Südtirol setzt auf das „Sonnenblumen-Band“

Sichtbarkeit für unsichtbare Behinderungen

Dienstag, 03. Februar 2026 | 17:26 Uhr

Von: luk

Bozen – Der Südtiroler Landtag spricht sich für mehr Verständnis, Rücksichtnahme und Inklusion im Alltag aus und bringt einen Beschlussantrag zur Einführung der Hidden Disabilities Sunflower-Initiative auf den Weg. „Ziel ist es, Menschen mit nicht sichtbaren Behinderungen künftig besser zu unterstützen und Barrieren im öffentlichen Leben abzubauen“, so SVP-Fraktionsvorsitzender Harald Stauder.

Das international anerkannte Sonnenblumen-Band steht für unsichtbare Behinderungen wie Autismus, chronische Erkrankungen, psychische Leiden oder neurologische Beeinträchtigungen. Es signalisiert auf diskrete Weise: „Ich brauche etwas mehr Zeit, Verständnis oder Unterstützung“ – freiwillig, unbürokratisch und nicht stigmatisierend.

Der ursprünglich von der Opposition eingebrachte Beschlussantrag wurde gemeinsam mit Landesrätin Rosmarie Pamer abgeändert und von der Mehrheit mitunterschrieben. „Durch die Intervention von Landesrätin Rosmarie Pamer und mit Unterstützung der Landesverwaltung konnte dieser Beschlussantrag so abgeändert werden, dass er mit den Stimmen der Mehrheit genehmigt werden konnte“, erklärt Stauder die Zustimmung seiner Fraktion.

“Viele Menschen leben mit unsichtbaren Behinderungen und stoßen im Alltag auf Unverständnis und Vorurteile. Das Sonnenblumen-Band kann – wenn Menschen sich freiwillig dafür entscheiden – ein Zeichen für mehr Sensibilität und Rücksichtnahme sein”, sagte Landesrätin Rosmarie Pamer im Landtag. “Entscheidend ist dabei die Selbstbestimmung: Kennzeichnungen dürfen niemals verpflichtend sein und niemals Voraussetzung für Unterstützung.” Eine inklusive Gesellschaft respektiere Vielfalt, Freiwilligkeit und die individuellen Bedürfnisse aller Menschen.

Konkret verpflichtet der Beschlussantrag die Landesregierung, im Jahr 2026 ein Pilotprojekt in Südtirol zu starten, begleitet von einer breiten Sensibilisierungskampagne. Zudem sollen gemeinsam mit Hilfsorganisationen Empfehlungen für den Einsatz des Sonnenblumen-Bandes in öffentlichen Einrichtungen, im Gesundheitswesen, bei der Polizei sowie in Versorgungsdiensten erarbeitet werden. Auch eine Ausweitung auf Schulen, Verwaltung sowie die Zusammenarbeit mit Verkehrsbetrieben, Handel und Kultureinrichtungen ist vorgesehen. Betroffenen sollen Sonnenblumen-Schlüsselbänder zur Erstversorgung zur Verfügung gestellt werden.

„Mit diesem Schritt will Südtirol ein klares Zeichen setzen: für mehr Akzeptanz, Solidarität und ein stressfreieres Miteinander – denn jede und jeder verdient es, selbstbestimmt am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen“, so Stauder abschließend.

Bezirk: Bozen

Kommentare

Aktuell sind 0 Kommentare vorhanden

Kommentare anzeigen