Digitalisierungsprozess der öffentlichen Verwaltung

Neues Data Center in Bruneck eröffnet

Mittwoch, 27. Oktober 2021 | 11:14 Uhr

Bruneck – Datenschutz und Datensicherheit spielen eine immer größere Rolle. Im Rahmen des Projekts “Data Center Südtirol” wurde Abend (26. Oktober) im Krankenhaus Bruneck ein neues „Landesrechenzentrum für Business Continuity und Disaster Recovery“ eröffnet. Das Projekt ist großteils mit Mitteln des Europäischen Fonds für Regionalentwicklung EFRE der Programmperiode 2014-2020 umgesetzt worden.

„Wir wissen, wie wichtig Daten heute sind, damit die Systeme funktionieren“, unterstrich Landeshauptmann Arno Kompatscher bei der Eröffnungsfeier. „Mit dem neuen Data Center in Bruneck neben dem bestehenden in Bozen ist Südtirol jetzt wesentlich sicherer. Damit haben wir ein zweites Sicherungssystem, das die Kontinuität aller Dienstleistungen auch bei Stromausfall, Erdbeben, Brand usw. gewährleistet.“ Es handle sich um eine strategische öffentliche Einrichtung, so Kompatscher weiter, mit der Daten lokal gesichert werden können, ohne auf private Anbieter zurückzugreifen.

Daten noch sicherer und verfügbarer

Das neue Data Center wird von allen öffentlichen Verwaltungen des Landes in Übereinstimmung mit den Zielen der Digitalen Agenda 2020 genutzt. Wie Josef Hofer, Direktor der Landesabteilung Informatik betonte, werden „mit dieser Infrastruktur einerseits die Sicherheit, Qualität und Zuverlässigkeit der erbrachten IT-Dienstleistungen erhöht, andererseits können Betriebskosten eingespart werden. Es liegt nun an der gesamten öffentlichen Verwaltung, diese Infrastruktur zu nutzen!“

Aufgebaut und verwaltet wird das Data Center Bruneck von der landeseigenen Südtiroler Informatik AG (SIAG). „Mit der Eröffnung des neuen Data Centers in Bruneck wird die IT der öffentlichen Verwaltung in Südtirol resilienter und sicherer“, erklärte SIAG-Direktor Stefan Gasslitter. „Als Betreiber des Data Centers Südtirol bestätigt die SIAG ihre zentrale Rolle in der IT-Landschaft der öffentlichen Verwaltung.“

Bruneck: Technische Infrastruktur und geografische Distanz

Dass das neue Data Center im Krankenhaus Bruneck entstanden ist, ist dem Sanitätsbetrieb zu verdanken dabei kein Zufall. „Das Krankenhaus verfügt bereits über die technische Infrastruktur – Notstromaggregat, komplexe Kühlsysteme, Brandschutz usw. -, um die Funktionalität bestimmter Systeme rund um die Uhr zu garantieren. Für ein Data Center müssen diese Systeme redundant vorhanden sein“, begründet Gerhard Grießmair, geschäftsführender Bezirksdirektor des Gesundheitsbezirkes Bruneck. „Auch haben wir hier Personalressourcen mit entsprechendem Know-how aufgebaut.“

Hinzu kommt die geografische Distanz zum Rechenzentrum in Bozen: Für die Sicherheit der Datenaufbewahrung muss das zweite Data Center  mindestens 70 Kilometer vom ersten Rechenzentrum entfernt sein (so genannte „Disaster Recovery“ Funktion).

Nachhaltiges Rechenzentrum

Während der Sanitätsbetrieb die Wartung des gebäudetechnischen Teils des Rechenzentrums Bruneck übernimmt, ist die Südtiroler Informatik AG für die aktiven Komponenten zuständig. Die Kosten für Betrieb, Instandhaltung und Anpassung übernehmen Land, Sanitätsbetrieb und Gemeindenverband gemeinsam.

Das neue Data Center in Bruneck ist 180 Quadratmeter groß und beherbergt 46 so genannte Racks (IT-Schränke) mit einer maximalen Leistung von 320 Kilowatt. Es handelt es sich um ein Green Data Center nach ISO 14001: Im Sinne der ökologischen Nachhaltigkeit verwendet es modernste Technologien, die den Energieverbrauch das ganze Jahr über bestmöglich reduzieren.

Von: mk

Bezirk: Pustertal

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