Starkes Zeichen der Jugend und Gemeinden in Richtung Rom

Offener Brief zum Großraubwild

Montag, 24. Oktober 2022 | 13:20 Uhr

Bozen – Die Junge Generation in der SVP hat mit der Südtiroler Bauernjugend einen offenen Brief zum Grobraubwild – welcher von Gemeindeverwaltern aus ganz Südtirol mitgetragen wird– dem Kammerabgeordneten Manfred Schullian übergeben. Dieser wird das Schreiben dem Landwirtschaftsminister Francesco Lollobrigida vorlegen, um geeignete Regelungen zum Schutz von Nutztieren vor Großraubtierangriffen zu finden.

Im Rahmen der 38. Landesversammlung der SVP-Jugend hat diese, gemeinsam mit der Südtiroler Bauernjugend, ein Schreiben an den römischen Landwirtschaftsminister Lollobrigida vorgestellt und dem Kammerabgeordneten Manfred Schullian überreicht. 99 Bürgermeister und Bürgermeisterinnen, acht Vizebürgermeister und Vizebürgermeisterinnen, zwei Gemeindereferenten sowie sechs Gemeinderäte tragen die darin enthaltenen Forderungen mit ihrem Namen mit.

svp

„Wir ersuchen den Landwirtschaftsminister Lollobrigida den Schutz der Nutztiere vor Großraubtierangriffen und damit den Schutz unserer Almen auf die politische Agenda zu setzen“, schildert Fabian Gufler, stellvertretender JG-Vorsitzender. „Wenn wir der Ausbreitung von Bär und Wolf nicht bald Einhalt gebieten, drohen unsere Almen zu verwildern und letztens Endes zu verschwinden. Ein wesentlicher Bestandteil unserer Kultur und unserer Art zu leben wäre damit unwiederbringlich verschwunden. Auch in den Gemeinden sieht man dringenden Handlungsbedarf – es freut uns deshalb umso mehr, dass so viele Gemeindeverwalter und -verwalterinnen diesen Brief mittragen.“

Für die lokale Berglandwirtschaft sind mittlerweile beträchtliche wirtschaftliche Schäden entstanden und vielen Landwirten und Landwirtinnen bleibt oft nichts anderes übrig, als die aufgetriebenen Tiere unverzüglich wieder talwärts zu bringen, um sie vor der Gefahr durch das Großraubwild zu schützen. „Weidetiere sind allerdings die Voraussetzung für Almbewirtschaftung. Unsere Almlandschaft und die auf ihr gedeihende Biodiversität brauchen Pflege. Diese ist aber nur dann garantiert, wenn die Almen bewirtschaftet werden, anderenfalls verbuschen sie“, so Gufler.

Die Almwirtschaft ist ein wesentlicher Bestandteil der Südtiroler Kultur und des Selbstverständnisses der Bevölkerung. Das sich rasant ausbreitende Großraubwild bildet jedoch eine unmittelbare Gefahr für die Zukunft der Berglandwirtschaft, wie Raffael Peer, Obmann der Südtiroler Bauernjugend, weiß: „Durch die Ausbreitung des Großraubwilds sehen sich immer mehr Bauern und Bäuerinnen gezwungen ihr Vieh im Tal zu lassen. Wenn sich diese Entwicklung fortsetzt, werden Jahr für Jahr weniger Almen bewirtschaftet, im schlimmsten Fall verwuchern diese, Nutztierrassen sterben aus und Hofstellen werden aufgelassen. Unser Land würde für künftige Generationen anders aussehen und ein Stück Lebensqualität würde verloren gehen.“

Peer hofft auf Lösungen um auch in Zukunft die traditionelle Almwirtschaft erhalten zu können: „Dafür braucht es sicherlich eine enge Zusammenarbeit über die Landesgrenzen hinaus. Gemeinsam müssen Lösungen gefunden werden, damit unsere Almen überleben können!“

„Manfred Schullian, der den offenen Brief entgegengenommen hat, wird das Schreiben gemeinsam mit seinen Kollegen und Kolleginnen dem Minister für Landwirt vorlegen. Auch sie werden sich weiterhin dafür einsetzen, dass die seit Jahrhunderten gepflegte Bewirtschaftung unserer Almen garantiert wird“, freut sich Dominik Oberstaller, JG-Vorsitzender.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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7 Kommentare auf "Offener Brief zum Großraubwild"


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MartinSchmidt
MartinSchmidt
Tratscher
1 Monat 7 Tage

Also mir geht dieses Gehetze des Athesia Verlags gegen diese Tiere schon enorm auf die Nerven. Immer die extremsten Worte (wer benutzt bitte den Begriff “Großraubtier”) und die extremsten Hollywood Fotos. Ja die Wölfe und Bären sind ein Problem, aber das kann man auch sachlich angehen als Journalist… 

Landschaftspfleger
Landschaftspfleger
Superredner
1 Monat 7 Tage

…und ich ärgere mich immer weil das Problem mit den Großraubtieren in den Medien ständig verharmlost wird. Für die betroffenen Bergbauern und alle Kleinviehhalter sind Großraubtiere in Wirklichkeit eine große Psychische Belastung. Der Geld – und Zeitaufwand neben der Lohnarbeit ist auch nicht zu unterschätzen.

MartinSchmidt
MartinSchmidt
Tratscher
1 Monat 5 Tage

@Landschaftspfleger Und du findest das hetzen gegen die Tiere mir Hollywood-reifen Fotos ist sinnvoller als konstruktiv über mögliche Lösungen zu schreiben? 

Fritzfratz
Fritzfratz
Tratscher
1 Monat 7 Tage

Die Tiere aktiv auf der Alm zu behirten geht nicht… Hirtenhunde sind für Touris gefährlich… Elektrozaun hilft nix und zu teuer… nachts in den Stall bringen ist zu aufwendig… nix geht bei den Bauern… nur jammern geht und Beiträge einstreichen.

Rudolfo
Rudolfo
Universalgelehrter
1 Monat 7 Tage

Warum es mit Ekektrozäunen und Hütehunden in Brandenburg, Frankreich, Schweiz, Spanien etc. seit Jahren funktioniert und in Südtirol nicht funktionieren soll, kann ich nicht nachvollziehen. Der Staat soll die Bauern finanziell unterstützen, wenn er möchte, dass einerseits die Berge und Almen weiterhin nicht nur bewirtschaftet werden, sondern auch der Lawinenschutz gewährleistet bleibt und andererseits die angesiedelten Wildtiere besser akzeptiert werden..

ieztuets
ieztuets
Superredner
1 Monat 7 Tage

Genau “Lösungsvorschläge” und “Schutz” aber alles was einem nicht in den Kram passt abschießen geht halt nicht mehr!!! Und ob die Almbewirtschaftung immer ein Vorteil für die Umwelt ist, sei auch dahingestellt…

Doolin
Doolin
Kinig
1 Monat 7 Tage

…🍉 hat koa Angst vor 🐺…

😅

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