Haushaltsvoranschlag für 2024 genehmigt

Naturns stehen rund 15 Millionen zur Verfügung

Donnerstag, 21. Dezember 2023 | 10:06 Uhr

Naturns – Bei seiner letzten Sitzung hat der Gemeinderat der Marktgemeinde Naturns mit großer Mehrheit den Haushaltsvoranschlag für 2024 genehmigt. Für das nächste Jahr stehen der Mittelpunktgemeinde des unteren Vinschgaus 14.859.310 Euro zur Verfügung, davon 1.657.600 Euro für Investitionen. Parteienübergreifend wurde die wirtschaftliche Entwicklung der Gemeinde gelobt.

„Die Verschuldungssituation entspannt sich weiter deutlich. Durch die gewissenhafte Planung der laufenden Ausgaben ist vorhersehbar, dass es hier zu keinen Überraschungen kommt. Der Haushaltsvoranschlag weist wiederum eine Reihe von positiven Ansätzen auf. Es ist der Gemeinde auch weiterhin möglich, ein vielfältiges Angebot im kulturellen, sportlichen und sozialen Bereich zu unterstützen. Ebenso bleibt Naturns ein sehr wirtschaftsstarkes Dorf, in dem die Unternehmen sehr wohlwollende Rahmenbedingungen vorfinden“, schreiben die Gemeinderäte Andreas Pircher (SVP), Evi Prader (Zukunft Naturns) und Natascha Santer Zöschg (STF) als überparteiliche Haushaltskommission in ihren Bericht.

„Wir können einen sehr ausgeglichen und stabilen Haushalt vorlegen. Dabei nehmen wir als Solidargemeinschaft die Bedürfnisse unserer Bürger vom Bergbauern bis zum großen Arbeitgeber, von der Familie mit Kleinkindern bis zum Menschen, der Pflege braucht, ernst“, erklärt Bürgermeister Zeno Christanell. Er attestiert dem Vorschlag viel soziales Augenmaß. So bleiben die Tarife im Kindergarten gleich, der Deckungsgrad liege bei sehr fairen 30 Prozent. Auch die Müllgebühren sind vorläufig unverändert, die Tarife für Wasser und Abwasser werden um fünf Prozent angepasst, was deutlich unter der Inflation liegt.

Naturns bleibe weiterhin auch eine durch und durch familienfreundliche Gemeinde. Neben den großen Investitionen in zwei neue Kindergärten und eine Kindertagesstätte fördert der Gemeinderat wieder den Waldkindergarten und den privaten Kindergartentransport. Es wird eine kostengünstige Mensa für alle Schüler angeboten, die Sommerbetreuung soll erweitert werden, die vergünstigte Familienjahreskarte in die Erlebnistherme wird durch die „Naturns Card“ ergänzt. Die Vereine haben weiterhin einen zuverlässigen Partner: Durch eine gewissenhafte Finanzplanung kann die Gemeinde über 100.000 Euro an Tätigkeitsbeiträgen zur Verfügung stellen. „Auch außerordentliche Ereignisse werden wertgeschätzt – wie das Jubiläum des internationalen Humorfestivals „Naturns lacht“ oder die weitere Aufwertung von St. Prokulus“, blickt Vizebürgermeister Michael Ganthaler voraus. „Außerdem ist es gelungen den Führungsbeitrag für den Sportverein anzupassen“, freut sich Sportreferentin Astrid Pichler.

Beim Kampf gegen den Klimawandel setzt Naturns ein deutliches Zeichen. Durch die Wiederinbetriebnahme des Biomasseofens werden gut 4 Millionen kWh grüne Energie erzeugt. Das sei günstiger für den Endverbraucher und die Gemeinde spare jährlich fast 70.000 Euro. „Der Erfolg dieser Maßnahme liegt besonders darin, dass pro Jahr 140.000 Euro im lokalen Wirtschaftskreislauf bleiben, weil wir das Holz aus unseren Wäldern gewinnen und nicht Gas importieren müssen“, unterstreicht Bürgermeister Christanell. Die neuen PV-Anlagen produzieren zusätzlich 200.000 kWh Solarstrom, was auch rund 40.000 Euro an Einsparungen von Steuergeldern bringt und insgesamt die Energieversorgung weiter diversifiziert.

