zu schärfen und für die Erreichung der Entwicklungsziele zu mobilisieren. Mit über 290 beteiligten Organisationen und über 600 Experten in den Arbeitsgruppen zu den Nachhaltigkeitszielen und themenübergreifenden Anliegen ist die ASvis die bisher größte zivilgesellschaftliche Vereinigung in Italien.

Laut ASvis-Bericht hat Südtirol – im Vergleich zu 2010 – die größten Fortschritte im Lebensmittel-Bereich erzielt: Dies ist zurückzuführen auf einen bedeutenden Rückgang der Ausbringung von Düngemitteln (-52,3 Prozent) und von Pestiziden (-2,1 Prozent), aber auch auf einen nachhaltigeren Konsum, der sich in einem Anstieg der Mülltrennung (+14,8 Prozent) und einem Rückgang des zu lagernden Abfalls (-17,3 Prozent) ausdrückt. Verbesserungen sind auch im Bildungswesen zu verzeichnen: So ist der Anteil der Personen mit einem Schul- (+13,5 Prozent) und Universitätsabschluss (+8,4 Prozent) gestiegen, jener der Schulabbrecher (-11 Prozent) hingegen gesunken. Alle Informationen im Detail können im ASvis-Bericht zu den Regionen (in italienischer Sprache) nachgelesen werden.

CERVED-Bericht

Der Bericht der CERVED-Gruppe “Nachhaltiges Italien 2021” berücksichtigt die drei Faktoren der Nachhaltigkeit, Umwelt, Soziales und Ökonomie, und arbeitet 280 Indikatoren aus. Cerved, eine der wichtigsten Rating-Agenturen in Europa mit Sitz in Mailand, wendet sich damit an all jene, die sich um die Wiederbelebung und nachhaltige Entwicklung Italiens bemühen. Der Bericht analysiert das Niveau der Nachhaltigkeit aus wirtschaftlicher, sozialer und ökologischer Sicht. In der diesjährigen Ausgabe setzt der Report Trentino-Südtirol auf regionaler Ebene an die Spitze der Liste in punkto Gesamtnachhaltigkeit. Es folgen die Lombardei, Emilia Romagna, Friaul-Julisch Venetien, Piemont und Venetien.

Während Südtirol bei der sozialen und ökologischen Nachhaltigkeit den ersten Platz belegt, liegt es bei der wirtschaftlichen Nachhaltigkeit auf dem 7. Platz. Gut abgeschnitten haben bei der sozialen Nachhaltigkeit die Verteilung des Wohlstands, die Familienförderung, die Situation der älteren Personen. Im Umweltbereich ist Südtirol beim Landschaftsschutz und dem Gefahrenmanagement führend. Was die wirschaftliche Nachhaltigkeit betrifft, liegt Südtirol im Bereich Investitions- und Innovationsbereitschaft, Finanzkraft und Beschäftigungsdynamik an ausgezeichneter Position. Auch der Index für Umweltbelastung und Ressourcennutzung ist gut. Der Bericht zeigt auch einige Bereiche auf, die verbesserungsfähig sind. Alle Details können im CERVED-Bericht Nachhaltiges Italien 2021 (in italienischer Sprache) nachgelesen werden.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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15 Kommentare auf "Nachhaltigkeit: Südtirol führend in Italien"


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Hausverstand
Hausverstand
Tratscher
1 Monat 11 Tage

Was grüne Wende????Alles wird zubetoniert und zerstört!So siehts aus!!!!!!!!!!!!!!!!

halihalo
halihalo
Universalgelehrter
1 Monat 11 Tage

leider ist es so…es wird extrem viel Grund verbraucht und Wälder und Natur zerstört.
ich glaube jedenfalls der Massentourismus , so wie er bei uns entsteht kann nicht nachhaltig sein

schlauer
schlauer
Tratscher
1 Monat 11 Tage

Bin ganz deiner Meinung „Hausverstand“!
Bestes Beispiel für „Weiterzubetonieren“ ist der Brixner Auwald der einem Industriegebäude für 3D-Betondrucker der Firma Progress weichen soll! Darf daran errinnern das auch Landeshauptmann Kompatscher im Frühjahr 2020 im Landtag gegen einen Beschlussantrag zur Rettung des Brixner Auwaldes gestimmt hat!
Resümee: in Sonntagsreden wird oft und gerne von Nachhaltigkeit, Biodiversität und Artenschutz geredet. Am Ende hat dann fast immer die Natur bzw. die Umwelt das Nachsehen! So siehts aus leider🙈

Zugspitze947
1 Monat 10 Tage

Hausverstand: Ganz genau und weil es immer noch zu wenig ist will man den Rsengarten auch noch ZERSTÖREN ! Einfach widerlich was da abgeht 🙁

brunner
brunner
Universalgelehrter
1 Monat 11 Tage

Wie üblich…..wir sind wieder mal die besten🤦‍♂️🤦‍♂️

Sag mal
Sag mal
Kinig
1 Monat 11 Tage

brunner aber nur wenn mit Italien verglichen wird.

marher
marher
Universalgelehrter
1 Monat 11 Tage

Und viele Produkte holen wir uns laut Ausschreibungen von den Nachbarprovinzen.

Mauler
Mauler
Superredner
1 Monat 11 Tage

Wieder amol sein mor die Besten von die Besten! So what?

Reitiatz
Reitiatz
Universalgelehrter
1 Monat 11 Tage

wearn ins die molser ausigrissn hobm 🤭

Dagobert
Dagobert
Kinig
1 Monat 10 Tage

Reitiaz

Nana, do hot ins schun Bolzano mit seinem ausgeklügelten staufreien Verkehrskonzept aussergerissn! 😂😂

Sag mal
Sag mal
Kinig
1 Monat 11 Tage

Gülle,Pestizide,Turbokühe,Hauskamine..Die sollten Sich mal in manch Taldorf umschaun😇

bern
bern
Universalgelehrter
1 Monat 10 Tage

Bei der Gülle schaut es in Südtirol schlecht aus, die meiste Menschengülle wird als Klärschlamm in der Poebene ausgebracht. Pestizide verwenden unsere Gemeinden oft und viel. Die Kühe haben keinen Turbo und die Hauskamine sind meist außer Betrieb, da ans Fernheizwerk angeschlossen.

forzafcs
forzafcs
Superredner
1 Monat 11 Tage

Man könnte es auch den Great Reset nennen.

meinungs.freiheit
meinungs.freiheit
Superredner
1 Monat 11 Tage

Die Fernheizwerke sind ein Vorteil von fossilen Brennstoffen weck zu kommen, es gibt noch Potenzial einige zu verwirklichen.

Geri
Geri
Superredner
1 Monat 3 Tage

Ich glaube, Nachhaltigkeit wird von unseren Verantwortlichen im Landhaus immer dann in den Mund genommen, wenn bei den genehmigten Projekten im Land unterm Strich für ihre Taschen/Geldbeutel was rauskommt. Dann, und erst dann ist es für sie Nachhaltigkeit. 😉

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