Land und SASA setzen auf nachhaltige Mobilität

Neue Wasserstoffbusse für Bozen

Donnerstag, 13. Mai 2021 | 12:11 Uhr

Bozen – Sie werden mit Wasserstoff betrieben, erzeugen keine umweltschädlichen Emissionen und haben eine Reichweite von rund 350 Kilometern: In Bozen wurden heute die ersten drei von 12 Wasserstoffbussen für den Stadtverkehr vorgestellt.

Die Busse aus dem Hause Solaris reihen sich neben die Brennstoffzellen-Bus- Prototypen, die seit 2013 in Bozen im Einsatz sind. Das Land Südtirol hat sich an der Finanzierung der neuen Busse beteiligt und setzt damit die Entwicklung und Investitionen der vergangenen Jahre fort, um die Mobilität im Allgemeinen und den öffentlichen Nahverkehr im Besonderen in eine möglichst emissionsfreie Zukunft zu führen.

Land Südtirol ist laut Minister Giovannini vorbildlich unterwegs

“Die Entscheidung des Landes Südtirol, viel Geld in den Kauf neuer Wasserstoffbusse zu investieren, steht im Einklang mit der strategischen Vision des Ministeriums für Infrastruktur und nachhaltige Mobilität”, sagt Minister Enrico Giovannini. “Der ökologische Übergang ist ein Auftrag des nationalen Wiederaufbau- und Resilienzplans, der das Wohlbefinden der Menschen und die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen mit Respekt für die Umwelt in den Mittelpunkt stellt”, erklärt Giovannini. In diesen Zusammenhang fügt sich laut Giovannini die Investition von über drei Milliarden Euro für die neue Busflotte für den lokalen öffentlichen Nahverkehr mit dem Kauf von Elektro- und Wasserstofffahrzeugen: “Nachhaltige Mobilität in großen und kleinen Städten ist wichtig, um die Lebensqualität in den Stadtteilen und die Lebensqualität der Menschen zu verbessern. Das Land Südtirol hat bereits mit großem Verantwortungsbewusstse in diesen vorbildlichen Weg eingeschlagen.”

Nachhaltigkeit als Schlüssel zum Neustart

“Innovation, Nachhaltigkeit un d die intelligente Nutzung lokaler Ressourcen sind der Schlüssel zum Neustart”, erklärte Landeshauptmann Arno Kompatscher: “Durch Forschung und gezielte Projekte wurde Südtirol in den vergangenen Jahren zum Vorreiter in dieser Technologie – etwa durch den Einsatz von Wasserstoffbussen bereits seit 2013. Jetzt stehen wir vor dem nächsten großen Schritt: Die Technologie hat sich als praxistauglich erwiesen und in Bozen verfügen wir mit den zwölf neuen Fahrzeugen über die erste Wasserstoff-Busflotte Italiens.”

Brenner Green Corridor im Visier

“Nur ein leistungsfähiges öffentliches Verkehrssystem  stellt eine sinnvolle Alternative zum Individualverkehr dar”, betonte Mobilitätsstadtrat Daniel Alfreider, “und dieses sollte möglichst nachhaltig sein, jetzt wo technische Innovationen es möglich machen”. Südtirol war laut Landesrat bereits mehrfach an erfolgreichen europäischen Projekten beteiligt und ist Teil eines aktiven europäischen Netzwerks für eine nachhaltigere und lebenswertere Zukunft. “Wir legen den Fokus auf die Produktion von grünem Wasserstoff, insbesondere für die emissionsfreie Mobilität im öffentlichen Nah-, aber auch im Güterverkehr. Deshalb möchten wir gemeinsam mit dem Ministerium und der Europäischen Union in diese Technologie, in die Versorgungsinfrastruktur  und in neue Fahrzeuge investieren. Ziel ist es, einen Brenner Green Corridor schaffen, der den Süden mit dem Norden Europas auf nachhaltige Weise verbindet und auf drei Grundpfeilern basiert: Verlagerung auf die Schiene, Digitalisierung und emissionsarme Fahrzeuge”, erklärt Alfreider.