Die öffentliche Sicherheit wird großgeschrieben: Für 2024 ist die weitere Professionalisierung und eine höhere Präsenz der Ortspolizei geplant. Dazu erhalten die Ordnungskräfte eine neue Ausrüstung, wie etwa Body-Cams. Außerdem hat der Gemeinderat die Installation von Überwachungskameras beschlossen.

„Niemand wird allein gelassen! Wir können wieder ein sehr enges soziales Netz spannen: Die Unterstützung für Vereine wie Tafel, Kleiderkammer, Essen auf Rädern und der örtlichen Caritas ist uns wichtig. Aber auch die Seniorenmensa bleibt aufrecht und die sichere Pflege im Alter ist garantiert: Im Haushalt sind rund 120.000 Euro für Menschen vorgesehen, die sich das Pflegheim nicht selbst leisten können“, zeigt der Sozialreferent Florian Gruber auf.

Der Haushaltsvoranschlag erhielt schließlich große Zustimmung von Seiten des Gemeinderates. „Die Lokalpolitik liefert gute, bodenständige Antworten auf die Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger. Ein Dank gilt unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern – und auch den Gemeinderäten für die konstruktive Arbeit. So können wir uns gemeinsam mit Respekt aber auch Zuversicht den zukünftigen Herausforderungen stellen“, schloss Bürgermeister Zeno Christanell die Haushaltsdebatte zufrieden.

Naturnser Sportanlagen weiterhin in guten Händen

Vor kurzem konnte die Gemeinde Naturns die Verlängerung der Führungsvereinbarung für die Sportanlagen mit dem SSV Naturns Raiffeisen unterschreiben. Damit wird eine bewährte Partnerschaft ganz im Sinne der sportbegeisterten Bürgerinnen und Bürger fortgeführt.

Auch in den nächsten zehn Jahren übernimmt der Amateursportverein SSV Naturns ASV/ASD die Verantwortung der kompletten Sportanlage mit zwei Fußballplätzen, dem Mehrzweckplatz mit der Kunsteisanlage, dem Minigolfpark und dem Vereinsheim samt Sporttreff in der Bahnhofstraße, neu dazu kommt der Sportplatz in der Fraktion Staben. Die Führung der Heimstätte der meisten Sportsektionen durch den SSV Naturns Raiffeisen erfolgt unentgeltlich. „Das umfangreiche Angebot für Kinder und Jugendliche, aber auch für zahlreiche Erwachsene wäre in dieser Form unmöglich, wenn sich nicht immer wieder Menschen finden würden, die bereit sind ehrenamtlich Verantwortung zu übernehmen“, unterstreichen Bürgermeister Zeno Christanell und die Sportreferentin Astrid Pichler. Dafür bedankten sie sich bei allen Funktionären des Sportvereins, aber in erster Linie bei dem Präsidenten Dietmar Hofer und dem Kassier Norbert Kaserer, welche sehr viel Zeit und Energie in die professionelle Führung des Vereins investieren, der mit über 1.000 Mitgliedern zu den größten Sportvereinen des Landes zählt. „Wir sind froh, dass die Erfolgsgeschichte fortgeführt wird und wir weiterhin zuverlässige Partner an unserer Seite wissen“, heben Christanell und Pichler hervor.

Die Vereinbarung wurde für den Zeitraum von zehn Jahren abgeschlossen, mit Beginn am 1. Januar 2024 und mit Ende am 31. Dezember 2033. Für die Führung und ordentliche Instandhaltung stehen dem Verein, wie kürzlich vom Gemeinderat mit dem Haushalt 2024 beschlossen, 85.000 € pro Jahr zu. Damit werden die komplette Beaufsichtigung, Reinigung sowie die ordentliche Instandhaltung der Sportanlagen durchgeführt, wobei alle damit zusammenhängenden Kosten zu Lasten des SSV gehen, einschließlich der anfallenden Kosten für Strom, Wasser, Heizungund Abfallentsorgung.Die Gemeinde übernimmt im Sinne der Förderung der ehrenamtlichen Vereinstätigkeit nur die Kosten der Abfallentsorgung, die infolge der institutionellen Nutzung der Sportanlagen anfallen.Die Kosten für die außerordentliche Instandhaltung der Sportanlagen gehen zu Lasten der Gemeinde Naturns.„Wir im SSV leben das Südtiroler Ehrenamt, vor allem zum Wohle der vielen sportbegeisterten Kinder und Jugendlichen. Deshalb danken wir für das Vertrauen der Gemeindeverwaltung und sind uns sicher, dass diese erfolgreiche Partnerschaft noch lange währen wird“, ist sich SSV-Präsident Dietmar Hofer sicher.

