Von: mk
Bruneck – Die Sozialgenossenschaft somnias organisiert seit vielen Jahren Sommerbetreuung für Kinder und Familien in Südtirol und ist derzeit in über 21 Gemeinden tätig. In Bruneck ist die Sommerbetreuung 2026 jedoch massiv gefährdet. Die Sozialgenossenschaft somnias sieht sich kurzfristig mit außergewöhnlich strengen Auflagen konfrontiert, wie sie in einer Aussendung mitteilt. Gefordert werden unter anderem eine Bankgarantie von 10.000 Euro sowie eine Vereinbarung, die eine sofortige Kündigung der Raumnutzung ermöglicht – laut Vertrag sogar bei alltäglichem Kinderlärm.
Ohne Unterzeichnung dieses Vertrags stellt die Gemeinde Bruneck laut sommnias keinen Sichtvermerk aus. Das bedeutet konkret: Ohne Unterschrift keine Genehmigung – und ohne Genehmigung keine Sommerbetreuung.
Schon seit Herbst 2025 versucht somnias, die Rahmenbedingungen für die Sommerbetreuung 2026 rechtzeitig zu klären. Trotz mehrerer schriftlichen Anfragen und der Bitte um persönliche Gespräche habe es über Wochen keine klare Entscheidung gegeben. Nun wurden somnias Räume in Aussicht gestellt – allerdings nur unter strengen und einseitigen Bedingungen, die vom Schuldirektor des Grundschulsprengels Bruneck, Oswald Lanz, vorgegeben wurden.
Konkret geht es um folgende Punkte: um eine Bankgarantie von 10.000 Euro sowie um die Möglichkeit einer Kündigung, die jederzeit und ohne Begründung bereits dann erfolgen kann, wenn Kinder laut sind. „Damit stehen über 900 Betreuungsplätze für Kinder in Dietenheim und Reischach auf dem Spiel“, warnt somnias.
Sommerbetreuung brauche Sicherheit. somnias schließe Verträge mit Mitarbeitenden ab und gebe Eltern feste Zusagen. Wenn Räume kurzfristig entzogen würden, bleibe der Verein auf den Kosten sitzen – und die Eltern stünden ohne Betreuung da, warnt die Sozialgenossenschaft.
„Sommerbetreuung ist kein ruhiger Bürojob, sondern Arbeit mit Kindern“, so Lukas Zimmerhofer, Obmann der Sozialgenossenschaft somnias. „Kinder sind laut, sie bewegen sich, sie spielen. Wenn das schon ein Kündigungsgrund sein kann, geht das an der Realität vorbei. Unter solchen Bedingungen können Vereine nicht ordentlich arbeiten. Da stellt sich die Frage, ob Sommerbetreuung politisch gewollt ist.“
somnias betont die Bereitschaft zur konstruktiven Zusammenarbeit und appelliert an die Verantwortlichen in Gemeinde, Schulverwaltung sowie an die Provinz Bozen, die bestehenden Regelungen zu überdenken und gemeinsam Lösungen zu finden, die verhältnismäßig, fair und praxistauglich sind – „im Interesse der Kinder, der Familien und einer verlässlichen Sommerbetreuung“, wie die Sozialgenossenschaft in einer Aussendung erklärt.




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