Weniger Luft- und Lärmbelastung

“Die Inbetriebnahme der neuen Wasserstoffbusse ist ein wichtiger Schritt in der Umsetzung unserer langfristigen Strategie. Sie sieht bis 2030 die Umstellung eines großen Teils der SASA-Flotte auf nachhaltige Fahrzeuge, das heißt Batterie- und Wasserstoffbusse, vor”, erklärte SASA-Direktorin Petra Piffer: “Diese Technologien eignen sich besonders für den Einsatz im städtischen Bereich, da sie nicht nur die Luft-, sondern auch die Lärmemissionen deutlich reduzieren. Vorerst sind die Fahrzeuge hauptsächlich dort im Einsatz. Allerdings wird der Einsatz von emissionsfreien Fahrzeugen auch außerhalb der Stadt getestet”, sagte Piffer.

Grüner Wasserstoff aus erneuerbaren Stromquellen

“Die Brennstoffzellenbusse in Bozen sind zu 100 Prozent emissionsfrei. Sie verursachen keine schädlichen Emissionen und der verwendete Wasserstoff ist ‘grün’: Er wird aus erneuerbaren, zertifizierten Stromquellen in unserer Produktionsstätte hergestellt. So wird der Ausstoß von CO2 oder anderen Schadstoffen komplett vermieden”, betonte Dieter Theiner, Präsident des Instituts für technologische Innovationen (IIT) Bozen.

In Europa 300 Wasserstoffbusse unterwegs

“Für eine effiziente Dekarbonisierung  des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) sind Synergien in der Entwicklung aller Bereiche der Elektromobilität essenziell; genau in diesem Bereich ist unser Wasserstoffbus angesiedelt”, erklärte Alberto Fiore, General Manager von Solaris Italien, “in Europa sehen wir mit den Projekten Jive II (für den Kauf von Fahrzeugen) und Mehrlin (für den Aufbau der Infrastruktur) einen starken Schub in Richtung Wasserstoff im ÖPNV”. Aktuell sind laut Fiore mehr als 200 Wasserstofftankstellen in Betrieb und weitere 120 im Bau und mehr als 300 Wasserstoffbusse wurden gekauft beziehungsweise bestellt. Viele davon produziert Solaris.”

Hochmoderne Null-Emissions-Busse mit Hochleistungsbrennstoffzelle für Bozen

Der “Solaris Urbino 12 hydrogen” ist ein hochmoderner Null-Emissions-Bus, der für seinen Antrieb eine Hochleistungsbrennstoffze lle und eine Hochleistungs-Lithiumtitanat- Batterie mit 29,2 Kilowattstunden kombiniert. Das Fahrzeug ist mit einer elektrischen Antriebsachse ausgestattet, mit zwei Elektromotoren an den Rädern mit einer maximalen Leistung von je 125 Kilowatt. Die Leistung der Brennstoffzelle beträgt 70 Kilowatt, das Fassungsvermögen des Wasserstofftanks 37,5 Kilogramm für eine Tagesfahrleistung von mehr als 350 Kilometer. Das einzige “Abfallprodukt”, das während des Betriebs des “Solaris Urbino 12 hydrogen” entsteht, ist Wasserdampf bei circa 55 Grad Celsius.

Der Kauf der neuen Busflotte wird zu 30 Prozent durch das EU-Projekt JIVE kofinanziert. Das JIVE-Projekt wird durch das “Fuel Cells and Hydrogen 2 Joint Undertaking unter der Grant Agreement No. 735582” gefördert. Joint Undertaking wird durch das Forschungs- und Innovationsprogramm Horizon 2020 der Europäischen Union, Hydrogen Europe und N.ERGHY unterstützt.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

23 Kommentare auf "Neue Wasserstoffbusse für Bozen"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
Offline
Offline
Universalgelehrter
1 Monat 4 Tage

Das nenne ich vorbildlich und ein wirklicher Südtiroler Sonderweg, der auch Sinn macht.

