Brunecker Grüne erheben Kritik

“Schlosswiese und Kronplatzweg: Wollen wir das wirklich?”

Donnerstag, 27. Dezember 2018 | 20:59 Uhr

Bruneck – “150 Meter Straßentunnel, Kreisverkehr, dreispurige Zufahrt, mehrstöckige unterirdische Tiefgarage, Zerstörung des Kronplatzwegs: nicht notwendig  und sauteuer”, meint Hanspeter Niederkofler von der Grünen Ratsfraktion Bruneck.

“Das „Verkehrskonzept Bruneck Ost“ wurde am 30. Mai dieses Jahres von der Ratsmehrheit genehmigt und die Planungen für die baulichen Eingriffe laufen. Aber auch wenn es mehrfach ausführlichst präsentiert wurde, hat nie eine wirkliche Diskussion über Notwendigkeit und Alternativen stattgefunden und vielen scheint nicht klar zu sein, wie schwerwiegend der Eingriff südlich des Schlosses ist. Seit vielen Jahren versteift sich die Gemeindeverwaltung auf die Tiefgarage unter der Schlosswiese, obwohl der Standort mehr als problematisch ist und das Hauptargument für die Standortentscheidung 2012, die Finanzierung über einen Raumordnungsvertrag, lange schon hinfällig ist. Anstatt das gesamte Vorhaben neu zu diskutieren, wurde plötzlich verlautbart, dass die Gemeinde die Garage auf eigene Kosten bauen wolle, obwohl diese Möglichkeit zuvor immer kategorisch ausgeschlossen wurde”, so Hanspeter Niederkofler weiter.

Grüne Fraktion im Gemeinderat Bruneck/Schlossberg, Kronplatzweg/Bierkellerweg

“Und da man schon die Garage bauen „muss“, kam die Idee, aus der Garageneinfahrt einen ausgewachsenen Straßentunnel zu machen und den Südosten Brunecks über den Kronplatzweg zu erschließen. Den Kronplatzweg hätte man spätestens mit der Eröffnung der Südausfahrt für den allgemeinen Verkehr schließen können, da der Osten Brunecks nun von Reischach aus über den Ring erreichbar ist. Stattdessen soll er nun zur Zufahrt des ganzen Viertels werden. Das Gebiet südöstlich des Schlosses – Schlosswiese, Kronplatzweg, Bierkellerweg, Sternwaldele – ist von großem historisch-landschaftlichen Wert und sehr beliebt für Spaziergänge und Naherholung. Diese Gegend wird durch diesen Eingriff nachhaltig gestört, durch einen Straßentunnel, ein-zwei Kreisverkehre, eine mehrstöckige Tiefgarage mit dreispuriger Zufahrt, den Ausbau des Kronplatzweges. Weitere Folgen sind zu befürchten, weil mit diesen neuen Infrastrukturen der Charakter des Gebiets auf Dauer verändert wird”, mahnt Hanspeter Niederkofler.

“Und das Ganze kostet einen noch nicht definierten, auf jeden Fall zweistelligen Millionenbetrag, von dem wir noch nicht wissen, wo er herkommen soll. Sehr viel Geld für einen mehr als bedenklichen Eingriff. Gleichzeitig wird die Ostzufahrt (vom Ring zur Moessmer) auf die lange Bank geschoben. Diese bleibt aber notwendig. Sie kann die Verkehrsproblematik in Bruneck Ost auch ohne Verwendung des Kronplatzweges beheben und gleichzeitig Stuckstraße und Willramstraße viel wirksamer entlasten. Es wäre also nur vernünftig, allfällige Investitionsmittel für dieses Vorhaben aufzusparen, statt sie in ein Projekt zu stecken, das nicht notwendig ist. Zur Schlosswiesengarage gibt es bessere Alternativen, aber wenn Alternativen nicht gewünscht sind, sind sie auch nicht machbar”, so Hanspeter Niederkofler.

“Aber wollen wir das wirklich?”, fragt sich abschließend Hanspeter Niederkofler.

 

Von: ka

Bezirk: Pustertal

Kommentare

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1 Kommentar auf "“Schlosswiese und Kronplatzweg: Wollen wir das wirklich?”"


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bern
bern
Superredner
21 Tage 20 h

Da haben die Grünen recht. Das Verkehrskonzept Bruneck Ost von der SVP ist Käse.

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