Trump: Reaktion auf "anhaltende und ungerechtfertigte" Aggression

Neue US-Angriffe auf Iran – Straße von Hormuz angeblich zu

Donnerstag, 11. Juni 2026 | 03:05 Uhr

Von: APA/dpa/Reuters

Das US-Militär hat nach eigenen Angaben auf Befehl von US-Präsident Donald Trump neue Angriffe auf mehrere Ziele im Iran geflogen. Laut Trump sollte die Bombardierung aber bald darauf wieder enden. Iranischen Vertreter hätten ihn darum gebeten, sagte Trump dem Sender Fox News. Der Iran dementierte direkte Kontakte und reagierte mit der kompletten Schließung der Straße von Hormuz. Das wiederum wiesen die USA zurück.

“Die Angriffe sind eine Reaktion auf die ungerechtfertigte und anhaltende Aggression des Irans”, teilte das für den Nahen Osten zuständige US-Regionalkommando Centcom auf der Plattform X mit. Die neuesten Maßnahmen begannen laut US-Angaben um 17.15 Uhr US-Ostküstenzeit (23.15 Uhr deutscher Zeit). Centcom bezeichnete diese als “Selbstverteidigungsschläge”. Kurz zuvor hatte Trump bereits weitere Angriffe für “heute” angekündigt. Israel sei laut Trump nicht beteiligt.

Explosionen an iranischer Südküste

Iranische Staatsmedien meldeten Explosionen an der Südküste. Wie die Nachrichtenagentur Irna und der Rundfunk übereinstimmend berichteten, wurden Explosionen nahe den Städten Minab und Sirik beobachtet. In der vergangenen Nacht hatte das US-Militär in Sirik am Golf von Oman Angriffe geflogen.

Explosionen gab es Medienberichten zufolge auch auf der Insel Qeshm und der Hafenstadt Bandar Abbas. Aus anderen Landesteilen gab es unbestätigte Berichte über Aktivität der Flugabwehr.

Unklarheit über Straße von Hormuz

Der Iran schloss nach den US-Angriffen laut eigenen Angaben die Straße von Hormuz für die Durchfahrt jeglicher Schiffe. Das oberste iranische Militärkommando teilt mit, dass die Anordnung auch Öltanker und Handelsschiffe umfasse. Jedes Schiff, das eine Durchfahrt versuche, werde beschossen, meldet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf das Militär. Iranischen Medien zufolge seien bereits zwei Schiffe getroffen worden, die das Verbot missachtet und eine Durchfahrt durch die Meerenge versucht hätten.

Das US-Militär dementierte die Komplettsperrung der Straße von Hormuz jedoch. “Handelsschiffe fahren weiterhin heute Nacht in die Straße von Hormuz ein und wieder heraus”, teilte Centcom auf X mit. Es seien auch keine US-Kriegsschiffe getroffen worden.

Iran griff wieder Golfstaaten an

Irans Streitkräfte attackierten als Reaktion auf die US-Angriffe nach eigenen Angaben Ziele in den Golfstaaten Bahrain und Kuwait. In Bahrain sei das regionale Hauptquartier der US-Marine mit Kamikazedrohnen attackiert worden, hieß es in einer vom staatlichen Rundfunk verbreiteten Erklärung der Armee. Insgesamt seien 18 Ziele angegriffen worden, darunter zwei US-Luftwaffenstützpunkte in Kuwait und einer in Bahrain.

Zuletzt häufig gegenseitiger Beschuss trotz Waffenruhe

In den vergangenen Tagen kam es trotz einer Waffenruhe im Iran-Krieg zu gegenseitigem Beschuss. Am Sonntag feuerten Irans Streitkräfte gut zwei Monate nach Beginn der Feuerpause erstmals wieder Raketen auf Israel. Israel griff daraufhin Ziele im Iran an. Trump rief beide Staaten zu einer sofortigen Waffenruhe auf, woraufhin beide Seiten erklärten, ihre Angriffe einzustellen. In der Nacht auf Mittwoch bombardierte das US-Militär als Reaktion auf den Abschuss eines Apache-Kampfhubschraubers eigenen Angaben zufolge im Iran Flugabwehranlagen, Bodenkontrollstationen und Radaranlagen.

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