Von: APA/AFP
In der Türkei beginnt am Montag ein Korruptionsprozess gegen den seit einem Jahr inhaftierten Istanbuler Bürgermeister und Oppositionspolitiker Ekrem İmamoğlu. Beim Prozess im westlich von Istanbul gelegenen Silivri wirft die Staatsanwaltschaft dem wohl wichtigsten innenpolitischen Rivalen des türkischen Staatschefs Recep Tayyip Erdoğan vor, über ein umfassendes kriminelles Netzwerk Einfluss ausgeübt zu haben. Die Anklage fordert deswegen eine Haftstrafe von 2.430 Jahren.
Kritiker sehen die Vorwürfe als politisch motivierten Versuch an, İmamoğlu daran zu hindern, bei der nächsten Präsidentschaftswahl gegen Erdoğan anzutreten. Der 54-Jährige war vor knapp einem Jahr festgenommen worden – am selben Tag, an dem die Oppositionspartei CHP ihn zu ihrem Präsidentschaftskandidaten kürte. İmamoğlus Festnahme löste in der Türkei die größte Protestwelle seit den sogenannten Gezi-Protesten von 2013 aus, fast 2.000 Menschen wurden festgenommen.




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