Von: apa
Das Betreuungszentrum Hemayat für Folter- und Kriegsüberlebende in Wien hat im Vorjahr 2.006 Menschen psychotherapeutisch, psychologisch und medizinisch behandelt, 300 Betroffene waren Kinder und Jugendliche. Das geht aus dem am Freitag veröffentlichten Jahresbericht 2025 hervor. Der Behandlungsbedarf sei besorgniserregend hoch: Mit 26.731 Betreuungsstunden verzeichnete der Verein einen Anstieg von rund 12,4 Prozent gegenüber 2024.
Die Klientinnen und Klienten kamen aus 60 Herkunftsländern, u.a. 535 aus Syrien, 448 aus Afghanistan, 222 aus Tschetschenien und 166 aus dem Iran. 47 Prozent waren weiblich. Es würden vermehrt Retraumatisierungen verzeichnet, besonders bei Menschen aus Syrien, Afghanistan und Tschetschenien, die sich bei Hemayat in Therapie befinden oder eine Behandlung bereits abgeschlossen hatten. “Bilder und Nachrichten aus aktuellen Konflikten lösen häufig starke Belastungen aus”, hieß es.
“Nachfrage weit größer als finanziertes Angebot”
Wegen des hohen Bedarfs werde das therapeutische Angebot laufend ausgebaut. Im Juni 2025 erfolgte der Umzug in ein größeres Zentrum in Favoriten, um die Betreuung langfristig zu sichern. “Die Nachfrage ist jedoch weit größer als das finanzierte Angebot”, sagte Hemayat-Geschäftsführerin Cecilia Heiss am Freitag. “Ohne zusätzliche finanzielle Mittel werden Betroffene weiterhin zu lange auf notwendige Therapien warten müssen.”
Aktuell warten demnach 571 Personen bis zu einem Jahr auf einen dolmetschgestützten Einzeltherapieplatz. Wegen Budgetkürzungen im Sozialbereich seien “rund 2.000 dringend benötigte Psychotherapiestunden” aktuell gefährdet.
Sommerfest und Benefizauktion
Am 12. Juni lädt Hemayat wieder zu Sommerfest und Benefizauktion im Unteren Belvedere. In Kooperation mit dem Dorotheum wird exklusive Zeit mit Personen des öffentlichen Lebens versteigert. Unter den Auktionsposten finden sich ein Kaffeehausbesuch mit Josef Hader, ein Raclette-Abend mit Milo Rau, eine Jause bei André Heller und eine Übernachtung in der Villa Beer. Mitbieten ist bereits ab 25. Mai online möglich: www.dorotheum.com/hemayat . Den Abend moderieren Hilde Dalik und Christoph Grissemann. Stefanie Sargnagel liest aus ihrem neuen Buch “Opernball”.




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