Zugspitze947
1 Monat 4 Tage

So iste es,aber man müsste schon längst weitere Tankstellen in Südtriol einrichten um diesen Kraftstoff den Durchbruch zu erleichtern ! 🙂

Offline
Offline
Universalgelehrter
1 Monat 4 Tage

Für diejenigen 👎Drücker, die meinen, es ginge hier um eine zukünftige, flächendeckende und alltagstaugliche Antriebstechnik für Alle, darum geht es nicht !! Dafür ist Wasserstoff, Stand heute, genauso ungeeignet wie Elektro !! Es geht um eine bessere Atemluft in der Innenstadt !!

Privatmeinung
Privatmeinung
Tratscher
1 Monat 4 Tage

Steuergelderverschwendung

Offline
Offline
Universalgelehrter
1 Monat 4 Tage

@Privatmeinung…kennst du außer Steuerverschwendung, riesige Gewinne von Pharmafirmen, reiche Hoteliers und Unternehmer auch noch andere Themen ??

Soundgeist
Soundgeist
Tratscher
1 Monat 4 Tage

@Privatmeinung… es oanzige wos für di koane Steuergeldverschwendung war, isch wenn man es gonze Geld unter dor Matrotz versteckt.

Andreas K.
Andreas K.
Grünschnabel
1 Monat 5 Tage
Ich hoffe, dass das viele Geld für das teure Expermiment in einer Kriese dann nicht an anderere Stelle fehlt… Kernproblem Wirkungsgrad Noch schlechter als die Brennstoffzelle schneidet dabei übrigens die Weiterverarbeitung von Wasserstoff zu so genannten eFuels ab: Dazu wird unter großem Energie-Einsatz Kohlendioxid aus der Luft abgeschieden, was einen großen Teil der Primär-Energie auffrisst. Das Kohlendioxid wird mit Wasserstoff zu Methan/Methanol und weiter zu langkettigen Kohlenwasserstoffen verarbeitet, wie sie in Benzin und Diesel vorkommen. Das Nutzen von eFuels in klassischen Verbrennungsmotoren zeigt den gleichen schlechten Wirkungsgrad wie mit Benzin oder Diesel (zwischen 25 und 30 Prozent): Am Ende kommen… Weiterlesen »
Horn
Horn
Neuling
1 Monat 4 Tage

Schon mal was von Strom aus Wasserkraft gehört?

Soundgeist
Soundgeist
Tratscher
1 Monat 4 Tage

Viele vergessen hier vielleicht, dass es hier nicht nur um Nachhaltigkeit geht, sondern auch darum die Luftqualität in den Städten zu verbessern.

Offline
Offline
Universalgelehrter
1 Monat 4 Tage

@Soundgeist..👍👍 meine Worte. Aber was geht es den “gemeinen” Südtiroler, der irgendwo in schöner Hanglage wohnt, oder in einem der vielen wunderschönen Täler sein Eigenheim stehen hat, an, wie die Luft in Meran ist. Da wohnen eh nur Reiche und halten sich (zu viele) Touristen auf.

vitus
vitus
Tratscher
1 Monat 4 Tage

@Horn
Kann nicht sagen, wieviel Südtirol Strom produziert und verkauft, aber wenn du dich informierst: der Strom von Alperia, den wir zuhause bezahlen, ist laut Alperias Angaben (Anhang Rechnung) nicht einmal 50% grün.

bern
bern
Universalgelehrter
1 Monat 4 Tage

Jeder sagt den Südtirolern, das H2 eine gewaltige Energieverschwendung ist. Hier wieder etwas neues dazu:
https://www.n-tv.de/auto/E-Fuels-sind-ein-falsches-Versprechen-article22550183.html

Johannes
Johannes
Tratscher
1 Monat 4 Tage

Die aufgewendete Energie um Wasserstoff zu produzieren ist so enorm, dass von dieser ganzen Wansserstoffenergie nur 25% am Rad angelangt.
Wo hier dir Nachhaltigkeit ist, muss jemand erst mal erklären können!