Richterkommission lehnt Volkabstimmung in Naturns ab

Die unabhängige Richterkommission für die Bewertung der Zulässigkeit der Volksabstimmungen in den Gemeinden der Provinz Bozen hat erwartungsgemäß den Antrag zur Abhaltung einer einführenden Volksabstimmung in Naturns abgelehnt. Die Gemeindeverwaltung wird unabhängig davon den Weg der partizipativen Aufarbeitung weitergehen.

Die Richter Irene Thomaseth, Cristina Longhi und Stephan Beikircher haben die Überprüfung der Zulässigkeit des Antrags von 14 Promotoren auf Abhaltung einer Volksabstimmung vorgenommen und kamen zum einstimmigen Ergebnis, dass diese entsprechend der Satzung der Gemeinde Naturns sowie der Verordnung über die Durchführung von Volksabstimmungen unzulässig ist. Die ablehnende Fragestellung zur Gestaltung des Parkplatzes am Rathaus entspricht nicht den Kriterien für das beantragte einführende Referendum.

Die Gemeindeverwaltung stellt aber klar, dass in Naturns unabhängig von diesem Urteil die Bürgerbeteiligung großgeschrieben wird. Es finden regelmäßige Bürgerversammlungen statt, bei den Gemeinderatssitzungen besteht für alle Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit Fragen zu stellen, es sind zehn offene Arbeitsgruppen laufend mit speziellen Themen beschäftigt und in der Satzung sind so genannte Bürgerräte vorgesehen mit anschließenden Bürgercafés.

Aus dem letzten Bürgerrat entwickelte sich ein umfangreicher Beteiligungsprozess, der als „Vision 2030+“ vom Gemeinderat abschließend genehmigt wurde und damit einen unmittelbaren Niederschlag in die programmatische Arbeit der Gemeindeverwaltung erfuhr. Zahlreiche konkrete Anregungen wurden bereits umgesetzt. Damit wird die Wertschätzung für partizipative Prozesse belegt und es ist somit auch dokumentiert, dass Mitarbeiten auch Mitentscheiden bedeutet.

In diesem Sinn fand vor kurzem in Naturns die Ideenwerkstatt zum Gemeindeentwicklungsprogramm statt. Fast 60 interessierte Bürgerinnen und Bürger folgten der Einladung der Gemeindeverwaltung und brachten sich aktiv zur Zukunft ihres Dorfes ein.

Beim Thema Mobilität kam klar heraus, dass der Gemeinderat alles dafür tun sollte, um den Autoverkehr noch besser zu steuern und im Ortszentrum weiter zu reduzieren. Zentral sei der weitere Rückbau von Straßen mit dem klaren Vorzug für Fußgänger und Radfahrer, außerdem sollten im Zentrum Parkplätze unter die Erde verlegt werden.

Alle Vorschläge werden nun von den beauftragten Experten und Raumplanern der Kommunaldialog professionell aufbereitet und bestmöglich in das Gemeindeentwicklungsprogramm aufgenommen. Im Frühjahr wird dann eine weitere Bürgerversammlung mit der Präsentation der Ergebnisse stattfinden. „Mitentscheidung erfolgt am besten im Dialog. Die demokratisch gewählten Gremien haben in der Vergangenheit bewiesen, dass sie die gemeinsam erarbeiteten Programme sehr ernst nehmen und erfolgreich konkret umsetzen – das wird auch in Zukunft so sein!“, unterstreicht die Gemeindeverwaltung von Naturns. Damit so viele Ideen und Vorschläge als möglich gesammelt werden können, sind auch weiterhin alle Naturnser herzlichst eingeladen, aktiv mitzuarbeiten. Alle Bürgerinnen und Bürger, die bei der Ideenwerkstatt nicht dabei waren, können ihre Anregungen noch bis 31.12.2023 an die E-Mail-Adresse zukunftuntervinschgau@kommunaldialog.eu schicken.

Von: mk

Bezirk: Burggrafenamt