Landesrat im Ministerium in Wien

Schuler: „Berggebiete müssen endlich mit einer Stimme sprechen“

Donnerstag, 26. April 2018 | 13:00 Uhr

Wien – Agrarpolitik und Wolf standen gestern auf der Tagesordnung eines Treffens von Landesrat Schuler mit der Ministerin für Nachhaltigkeit und Tourismus in Wien.

Agrar- und Forstwirtschaftslandesrat Arnold Schuler ist derzeit in Europa unterwegs, um Allianzen in gemeinsamen politischen Anliegen zu schmieden: Nach der deutschen und der österreichischen Hauptstadt steht in den kommenden Wochen Brüssel auf dem Programm. Gestern besprach er im Landwirtschaftsministerium in Wien – das in der neuen Regierung Ministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus heißt – mit Ministerin Elisabeth Köstinger Themen wie die Gemeinsame Agrarpolitik und das Wolfsmanagement.

Gemeinsame Agrarpolitik

“Bei den EU-Verhandlungen für die Landwirtschaft nach 2020 ist der Wille zur Zusammenarbeit bei der Ministerin groß, die Zeit wird allerdings knapp”, erklärte Landesrat Arnold Schuler nach dem gestrigen Treffen.

Landesrat Arnold Schuler setzt auf eine intensive Zusammenarbeit mit internationalen Partnern, um eine stärkere Unterstützung und Berücksichtigung der kleinbäuerlichen Betriebe zu erreichen. “Es ist wichtig”, betonte Landesrat Schuler, “sowohl auf staatlicher Ebene als auch mit den benachbarten Ländern Allianzen zu schmieden und gemeinsam die Interessen der Berggebiete etwa bei den EU-Förderungen wie auch beim Wolf gegenüber Rom wie auch Brüssel zu vertreten.”

Für die EU-Agrarwirtschaft wird dieses Jahr in vielerlei Hinsicht ein wegweisendes Jahr. Heuer soll sich entscheiden, wie die europäische Landwirtschaftspolitik im nächsten Jahrzehnt ausschaut. Denn das Ziel der EU ist es, den Finanzrahmen nach 2020 bis 2027 noch vor die Neuwahlen des EU-Parlaments im Mai kommenden Jahres abzuschließen. Je konsensfähiger der Vorschlag der EU-Kommission zum neuen EU-Haushalt nach 2020 für die einzelnen Mitgliedsstaaten ist, umso größer seien die Chancen, den Finanzrahmen noch vor den Wahlen unter Dach und Fach zu bekommen, unterstrich Ministerin Köstinger.

Dies sei umso wichtiger, damit der Start der neuen Förderperiode pünktlich erfolgen könne und sich auch die Mitgliedsstaaten bzw. Länder entsprechend vorbereiten können, wies Landesrat Schuler hin: “Wir brauchen Planungssicherheit für unsere Bauern auch nach 2020”, betonte er. “Gemeinsam mit EU-Parlamentarier Herbert Dorfmann, der auch in Wien als Berichterstatter des Europäischen Parlaments tätig ist, wollen wir die nachhaltige Landwirtschaft für unsere Südtiroler Bauern stärken”, unterstreicht Landesrat Schuler.

Wolfsmanagement

Er arbeite an einer internationalen Seilschaft zur Regulierung der Wolfspopulationen, berichtete Landesrat Arnold Schuler: “Die betroffenen Berggebiete im Alpenraum müssen möglichst mit einer Stimme sprechen, deshalb gilt es nun, unsere Interessen in Sachen Wolf zu koordinieren.”

Der europäische Wolfsbestand wächst. Ein Wolfsmanagement müsse andere Nutzungsinteressen berücksichtigen und im Sinne einer wildökologischen Raumplanung ebenfalls EU-weit erfolgen, unterstrich Landesrat Arnold Schuler: “Die Alm- und Weidetierhaltung muss flächendeckend und dauerhaft in Südtirol und im Alpenraum erhalten bleiben.” Aufgrund der europaweit günstigen Populationsentwicklung müsse deswegen der Schutzstatus des Wolfes in der europäischen Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie gesenkt werden, forderte Schuler.

Landesrat Schuler wird in den kommenden Wochen weitere Gespräche auf nationaler und EU-Ebene zu den Themen EU-Agrarwirtschaft und Wolfsmanagement führen.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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6 Kommentare auf "Schuler: „Berggebiete müssen endlich mit einer Stimme sprechen“"


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herbstscheich
herbstscheich
Superredner
28 Tage 9 h

er bekommt so langsam “kalte füße”– die Berggebiete schützen hat ihm ja bisher niemand verwehrt.

Pic
Pic
Tratscher
28 Tage 8 h

Kaum ein halbes Dutzend Wölfe in Südtirol und die sollen reguliert werden? Aus wildökologischer Sicht braucht es mehr Wölfe, um das Reh- und Rotwild auf natürliche weise unter Kontrolle zu halten. Die Wahrheit ist, die Bauern wollen keine Wölfe, denn es ist für sie eine Mehrarbeit, ihre Nutztiere zu schützen. Sicherlich ist es weniger arbeitsintensiv und bringt mehr, von EU und dem Land Südtirol, sprich Steuerzahler, immer mehr Privilegien und Beiträge zu bekommen. Die Bauern sind es nun gewohnt, immer mehr zu bekommen und dafür immer weniger bzw. nichts mehr zu geben.  

Gagarella
Gagarella
Universalgelehrter
28 Tage 6 h

Kein Urlaubsort wo Wolf und Bärenmord!

erika.o
erika.o
Superredner
28 Tage 9 h

ach wie gut dass wir überall Freunde haben 😏…
uamol Rom, uamol Wien …
irgendeiner wird unsere Probleme schon lösen, wenn “wir” dazu nicht imstande sind. und dann stehen WIR gross da
wo’s doch so einfach …

Calimero
Calimero
Superredner
28 Tage 9 h

Politiker – Leitspruch

„ Nicht das Erreichte zählt – sondern das Erzählte reicht. „

Marta
Marta
Universalgelehrter
28 Tage 8 h

vor den Wahlen wacht auch der “Herr Schuler” auf !!!😥😧

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