StreetBob
StreetBob
Superredner
1 Monat 4 Tage

@ Johannes
Isch‘s beim Strom onders???

nuisnix
nuisnix
Universalgelehrter
1 Monat 4 Tage

Ein physikalisches Gesetz: Bei jeder Energieumwandlung gibt es Verluste!
Wasserstoff zum Herumfahren als Treibstoff verwenden ist meiner Meinung nach so ziemlich die letzte gültige Option zum Energiesparen!

marher
marher
Universalgelehrter
1 Monat 4 Tage

S Lond hot ungeblich Geld ohne Ende. Wosserstoff, werd woll lei a Pilotprojekt bleibn. Mir sein die Beschtn deswegn suchn mir olm noch Sonderwege.

raunzer
raunzer
Superredner
1 Monat 4 Tage

Weltkonzerne haben sich beim Wasserstoff schon die Zähne ausgebissen, vergebens, und unsere “Elite” tut so als könnte sie die Welt retten.
Ich lach mich krumm.

Eric73
Eric73
Tratscher
1 Monat 4 Tage

Als Benz die ersten Autos baute waren sie auch uneffektiv. Hätte man damals so reagiert wie es hier viele fordern, gäbe es heute weder Formel 1 noch all die anderen Flitzer die wir nutzen.

für mich ein sinnvolles Projekt das die Region sauberer macht – es gibt vor Ort genügend Sonne und Wind um Wasserstoff zu produzieren.

Ohne solche Versuchsreihen gibt es keine Erfahrungen und weitere Forschung.
Öl ist nun mal endlich, Alternativen müssen entdeckt und weiterentwickelt werden.

maxi
maxi
Tratscher
1 Monat 4 Tage

Johannes hat das sehr richtig beschrieben! Das 2. Problem sind die Tankstellen, Auto und Busse müssen mit zwischen 600bar und 900bar Druck betankt werden. Eine Tankstelle kostet um einer Million Euro, dann erkläre wie ein Tankstellennetz aufgebaut werden soll. Da versteht kein Mensch wieso nicht Elektrobusse eingesetzt werden, die kosten einen Bruchteil von Wasserstoff Bussen und Tankstellen kann man an jeder Ecke errichten.

MisterPustertal
MisterPustertal
Grünschnabel
1 Monat 4 Tage

Es lohnt sich nicht Wasserstoff. Aber es ist und bleibt eine tolle Erfindung. Strom umwandeln in Wasserstoff und danach wieder zu Strom. Zu viel Verlust was man rausholen. Da lade ich gleich mit Stom den Akku.

sumperer
sumperer
Neuling
1 Monat 4 Tage

Ich sehe das sehr kritisch, ohne aber urteilen zu wollen.

Die ganze Welt scheint unterdessen verstanden zu haben, dass Wasserstoff nicht, der ideale Antrieb für Autos in der Zukunft sein wird.

Aus meheren Gründen, würde ich definitiv reinen Elektrofahrzeugen und ggf. auch  methanolbetriebenen Fahrzeugen als geeigneter einschätzen.

Nicht, dass ich persönlich kein potenzial in Wasserstofftechnologie sehe, nur eben nicht in Autos/PKW`s Bussen…

Soundgeist
Soundgeist
Tratscher
1 Monat 4 Tage

Ich finde die Technologie hat ihre Daseinsberechtigung. Vor allem bei der Speicherung von Energie. Batterien sind noch viel teurer und Umweltbelastender.

primetime
primetime
Universalgelehrter
1 Monat 4 Tage

Ich verstehe nicht was Nachhaltigkeit mit dem Neustart der Wirtschaft zu tun hat….

wpDiscuz