Von: APA/dpa/Reuters/AFP
In der iranischen Hauptstadt Teheran haben Medien eine neue Angriffswelle gemeldet. Im Stadtzentrum nahe der Revolutionsstraße sei die Flugabwehr im Einsatz, berichtete das Onlineportal “Hammihan” auf Telegram. In sozialen Medien berichteten Accounts, die das Kriegsgeschehen aus dem Ausland verfolgen, über zahlreiche Explosionen in mehreren Stadtteilen der Millionenmetropole. Laut den Eintragungen im Internet sollen Kampfjets und Drohnen am Himmel zu hören gewesen sein.
“Geräusch von vier relativ starken Explosionen. Es regnet stark und es ist nicht klar, wo sie eingeschlagen sind”, hieß es in einem Post. Die Bevölkerung ist nun seit mehr als zwei Wochen vom Internet abgeschnitten. Nachrichten dringen folglich nur schwer nach außen. Am Sonntag meldete die auf Internetsperren spezialisierte Organisation Netblocks zudem den Einbruch von Verbindungen bei einem der letzten Telekommunikationsnetzwerke.
Mullahs wollen nicht mit Washington verhandeln
Nach Äußerungen von US-Präsident Donald Trump über den angeblichen Wunsch des Iran nach einem Abkommen zur Beendigung des Krieges betonte Teheran, dass es nicht mit Washington verhandeln wolle. “Wir sehen keinen Grund, warum wir mit den Amerikanern reden sollten”, sagte der iranische Außenminister Abbas Araqhchi am Sonntag dem US-Fernsehsender CBS. “Wir waren ja schon mit ihnen im Gespräch, als sie beschlossen, uns anzugreifen.”
“Es gibt keine guten Erfahrungen mit Gesprächen mit Amerikanern”, fügte Araqhchi hinzu. “Wir haben nie nach einem Waffenstillstand gefragt und wir haben auch nie um Verhandlungen gebeten.” US-Präsident Trump hatte am Freitag erklärt, dass der Iran “vollständig besiegt ist und ein Abkommen wünscht”. Er fügte hinzu, die angeblich von Teheran gewünschte Vereinbarung sei aber “kein Abkommen, das ich akzeptieren würde”.
Unterdessen wurden im Iran nach Angaben der Polizei rund 500 Menschen wegen Spionagevorwürfen festgenommen. Ihnen werde zur Last gelegt, Informationen an Feinde weitergegeben zu haben, sagte Polizeichef Ahmad-Reza Radan. In der Hälfte der Fälle handle es sich um schwere Fälle. Dazu zählten die Übermittlung von Zieldaten für Angriffe sowie das Filmen von Einschlagstellen.
700 ballistische Raketen abgefeuert
Irans Luftstreitkräfte feuerten eigenen Angaben zufolge seit Kriegsbeginn rund 700 Raketen auf Ziele in Israel und US-Stützpunkte der Golfregion. Daneben seien rund 3.600 Kampfdrohnen für den Kamikazeeinsatz gestartet worden, berichteten die iranischen Onlineportale “Tabnak” und “Avash” unter Berufung auf einen Militärsprecher der Revolutionsgarden.
General Ali Mohammed Naini, Sprecher der Revolutionsgarden, hatte dem iranischen Staatsfernsehen am Sonntag diesbezüglich ein Interview gegeben. Auch die Nachrichtenagentur FARS, die der Elitestreitmacht nahesteht, zitierte daraus. Naini sagte demnach, dass viele der abgefeuerten Raketen aus alten Beständen stammten. Viele der ballistischen Raketen aus neuer Produktion seien noch nicht zum Einsatz gekommen, sagte der Sprecher.




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